Italien auf dem Weg zum Wein-Primus

Thesy Kness-Bastaroli, 16. August 2010 16:51

Rekordernte in Sizilien erwartet: Das Geschäft rund um den Wein bringt jährlich etwa 13 Milliarden Euro

Mailand - Eine Rekordernte mit Spitzenqualitäten in Sizilien erwarten Italiens Winzer für 2010. Der Fachverband der Landwirtschaftsunternehmen Coldiretti rechnet mit einem quantitativen Zuwachs von fünf Prozent auf 47,5 Millionen Hektoliter. "Damit werden wir erstmals Frankreich überflügeln und zum weltweit größten Weinhersteller aufsteigen", kommentierte Coldiretti-Präsident Sergio Marini die Prognose. Das Geschäft "rund um den Wein" macht in Italien etwa 13 Mrd. Euro aus.

Allein mit dem Weintourismus sollen heuer zwei Milliarden Euro (2009: 1, 8 Mrd.) erwirtschaftet werden.

Italiens Weinwirtschaft bekommt die weltweite Konsumkrise kaum zu spüren. Auch wenn der quantitative Verbrauch abnimmt, so wächst der Konsum von Qualitätsweinen. "Es muss das richtige Preis-Leistungs-Verhältnis herrschen", sagte Vinzia Di Gaetano, die gemeinsam mit ihrem Mann Salvatore vor 25 Jahren das Weinunternehmen Firriato gegründet hat. Mit fünf Millionen Flaschen zählt Firriato aus Trapani inzwischen zur Numero uno bei sizilianischen Qualitätsweinen. "Wir haben nicht nur das geeignete Klima, sondern auch das richtige Know-how, und investieren in Innovation", begründete die Unternehmerin den Erfolg.

Nun hat Donna Vinzia ein neues Projekt im Visier. "Inselweine" werden künftig das Angebot erweitern. Auf der Insel Favignana wird im kommenden Jahr auf fünf Hektar erstmals nach hundert Jahren Weininterregnum wieder eine Weinernte stattfinden. "Es handelt sich um Nischenweine, die derzeit stark gefragt sind."

Auch der Österreicher Massimo Lentsch hat auf Lipari, den Äolischen Inseln, mit seinem seit 2008 angebauten Weingarten Tenuta di Castellaro und den dort geernteten "Bianco pomice" (ein trockener Malvasio) und dem Roten "Corinto" (Nero D'Avola) Erfolg. Die Produktion wird heuer auf 25. 000 Flaschen verdreifacht. "Das Besondere hier ist nicht nur das Klima, sondern auch die rein handwerkliche Produktion", sagte Lentsch dem STANDARD. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.8.2010)

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16 Postings
alla riscossa
17.08.2010 09:19
und wenn man

sich ein bisschen einliest, kann man erstens feststellen, dass diese meldungen zur bevorstehenden weinernte tw.schon ein monat alt sind! was aber interessanter ist: man befürchtet tw überproduktionen und damit verbunden spekulation der abfüller, die bei den billigeren weinen bis zuletzt auf ein sinken der traubenpreise warten könnten. wenn man frankreich also überflügelt, dann sicher nicht mit dem sektor der spitzenweine sondern eher mit der massenware!

Poldi Fesch
25.08.2010 22:00
vielleicht

geht aber aus deinem Post nicht wirklich hervor, aus dem Artikel auch nicht. Die Franzosen produzieren ebenfalls viel Schrott

alla riscossa
17.08.2010 09:07
warum muss man

in einer österreichischen tageszeitung "herumitalianisieren"? bringt das leicht mehr autentizität? man wird zur "Numero Uno" statt zur nummer eins, der österreichische weinbauer heißt auf einmal "massimo" nur weil er in italien wein macht?
ist das schon journalismus, wenn man irdeng einen artikel einer ausländischen zeitung halbwegs über setzen kann?

p.s. es heißt "malvasia"!

Zomby Woof
17.08.2010 14:48

Wieso gehst Du davon aus, dass der nicht wirklich Massimo heisst?

Woanders ist übrigens nachzulesen, dass der Mann zwar österreichische Eltern hat, aber in Bergamo geboren ist und auch dort wohnt.

Ivan Bukov
17.08.2010 10:26

A bissl lockerer werden! Das hilft generell im Leben

the academic cyber sense
16.08.2010 21:59

bezüglich weissweine können die italienischen winzer nach österreich in die lehre gehen.

Poldi Fesch
25.08.2010 22:01
das kann die

ganze Welt

Fattone
17.08.2010 08:53

Geh, gegen einen Est Est Est oder einen Orvieto Classico kommt keiner unserer Weine an, finde ich zumindest! Aber darüber kann man wahrscheinlich lange und ewig streiten! :-)

Poldi Fesch
25.08.2010 22:03
das ist aber jetzt

ein Witz, gell

Charly Firpo
27.08.2010 07:48

ganz und garnicht!

Poldi Fesch
27.08.2010 10:08
ah,

Wassertrinker ?

st.laurent
17.08.2010 08:37
na na, so schlimm ist das nicht

ich gebe ihnen recht, dass die ital. weissen nicht ganz unserem geschmack entsprechen, aber einige weisse zb aus dem collio und auch aus südtirol, aber auch einige vermentinos und friulanos sind ganz nach meinem geschmack.
umgekehrt können wir ja auch auf unsere rotweinwinzer stolz sein.

Poldi Fesch
25.08.2010 22:05
" ned wirklich"

ich leb da wie dort. Gute it. Weisze sind ganz herzig, wie gute oest. Rote. Ja, vielleicht haut Sturm Juve raus, wie Razzoli Olympiasieger ist, aber grossisimo modo gilt, Weisz aus Aut, Rot aus It

drugstore cowboy
16.08.2010 21:30

bisserl sehr blauäugig, der artikel.
'Italiens Weinwirtschaft bekommt die weltweite Konsumkrise kaum zu spüren.': hat das der märchenonkel erzählt? generell geht seit jahren der weinkonsum auch in I zurück, verstärkt u.a. durch drakonische strafen bei autofahren mit überhöhten promillewerten. im billigpreissektor sind erlöse von ca. 2000/ha keine ausnahme, und auch im qualitätssegment wirds schwieriger. natürlich gibts immer noch genügend spitzenwinzer, welche überteuerte preise verlangen können, aber repräsentativ für die ital. weinwirtschaft sind sie nicht.

tablespace65
16.08.2010 23:15

2000 Euro oder Liter pro m²?

Dass der "quantitative Verbrauch" wegen der "drakonischen Strafen" für alkoholisiertes Fahren gesunken ist, glaube ich schlichtweg nicht.

Poldi Fesch
25.08.2010 22:10
ist auch ein

Holler. Die Italiener, jedenfalls suedl. v. Bologna haben nie getrunken "wie wir". Was auch in Italien zurueckgeht ist das Mittagessen

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