Geoana darf ein halbes Jahr keine öffentlichen Aussagen zur Parteistrategie treffen - Streit mit Nachfolger Ponta
Bukarest - Das Nationalbüro der rumänischen Sozialdemokraten
(PSD) hat am Montag dem ehemaligen Parteichef und derzeitigen
Senatspräsidenten Mircea Geoana ein sechsmonatiges Redeverbot
erteilt. In dieser Zeit darf Geoana keine öffentlichen Aussagen zur
Parteistrategie tätigen. Der Maulkorb folgt auf einen in den Medien
ausgetragenen verbalen Schlagabtausch zwischen Geoana und seinem
Nachfolger an der PSD-Spitze, Victor Ponta. Sollte sich Geoana der
Entscheidung des Nationalbüros nicht fügen, müsse er die PSD
verlassen, kündigte Ponta an.
"Die PSD kann nicht zwei Entwicklungsrichtungen, zwei
Lenkräder,
zwei Positionen haben", sagte Ponta, der im Frühjahr auf einem
Parteitag gegen Geoana angetreten war und gewann. Geoana sprach
hinsichtlich der Entscheidung des Nationalbüros von "Kohärenz" und
betonte, dass die PSD "eine demokratische Partei" sei.
Es handelt sich also um einen Streit der beiden Politiker und
kaum
um den politischen Kurs der rumänischen Sozialdemokraten. Vorige
Woche hatte Ponta in einem Interview Geoana, der die
Präsidentschaftswahl im Dezember 2009 knapp verloren hatte, als "Bild
des Scheiterns, des Kompromisses, der Niederlagen und Demütigungen"
bezeichnet. Geoana reagierte mit der Aussage, dass diese Attacke
gegen ihn "unanständig" und "unkollegial" sei; Ponta befinde sich in
einer "Wachstumskrise" und sei immer schon "das freche, aber
tolerierte Kind der Partei" gewesen. (APA)