Kern will Berater-Kosten eindämmen

16. August 2010, 14:43
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Bahn-Chef: ÖBB-Reform des Jahres 2003 habe "annähernd 100 Millionen Euro" gekostet

Die "sogenannte Bahnreform" des Jahres 2003 habe den ÖBB "annähernd 100 Millionen Euro für Berater" gekostet, schätzt der neue ÖBB-Holding-Chef Christian Kern. "Anwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Professoren und Lobbyisten haben davon profitiert - nur die Kunden nicht", kritisiert er im "Kurier". Kern will diese Kosten nun radikal drücken. "Wir brauchen einfach mehr Respekt im Umgang mit Steuergeldern", kündigt er weniger Ausgaben für externe Berater an.

Genau ansehen will er sich auch den Vertrag mit der Wiener Anwaltskanzlei Lansky, Ganzger & Partner (LGP). Dabei handle es sich bereits um Nachverhandlungen, ursprünglich habe Lansky einen wesentlich besser dotierten Vertrag gehabt. "Eine Neu-Ausschreibung war gar nicht möglich. In Zukunft werden wir so etwas transparent vergeben", kündigt der ÖBB-Chef an. Auch der aktuelle Vertrag werde "minutiös" abgerechnet: "Es wird sicher kein Geld fließen, wenn keine Leistung erbracht wird" (siehe dazu auch Artikel "ÖBB-Beraterverträge sorgen weiter für Wirbel").

Kritik an Lopatka

Bezüglich der anhaltenden Kritik aus ÖVP-Reihen an den Bundesbahnen findet es der Holding-Chef "bemerkenswert", welches Verhältnis manche Eigentümer zu ihrem Eigentum hätten. ÖVP-Staatssekretär Reinhold Lopatka habe heuer in 700 Presse-Meldungen die ÖBB kritisiert. "Wenn man so viel Verantwortung für die Entwicklung des Unternehmens trägt wie die ÖVP, ist es nicht fair, vorzugeben, man hätte nichts damit zu tun. Die Gesetze und Reformen, die unter Schwarz-Blau 2003 beschlossen wurden, sind die Wiege vieler unserer Probleme. Hätte es die nicht gegeben, hätten wir nicht so viel Sanierungsbedarf", so Kern. (red)

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