Hexenkessel motiviert Violett

16. August 2010, 19:49
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Austria Wien zu Gast in Saloniki - Daxbacher muss im Auswärtsmatch gegen Aris auf Ortlechner und Junuzovic verzichten

Saloniki - Austria Wien startet am Dienstag als erste der vier österreichischen Vertreter in die finale Europacup-Qualifikation. Der heimische Fußball-Vizemeister gastiert um 18 Uhr in Nordgriechenland, die letzte Hürde auf dem Weg in die Gruppenphase der Europa-League ist Cup-Finalist Aris Saloniki. Empfangen wurden die Violetten am Montag in der zweitgrößten Stadt des Landes von 36 Grad Celsius. Heiß hergehen wird es auch im als Hexenkessel bekannten Kleanthis-Vikelidis-Stadion.

"Das ist mit Sicherheit der bisher schwierigste Gegner", ist Trainer Karl Daxbacher überzeugt, dass Aris über die ersten beiden Gegner Siroki Brijeg und Ruch Chorzow zu stellen ist. "Aber ich bin überzeugt, dass auch diese Aufgabe lösbar ist. Ich habe ein gutes Gefühl", fügte der Niederösterreicher hinzu. Da wusste er allerdings noch nicht dass er ohne Verteidiger Manuel Ortlechner (erlitt im Cup am Samstag eine Knöchelverletzung) und Zlatko Junuzovic (Oberschenkelblessur) wird auskommen müssen. Beide konnten am Abschlusstraining am Montag nicht teilnehmen. Für Ortlechner wird Georg Margreitter nachrücken.

Damit dürfte vor Tormann Heinz Lindner (20) mit Aleksandar Dragovic (19) und Margreitter (21) eine zusammen gerade einmal 40-jährige Zentralabwehr stehen.

DVD-Analyse

Live beobachten konnte die Austria den Gegner nicht, denn die griechische Meisterschaft startet erst Ende August. Aber Daxbacher hat die beiden Quali-Partien von Aris gegen Jagiellonia Bialystok auf DVD analysiert und weiß nun "relativ gut bescheid".

"Wer 14 Legionäre im Kader und einen Startrainer wie Hector Cuper hat, muss Qualität haben", merkte Daxbacher an. Von einer griechischen Wirtschaftskrise sei nichts zu bemerken. "Die dürfte am Fußball vorübergegangen sein."

Ein Auswärtstor ist das Ziel

"Ich habe vollstes Vertrauen in meine Spieler. Margreitter hat sich sehr gut weiterentwickelt", versicherte der Austria-Coach. Daxbacher will auf keinen Fall ein reines Abwehrgefecht liefern, sondern im Idealfall eine ähnliche Leistung wie beim 3:1-Auswärtserfolg in Polen gegen Ruch sehen. "Da hatten wir viel Ballbesitz und haben gut kombiniert. Das wäre erstrebenswert. Wir haben vor, auch nach vorne zu spielen und ein Auswärtstor zu erzielen."

Auch Julian Baumgartlinger und Tomas Jun sind leicht angeschlagen, sollten jedoch spielen können. Die Offensivabteilung der Wiener bietet mit Marko Stankovic nun wieder eine Alternative mehr, der Steirer hat sich von einem Mittelhandbruch erholt und im Cupmatch zwei Treffer markiert.

Motivationsschub

Roland Linz hat im Aris-Stadion bereits getroffen, nämlich im UEFA-Cup 2007/08 für Sporting Braga (Endstand 1:1). "Es war der absolute Hexenkessel. Es war schon unglaublich, was sich dort auf den Rängen abgespielt hat", erinnerte sich der ÖFB-Teamstürmer, der an eine positive Wirkung der Atmosphäre für sein Team glaubt: "Wir freuen uns alle schon sehr auf das Match. Solch eine laute und hitzige Atmosphäre motiviert einen als Spieler umso mehr. Es fällt leichter, in solch einer Partie das Letzte aus sich herauszukitzeln."

Auch Daxbacher glaubt, dass die Stimmung seine Kicker eher beflügeln wird: "Meinen Spielern ist ein lautes, volles Stadion lieber als ein Geisterspiel wie gegen Brijeg." Damals hatten die Wiener aufgrund einer UEFA-Strafe im leeren Horr-Stadion spielen müssen.

Violette Vorteile

Sport-AG-Vorstand Thomas Parits weiß, dass alleine schon die Arbeit von Aris-Trainer Cuper für Qualität bürgt. "Mit Cuper haben die Griechen einen Trainerfuchs auf der Bank. Wir werden zweimal einen guten Tag brauchen", meinte Parits, der die noch nicht begonnene griechische Meisterschaft und das Heimrecht im Rückspiel am 26. August als möglicherweise entscheidende Vorteile für sein Team sieht.

Schaltet die Austria die Griechen aus, dann würde sie zum bereits fünften Mal seit 2004 in der Gruppenphase des UEFA Cups bzw. des Nachfolgebewerbs Europa League stehen (bisher 2004, 2006, 2007, 2009). Finanziell würde das ein nicht budgetiertes, aber natürlich gern gesehenes Plus ergeben. Wirtschafts-Vorstand Markus Kraetschmer schätzt den Wert der Gruppenphase für die Wiener auf rund eine Million Euro.

"Angesichts der Investitionen der vergangenen Jahre wäre das ein warmer und gut tuender Regen für uns", so Kraetschmer. Die Austria hat in den vergangenen drei Jahren mehr als 20 Millionen in die Akademie und den Um- bzw. Ausbau des Horr-Platzes investiert. (APA)

Mögliche Aufstellungen zum Hinspiel der vierten und letzten Qualifikationsrunde (Play-off) der Fußball-Europa-League Aris Saloniki - Austria Wien (Dienstag, 18.00 Uhr MESZ/live ORF 1, Kleanthis-Vikelidis-Stadion, SR Maxim Lajuschkin/Russland):

Aris: Sifakis - Neto, Ronaldo Guiaro, Lazaridis, Michel - Prittas, Nafti, Javito, Toja - Cesarec, Koke. Ersatz: Juanma - Oriol, Kouloucheris, Kaznaferis, Mendrinos, Cesnauskis, Ruiz, Agtsidis, Adu, Papazaxarias, Aravidis, Oikonomopoulos, Katidis

Es fehlt: Calvo (angeschlagen)

Austria: Lindner - Vorisek, Dragovic, Margreitter, Suttner - Klein, Baumgartlinger, Hlinka, Liendl - Linz, Jun. Ersatz: Almer/Safar - Salomon, Tiffner, Troyansky, Leovac, M. Wallner, Schumacher, Stankovic

Fraglich: Baumgartlinger (Wadenblessur), Jun (Kniebeschwerden)

Es fehlen: Ortlechner (Knöchelverletzung), Junuzovic (Oberschenkelblessur), Acimovic (Knieverletzung)

Rückspiel am 26. August (Donnerstag) um 19.00 Uhr im Wiener Horr-Stadion. Der Aufsteiger steht in der Gruppenphase der Europa League

Der Weg ins Play-off:

Aris Saloniki: 3. Runde: Jagiellonia Bialystok 2:1 (a), 2:2 (h)

Austria Wien: 2. Runde: Siroki Brijeg 2:2 (h), 1:0 (a) 3. Runde: Ruch Chorzow 3:1 (a), 3:0 (h)

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    Veilchen-Coach Daxbacher: "Bin überzeugt, dass auch diese Aufgabe lösbar ist. Ich habe ein gutes Gefühl"

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