Protest gegen Ausweisung von Gastarbeiterkindern

16. August 2010, 18:25

Innenminister schiebt "Baby-Visa" Riegel vor - 400 Kinder von Fremdarbeitern sollen abgeschoben werden

Jerusalem/Wien - Tausende Israelis gingen am Wochenende in Tel Aviv auf die Straße, und von Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel bis zu Sara Netanjahu, Frau des Ministerpräsidenten, gibt es Fürsprecher: Der Widerstand gegen die geplante Abschiebung von 400 Fremdarbeiterkindern aus Israel wächst. Noch lässt sich die Regierung nicht erweichen, aber sie hat die Fristen für Fremdarbeiter, in der sie ihre Legalisierung versuchen können, verlängert. Wie die Interessenvertreter behaupten, ist diese Verlängerung jedoch eine Augenauswischerei. Überlegt werden auch finanzielle Anreize für Heimkehrer.

Aus Sicht der israelischen Regierung hat es schon Entgegenkommen im großen Stil gegeben. Auf der Liste standen anfangs 1200 Kinder, bei 800 von ihnen wurde inzwischen jedoch der Status legalisiert, nachdem sie die vorgegebenen Kriterien - mehr als fünf Jahre in Israel, Hebräischkenntnisse, Schulbesuch - erfüllt hatten. Unter den 400, die nicht bleiben dürften, sind jedoch weiterhin Kinder, die in Israel geboren wurden. Ihnen wird die illegale Einreise ihrer Eltern zum Verhängnis.

Von beiden Seiten, den Abschubbefürwortern wie auch den Kritikern, wird die Debatte zum Teil sehr heftig und untergriffig geführt. Innenminister Eli Yishai, gleichzeitig Shas-Parteichef, beharrt darauf, dass die Abschiebung das einzige Mittel sei, um Fremdarbeiter daran zu hindern, ihre Kinder als "menschliche Schutzschilde" zu missbrauchen.

Die Ausländer benützten die Kinder als "Baby-Visa", sagte Yishai in einer Sondersitzung der Knesset, in der er als "primitiv" und "Rassist" beschimpft wurde. Yishai sagte in dieser Sitzung auch, dass, wenn es nach ihm ginge, alle 1200 Kinder mit ihren Familien abgeschoben würden.

Auch mit Sara Netanjahu zeigte er sich ungnädig: Sie solle sich an das zuständige Komitee wenden. Sara Netanjahu hatte in einem Brief Yishai "als Mutter von zwei kleinen Söhnen und als Psychologin" (...) "aus ganzem Herzen" gebeten, dass zumindest die meisten Kinder bleiben dürfen.

Elie Wiesel appellierte an den "jüdischen Geist, das jüdische Herz und das jüdische Mitleid". Er sei "besorgt und erstaunt", denn er habe die Juden wegen der selbst erlittenen Leiden für sensibler für das Leid anderer gehalten. Andere Organisationen schlossen sich den Appellen an, etwa auch das Zentrum für Holocaust-Überlebende (COSHI) in Israel. Die Regierung versuche auf diesem Weg "wirtschaftliche und Beschäftigungsprobleme" des Staates zu lösen, hieß es in einem Brief.

Die offiziellen Zahlen sprechen von ungefähr 200.000 - natürlich nicht-jüdischen ausländischen Arbeitskräften aus Asien und Afrika in Israel, es dürften aber mehr sein. Yishai sprach deshalb von einer "existenziellen Drohung für den jüdischen Staat". Die Kritik an der Entscheidung - und die Medien, die diese Kritik verbreiten - bezeichnete er als "voreingenommen" und "scheinheilig". (guha/DER STANDARD, Printausgabe, 17.8.2010)

Kommentar posten
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1 2 3 4
Und weils wahr ist
12
17.8.2010, 15:55
Die Schas-Partei...

...NOMEN EST OMEN, denn was dieser Fanatiker von sich gibt ist ein einziger Stinke-Schas.

Potator
36
17.8.2010, 15:50
Der kleine Unterschied

In Israel - im Gegensatz zu unserem Land - protestieren tausende Menschen (und selbst die Frau des Ministerpräsidenten) gegen die Abschiebung.

Avicenna
 
53
17.8.2010, 15:25

Sollte das Begriffspaar "Deportation von (Gastarbeiter)Kindern - Israel" nicht eigentlich undenkbar sein?

Käptn'
01
17.8.2010, 15:07
Super ist die Werbung mitten im Text:

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Andreas Schneider
01
17.8.2010, 13:13

klingt seltsam vertraut, diese meldung, inklusive "recht muss recht bleiben" und das ignorieren der bedürfnisse von kindern - was in ö. allerdings fehlt ist jemand wie sara netanjahu...

israel ist wie österreich ein einwanderungsland, das sich schwer tut, die einwanderung zu steuern.

in china ist ein sack monsanto reis umgefallen
00
18.8.2010, 17:08

im ignorieren der bedürfnisse der kinder sind deren eltern, wissend um ihre unsichere aufenthaltslage, ja am größten.

bei uns können frauen karrierebedingt bis zu ihren 40igern ohne kinder sein. dort schaffens keine 2 jahre ohne ein neues.

morgen war gestern
00
17.8.2010, 23:00

aber es steuert sie wesentlich besser und humaner als wir es tun. denn bei uns hätte es für den rest der betreffenden personengruppe auch keine lösung gegeben.

Andreas Schneider
00
18.8.2010, 12:15

... und das unter weitaus schwierigeren umständen, ja.

miss chicken
43
17.8.2010, 12:36
und wieder werden die antisemitischen Israel-Basher vorlaut

- allen voran Elie Wiesel und die Organisationen der Holocaust-Überlebenden.

myky
55
17.8.2010, 12:20
liebe redaktion. wieso bekommen wir chronik-nachrichten vom anderen

ende der welt, die gar keine bedeutung für uns haben?

nur, um euer antisem. stammpublikum zu füttern?

und wieso wird dann zb nicht über die afrikanischen flüchtlinge berichtet, die unbedingt nach israel wollen, aber oft in ägypten erschossen werden?

http://diepresse.com/home/pano... 8/index.do

nemo sander
00
17.8.2010, 18:46
war hier zu lesen und das

whacky.rabbid
41
17.8.2010, 15:46
.. weil israelische vertreter bei EUROPÄISCHEN sportwettkämpfen teilnehmen dürfen und andere (afrikaner) nicht!

Andreas Schneider
23
17.8.2010, 13:19

gerade diese meldung finde ich wegen der auffälligen parallele zu österreich (zogaj!) ziemlich interessant. als futter für antisemiten eignet sie sich nur bei ganz besonders ausgeprägtem glashaus-komplex...

leZa
33
17.8.2010, 15:19
solche und ähnliche meldungen

könnten wir von überall auf der welt bekommen.
aber es muss immer das land mit "i" sein, damit die zugriffszahlen hochgehen ...

Andreas Schneider
00
18.8.2010, 12:17

stimmt schon, die probleme gleichen sich weltweit.

immerhin gibt es ähnliche berichte im standard auch zb. über italien.

Drago+
00
17.8.2010, 20:10

Willkommen im Klub ;)

tomatensaft
 
00
17.8.2010, 16:35
Sie haben Einblick in die Zugriffszahlen?

Na dann, bitte her mit diesen Zugriffszahlen! Oder glauben Sie, daß 115 Postings irgendeine seriöse Aussage über Zugriffszahlen bei Artikeln mit dem Land mit dem "i" im Namen zulassen?!

gladio
30
17.8.2010, 16:21

Die Zugriffsazahlen gehen vor allem wegen euren Kommentaren hoch^^

tom krishan1
 
24
17.8.2010, 12:12

was die illegale einreise in israel betrifft, kennen wir ja spätestens seit dem pirateriefall wie das bei denen interpretiert wird.

mal ganz nebenbei gefragt: sind denn ehemalige bewohner israels, die bsw. im zuge der kriege geflohen sind, dann eigentlich auch illegal eingereist?

Pefo
02
17.8.2010, 17:02

Nein, krishan,

wenn sie vor der Einreise um die notwendigen Papiere angesucht haben und diese auch bekommen.

Peter Alpenrausch
14
17.8.2010, 11:28
ARM

die fekter mitzi würd sich im grab umdrehn

da bemüht sie sich um ein superarschlochimage, kriegt bei "heute" trotzdem nur den untersten minitstervote und dann das:

israel will ausländerkinder nicht automatisch die israelische staatsbürgerschaft geben und kriegt damit weltweite schlagzeilen!

wo bleibt da die gerechtigkeit!

gut daß die mitzi ja noch lebt, da erspart sie sich das rotieren

Aurelia Biedermann
10
17.8.2010, 14:41
Israel will die "Ausländerkinder" abschieben.

Nicht ihnen bloß die Staatsbürgerschaft vorenthalten.

morgen war gestern
01
17.8.2010, 23:08

hier, für Sie gefunden: engagieren! http://derstandard.at/128182939... r-aufrecht

morgen war gestern
11
17.8.2010, 22:56

ja, bei einem teil. bei uns passiert das täglich, für wesentlich größere personengruppen. wenn Ihnen das ein dorn im auge ist, darf ich Sie einladen, sich hier vor ort in österreich gegen abschiebungen einzusetzen.

Aurelia Biedermann
00
18.8.2010, 19:19

Und dass Österreich Ähnliches macht, macht die israelische Aktion jetzt besser, oder wie?

Und dass ich mich nicht bereits gegen solche "Gepflogenheiten" engagiere, wissen Sie natürlich auch, eh klar ...

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