Zu 25 Jahren Haft verurteilter Essensdieb wird vorzeitig freigelassen

17. August 2010, 08:38
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Fall heizte Debatte über umstrittenes Gesetz gegen Wiederholungstäter an - Bereits acht Jahre abgesessen

Ein wegen versuchten Diebstahls von Lebensmitteln zu 25 Jahren Haft verurteilter US-Bürger erhält nach jahrelangem Rechtsstreit seine Freiheit zurück. Ein Gericht in Los Angeles ordnete am Montag die Freilassung des 47-Jährigen an, der bereits seit acht Jahren im Gefängnis sitzt. Sein Fall befeuerte in Kalifornien die Debatte über ein umstrittenes Gesetz gegen Wiederholungstäter.

Der Mann war 1997 bei dem Versuch ertappt worden, in die Küche einer Kirchengemeinde einzudringen. Obwohl der Pfarrer aussagte, dass der vermeintliche Einbrecher regelmäßig Essen von ihm bekommen und schon wiederholt in der Kirche übernachtet habe, wurde der Mann zu 25 Jahren Haft verurteilt. Zur Begründung wurde ein Gesetz gegen Wiederholungstäter herangezogen. Es sieht vor, Mehrfachtäter bei der dritten Verurteilung für mindestens 25 Jahre ins Gefängnis zu stecken, diese Strafe kann in eine lebenslange Haft umgewandelt werden.

Da der Täter im vorliegenden Fall bereits zwei Mal wegen Raubes verurteilt worden war, nützte ihm die Fürsprache des Pfarrers nichts. Der Oberste Gerichtshof von Kalifornien ordnete indes eine Überprüfung des ursprünglichen Urteils an, die nun zur Freilassung führte. (APA)

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