Sandstrand statt Wählerhand

16. August 2010, 19:07
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Strache macht Wahlkampf, wie er immer Wahlkampf gemacht hat - Seine Nähe zum Volk bleibt auch diesmal virtuell

Ganz nah wollte Heinz-Christian Strache den Menschen sein. Statt sich mit dem Bürgermeister ein verbales Dauer-Duell zu liefern, mische er sich im Wien-Wahlkampf lieber unters Volk, kündigte der blaue Parteichef vor Wochen an. So weit zur Theorie.

Denn spätestens mit dem Affichieren der FPÖ-Plakate mit dem Slogan "Mehr Mut für unser "Wiener Blut'" wird klar: Strache macht Wahlkampf, wie er immer Wahlkampf gemacht hat. Seine Nähe zum Volk bleibt auch diesmal virtuell - und er denkt nicht daran, sich strapaziösen Bäder- und Grätzeltouren auszusetzen.

Das Antlitz des Parteichefs aus nächster Nähe, daneben ein Spruch, den man sich merkt - während Strache auf Ibiza urlaubt, ist er dank der neuen Wahlplakate bereits dauerpräsent. Und die auf Papier gebrachten Botschaften werden eindeutiger: Nach einer Vorwahlkampf-Kampagne, bei der man sich auf die nicht sehr eingängigen Schlagworte Gerechtigkeit, Respekt und Zukunft beschränkte, lässt die FPÖ mit ihrem Wiener-Blut-Schmäh keinen Zweifel daran, dass es ihr auch diesmal hauptsächlich um das Thema Zuwanderung geht.

Den anderen Parteien kommt das nicht ungelegen. Denn während der Vorwahlkampf dank Volksbefragung zum Erliegen kam, bevor er richtig losging, hat Strache nun einen Spruch geliefert, über den sich sämtliche politischen Konkurrenten zumindest ein paar Tage lang aufregen können. (Martina Stemmer, DER STANDARD, Printausgabe, 17.8.2010)

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