Teure, falsche Markenschnäppchen

17. August 2010, 09:33
12 Postings

Eine gefälschte Markenbrille, die am Ende statt zehn satte 10.000 Euro kostet, unangenehme Begegnungen mit Carabinieri und Kontrollen am Zoll

Immer wieder kommt es vor, dass Urlauber eine böse Überraschung erleben, weil sie - ob irrtümlich oder ganz bewusst - gefälschte Markenartikel kaufen. Vor einigen Tagen etwa wurden zwei österreichische Touristen zu einer Strafe von 1.000 Euro verdonnert, weil sie eine gefälschte Luis Vuitton-Börse erstanden hatten. Ebenfalls teuer wurde der Kauf einer gefälschten Markenbrille für eine dänische Touristin, die für zehn Euro in Italien ein Schnäppchen machen wollte und am Ende 10.000 Euro Strafe zahlen musste.

Die italienischen Behörden haben wenig Verständnis für die illegalen Markengelüste der Urlauber, der ÖAMTC warnt davor, gefälschte Artikel zu kaufen. Geldstrafen von bis zu 10.000 Euro könnten die Folge sein. Und das gilt nicht nur für Italien, sondern auch für andere europäische Länder, in denen man versucht, dem Handel mit Illegalen Markenwaren Herr zu werden.

Bis zu 300.000 Euro Strafe

In Frankreich muss mit Strafen von bis zu 300.000 Euro gerechnet werden, wenn man, aus welchen Gründen immer, gefälschte Markenartikel kauft. Verboten ist dies auch in Spanien, Malta, Ungarn und Bulgarien. Der Strafrahmen ist in den meisten Fällen abhängig vom realen, also „nicht gefälschten" Warenwert. In Ungarn sind Strafen von bis zu 1.000 Euro möglich.

Herstellerfirmen könnten klagen

In Österreich, Deutschland, der Slowakei, Tschechien, Slowenien, Zypern und Norwegen ist es vom Gesetz her nicht strafbar, gefälschte Markenware für den privaten Gebrauch zu kaufen. Allerdings warnt ÖAMTC-Jurstin Verena Pronebner davor, dass die Herstellerfirmen selber gegen die Käufer vorgehen und Schadenersatz verlangen könnten. Der Verkauf von Plagiaten ist übrigens überall strafbar.

Was darf mit

Immer wieder für Verwirrung sorgen auch die unterschiedlichen Zollfreigrenzen für Reisen in Nicht-EU-Länder. Zurzeit dürfen aus Ländern, die nicht zur EU gehören, wie etwa die Türkei, bei einer Einreise mit den Flugzeug Waren im Wert von 450 Euro zollfrei eingeführt werden. Bei jeder anderen Einreise liegt die Zollfreigrenze bei 300 Euro.

Voraussetzung ist immer, dass die Waren einzig für den privaten Gebrauch bestimmt sind. Kinder bis 15 Jahre dürfen einheitlich maximal Artikel im Wert von insgesamt 150 Euro mitnehmen. Bei der Wiedereinreise sollte man die Rechnungen zur Hand haben, um den Warenwert auch beweisen zu können. Kann man das nicht, wird der Wert geschätzt, und wenn diese Summe über den genannten Beträgen liegt, können empfindliche Strafen die Folge sein. (red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Eine Prada-Tasche ist für die meisten Menschen im Original unbezahlbar. Die Versuchung, eine Fälschung zu kaufen ist groß.

Share if you care.