Sicherheitschef der Militärdiktatur gestorben

16. August 2010, 15:50
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Ioannidis war Chef der berüchtigten Militärpolizei ESA - Verbüßte in Athen bis zuletzt lebenslange Haftstrafe - Drahtzieher des Zypern-Putsches zeigte niemals Reue

Athen - Einer der Anführer der griechischen Obristenjunta (1967-1974), Dimitrios Ioannidis, ist am Montag im Alter von 87 Jahren gestorben. Wie griechische Medien berichteten, starb er in einem Krankenhaus im Athener Vorort Nikaia an den Folgen einer Atemwegserkrankung. Ioannidis war einer der Obristen, die die Demokratie in Griechenland am 21. April 1967 gestürzt hatten.

Er war das letzte noch inhaftierte Mitglied der Junta, die von 1967 bis 1974 in Griechenland an der Macht war. Er wurde nach dem Zusammenbruch der Militärherrschaft wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde später aber zu lebenslanger Haft umgewandelt. Anders als mehrere Weggefährten wollte er nicht begnadigt werden und saß bis zuletzt in Haft. Er verbüßte seine Strafe im Hochsicherheitsgefängnis von Korydallos nahe Piräus.

Ioannidis gilt als einer der Anstifter zum Putsch, der im April 1967 von Giorgos Papadopoulos, Stylianos Pattakos und Nikolaos Makarezos angeführt wurde. Er wurde daraufhin Chef der gefürchteten Militärpolizei ESA die hunderte Widerstandskämpfer folterte. Er übernahm nach einem blutig niedergeschlagenen Studentenaufstand im November 1973 bis zu ihrem Ende für wenige Monate selbst die Führung der Junta.

Ioannidis galt als Drahtzieher des Putsches griechischer Offiziere gegen Erzbischof Makarios, den damaligen Präsidenten Zyperns. Der Putsch vom 15. Juli 1974, der den Anschluss der Insel an Griechenland (Enosis) zum Ziel hatte - führte zu einer türkischen Militärintervention, die die bis heute andauernde Teilung Zyperns zur Folge hatte.  (APA/apn)

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