Steigende Altpapierpreise machen Karton teurer

17. August 2010, 10:00
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Aufgrund der Rohstoffpreise macht Mayr-Melnhof trotz Umsatzplus weniger Gewinn

Wien - Im Zuge der wirtschaftlichen Erholung wird wieder mehr Altpapier nachgefragt. Die Folge: Die Preise für den Rohstoff steigen dramatisch. Seit Jahresbeginn hat sich der Preis zu Spitzenzeiten verdoppelt. Neben dem Altpapier werden auch Chemikalien und Logistik teurer.

Die Folgen bekommen demnächst auch die Konsumenten zu spüren. Mayr-Melnhof Karton (MMK), einer der weltgrößten Hersteller von Kartonagen, hat bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am Dienstag Preiserhöhungen angekündigt.

"Das kann bis zu zwölf oder 13 Prozent gehen, das ist je nach Region und Kunde unterschiedlich" , sagte der Vorstandsvorsitzende des Kartonkonzerns, Wilhelm Hörmanseder.

Die höheren Rohstoffkosten haben den Gewinn des Kartonherstellers im ersten Halbjahr 2010 gedrückt. Mit 21,1 Millionen Euro nahm das börsennotierte Unternehmen um 4,3 Millionen Euro weniger ein als im selben Zeitraum des Vorjahres. Das operative Ergebnis (Ebit) konnte um 10,5 Prozent auf 77,6 (70,2) Millionen Euro verbessert werden. Dem steirischen Unternehmen gelang es auch, den Umsatz im Berichtszeitraum um 12,2 Prozent auf 863 Millionen Euro zu steigern.


Volle Auftragsbücher

Die Zunahme des Umsatzes resultiere in erster Linie aus dem deutlichen Anstieg der Aufträge, sagte Hörmanseder. Der Geschäftsbereich Karton erreichte im ersten Halbjahr 2010 de facto eine Vollauslastung. Für das dritte Quartal geht die Mayr-Melnhof-Gruppe von einer Auslastung nahe hundert Prozent aus.

Neben der starken Nachfrage profitierte MMK auch von der Erschließung neuer Märkte. Anfang Juni wagte der Konzern den ersten Schritt nach Lateinamerika, wobei 70 Prozent des chilenischen Faltschachtelunternehmens Marinetti erworben wurden.

"Wir werden uns bemühen, auf diesem sehr interessanten Kontinent weitere Schritte zu setzen, mit Vorsicht und Elan - beides ist notwendig" , erklärte Hörmanseder. Im Blick habe man aber auch Nordafrika, Russland sowie die Türkei.

Das Expansionsvorhaben sollte nicht am Geld scheitern. Die Bargeldreserven von MMK belaufen sich auf 300 Mio. Euro. Zusätzlich verfügt das Unternehmen über 200 Mio. Euro an Kreditzusagen. (Igor Pejic, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.8.2010)

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