Kombi Diabetes und Depression ist gefährlich

16. August 2010, 13:49

Negative Folgen in dieser Kombination besonders hoch - Experten fordern gezielte Untersuchung von Menschen mit Depressionen auf Typ-2-Diabetes

Berlin - Menschen mit Depressionen haben ein erhöhtes Risiko, an der Zuckerkrankheit Typ-2-Diabetes mellitus zu erkranken. Aber auch eine bestehende Diabetes-Erkrankung erhöht das Risiko, eine Depression zu entwickeln. Kommen beide Erkrankungen zusammen, potenzieren sich die negativen Folgen für Lebensqualität und Lebensdauer der Betroffenen, darauf machen diabetesDE und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) in einer Aussendung aufmerksam und fordern deshalb eine bessere psychologische Betreuung von Diabetikern.

Jede chronische Erkrankung kann das Risiko für eine Depression oder depressive Verstimmungen erhöhen. Das erhöhte Risiko von Diabetikern an Depressionen zu erkranken und die negativen Auswirkungen beim Vorliegen beider Erkrankungen seien durch Studien gut belegt. Im Vergleich mit Diabetikern ohne Depressionen leiden depressive Diabetiker elf Mal häufiger unter Komplikationen an den kleinen Blutgefäßen. Die Gefahr von Schädigungen an den großen Gefäßen, die zu Durchblutungsstörungen oder Herzinfarkt führen können, ist um das 2,5-Fache erhöht.

Krankheiten beeinflussen sich gegenseitig

 Die negativen Folgen sind bei Diabetes jedoch besonders hoch: Eine erfolgreiche Behandlung des Diabetes erfordert die aktive Mitarbeit des Patienten. "Depressionen stellen hierbei ein große Barriere dar, da sie sowohl die Motivation zur Behandlung als auch die Durchführung der Therapiemaßnahmen nachhaltig erschweren", betont Bernhard Kulzer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Psychologie und Verhaltensmedizin der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und Geschäftsführer des Forschungsinstitutes der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM), in einer aktuellen Veröffentlichung. Damit steige die Gefahr von Spätkomplikationen des Diabetes wie Verlust des Augenlichts, Fußamputation oder Dialysepflicht. Auch die Schwankungen im Blutzucker, die bei vielen Diabetikern auftreten, belasten die Betroffenen emotional.

Umgekehrt haben Menschen mit Depressionen ein erhöhtes Risiko an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Das liegt zum einen daran, dass die Depression die Risikofaktoren Übergewicht und Bewegungsmangel verstärkt. Außerdem ist die psychische Erkrankung selber ein unabhängiger Risikofaktor: Depressive Störungen können mit einem stressbedingten Anstieg der Kortisolwerte im Blut einhergehen. Dieses Hormon fördert die sogenannte Insulinresistenz, das heißt das körpereigene Insulin ist vorhanden, führt aber nicht in ausreichendem Maße zum Einbau des Zuckers aus dem Blut in die Körperzellen.

Die deutschen Diabetes-Experten fordern daher, dass Menschen mit Depressionen gezielt auf einen Typ-2-Diabetes untersucht werden. Betroffene Diabetiker benötigen außerdem eine psychologische Betreuung, vor allem zu Beginn der Erkrankung, und wenn erstmals Spätkomplikationen auftreten. Ein Verzicht auf eine psychologische Betreuung verschlechtert nicht nur Lebensqualität und Lebensdauer der Diabetiker. (red)

Links

diabetesDE
Deutsche Diabetes-Gesellschaft

Publikation zum Thema

B. Kulzer, N. Hermanns, J. Kruse
Diabetes und Depression - Risiken und Zusammenhänge
Diabetologe 2010; 6: 255-265

Kommentar posten
25 Postings
Chocoholic
00
20.8.2010, 21:08
Ich dachte, es wäre alles nur, weil sie so fett sind....

depressiv, weil dick und diabetes 2 weil dick. Also doch nicht so einfach, wie in den headlines des letzten Jahres eingesetzt?

Clemens Schwarz
00
16.8.2010, 21:09
ja und selber zahlen sollen sie es auch

die Behandlung für Erwachsene wird zu 100% nicht bezahlt.

doppelstaatsbürger bananien und tuvalu
01
16.8.2010, 19:53

ich hatte in meinem ersten posting nicht genug platz.

Depression beim diabetiker hat vor allem mit hormonen zu tun, die auch den fettstoffwechsel regulieren.
Zuckerschwankungen sind ganz klar feind der testosteronproduktion. Genauso wie vitaminmangel und schlappe muskeln. Zu wenig testosteron = Depression.
Daher sport, vitamine supplementieren (Vitamin B, E) und messen, statt schlapper krankengeschichten und blutdruckmittel. Macapulver und/oder tribulus terrestris kann ich auch sehr empfehlen.

doppelstaatsbürger bananien und tuvalu
01
16.8.2010, 19:27
Alles andere als vollfit zu sein ist für diabetiker nicht gut genug!

Bin typ einser und kenne meinen körper gut, sehr gut.

1.Blutzucker messen.
2.Eine bekannte diabetesexpertin hat mir gesagt " Sport ist Mord" und supplements braucht doch ein diabetiker nicht. Grundfalsch!

Vitamin B Komplex supplementieren, Vitamin E supplementieren, Sport und Bewegung regelmäßig. Keine kurzen zucker essen, braucht man für nichts, vor allem nicht in kombination mit fett. Wenn man ausreichend LCarnitin und B Vitamine zu sich nimmt, bekommt man auch den etwas gestörten fettstoffwechsel in den griff und muss nicht mit dem röllchen herumrennen. Beim laufen immer ausreichend traubenzucker mitnehmen und ab geht die post. Man kann mit diabetes 1 und auch 2 fit wie ein turnschuh sein- alles andere ist schwach!

Bonair
21
16.8.2010, 22:32

Die Ärztin würd ich nicht ernst nehmen, Sport ist bei so gut wie jeder Krankheit eine sinnvolle Ergänzung zur Therapie, wenn nicht sogar therapeutisches Mittel an sich.
Nicht ganz kann ich aber die Forderung nach Vitamin B-Einnahme nachvollziehen. Es schadet zwar nicht, aber einen Mangel haben nur die radikalen Alkoholiker und Veganer.
Was DM Typ 2 und Fitness angeht: Wären die Leute fit, hätten sie nicht den Diabetes. Es ist halt leider nicht zu den Köpfen der Leute durchgedrungen, dass dieser Diabetestyp mit Sport und Ernährungsumstellung heilbar ist - und selbst wenn, ist der Wille oft zu schwach.

oink!
01
17.8.2010, 00:29

ich bilde mir ein, dass die supplementierung mit Vitamin B den fettstoffwechsel verbessert und ganz allgemein in spannungszuständen oder nach korperlichem stress das wohlbefinden unterstützt.

Eigentlich wollte ich hier nur meinen senf dazugeben, wie und was ich mache, da ich die tücken der krankheit kenne. Es gibt leider so gut wie keine Literatur zu Diabetes und Sport, vielleicht "etwas" extremere Dinge wie Bergläufe oder Mountainbiken, oder Triathlon also ausdauersport und kraftausdauersport: Denn da ist das Handling nicht immer ganz leicht und immer etwas verwegen und experimentell, vor allem im kraftausdauersport. Hier wäre ja die konstante blutzuckeruhr der totale bringer! Aber mit der kann man ja keine streiferl verkaufen..,

peter m2
 
00
16.8.2010, 17:23
diabetes 2

sehr gehrte herrn!
bis seit 19185 typ 2, insulinpflichtig, lebe die meiste zeit in thailand, dort kein problem mit dem scharfen essen. zu hause 2-3 monate geht der zucker wieder etwas höher bis 180. gehe auch jedes ins spital zum check, damit ich wieder bescheid weis über meinen körper, die zehen sind schlecht durchblutet, habe hier keine schmerzen nur zu hause in der winterzeit. kann alles essen dank basis-bolus system. nehme insulin lantus und humalog, blutdrucktabletten, blutverdünnung, die augen wurden geläsert, aber dzt. kein problem. so kann ich sagen, daß ich mit 65 ein gutes leben führen kann.

DagmarRehak
 
10
17.8.2010, 07:04

Sie können ja hier auch scharf essen.

Attila der Hunnenkönig
 
08
16.8.2010, 17:23
Die WGKK

Hat die Meßstreifenzuordnung gekürzt - jeder soll es im "Gefühl" haben. Aber eine Messung ist eine Messung. Es wird am falschen Platz gespart.

Birgit 68
00
12.2.2011, 11:49
Genetisch vorbelastete sollten bereits als gesunde lernen, ein Gefühl für ihren Blutzuckerspiegel/Puls zu entwickeln.

Das erinnert mich sehr an die "Herzschrittmacher", wie ich die Pulsmessgeräte für Ausdauersportler gerne scherzhaft nenne.
Auch hier wird gerne Schindluder getrieben.
Gut, wenn jemand einmal zucker.- oder herzkrank ist, dann hat er das Gefühl für seinen Blutzuckerspiegel oder den richtigen Belastungspuls bereits längst verloren. Da müsste weit früher angesetzt werden, aber für echte Vorsorgemaßnahmen gibt es halt keine so starke Lobby wie für die medizinische Behandlung.

DagmarRehak
 
10
17.8.2010, 20:12
Sag, Attila...

Könntest du einmal ausprobieren, ob man so ein Ding noch einmal verwenden kann? Einmal kurz durchspülen, trocknen lassen und schauen, ob's noch einmal funktioniert.
Die Streiferlhersteller tun vielleicht nur so, als ob man die Streiferl nur einmal verwenden kann. Bei den Stechern tun sie ja auch so, als dürfte man sie nur einmal verwenden, aber da würden die Leute nicht so einfach auf eine elektronische Sicherung reinfallen.

Attila der Hunnenkönig
 
00
22.8.2010, 17:46
Tut mir leid

aber ich kann erst heute antworten. Ich habe es nicht ausprobiert und kann davon auch nur abraten. Bei einer Auswaschung ist die Frage welches Reinigungsmittel verwendet wird und wie sich das auf die chemische Zusammensetzung auswirkt. Ausserdem ist niemals gewährleistet, dass alles vom alten Blut ausgewaschen wird und nicht Rückstände bleiben die das neue Messergebnis verfälschen. => keine Waschung!

DagmarRehak
 
00
22.8.2010, 18:50

Na gut, dann probier ich es selber einmal bei Gelegenheit aus.
Es wird aber letzten Endes nichts anderes übrig bleiben, als eine Methode zu finden, mit der man billiger Blutzucker messen kann.

DagmarRehak
 
10
17.8.2010, 07:09

Die Messstreifen sind maßlos überteuert. Da muss sowieso was Neues her.
Vielleicht haben die Chinesen was erfunden.

Bonair
00
17.8.2010, 22:55

Messstreifen gibt's gratis im Austausch für eine Krankenkassenverordnung. Wenn Sie zu wenig kriegen, fragen Sie einfach nach mehr, die meisten Diabetesambulanzen geben einem bereitwillig 200 Stück.

DagmarRehak
 
00
22.8.2010, 18:51

Ohne Diabetes kriegst überhaupt keine gratis, und mit auch nur eine sehr begrenzte Stückzahl.

oink!
00
17.8.2010, 14:21

da geht es wie bei vielen dingen nicht um die erfindung, sondern um die zulassung, genaugenommen um die US FDA zulassung. Und die FDA ist ja wie sie wahrscheinlich wissen keine unabhängige zulassungsstelle, sondern wird durch die weltgrößten Pharmariesen direkt gesteuert - Das "streiferlgeschäft" ist ja kein schlechtes.

Als diabetiker hat man halt mit der manifestation der krankheit quasi ein abonoment auf seine diabetes care service provider - immer streiferl, immer insulin und wow, die innovation! alle paar jahre einen pen in einer anderen farbe!
Viel billiges wegwerf plastik und ein skrupelloses Mördergeschäft, wo niemand ernsthaft auf den preis einfluß nimmt.

MAKE MORE PROFIT - wie bei den banken.

Bonair
00
17.8.2010, 23:22

Und weswegen hat Pfizer dann 2.3 Milliarden $ Strafe gezahlt für das Bewerben von Lyrica für Indikationen, für die die FDA keine Bewilligung erteilt hatte?
Und wie zahlt sich das für Pfizer aus wenn sie weder Insulin im Angebot haben (sondern nur Sulfonylharnstoffe, Miglitol und Chlorpropamid) noch Messgeräte oder Streifen herstellen/vertreiben?

DagmarRehak
 
20
17.8.2010, 14:41

Dann nimmt man halt die nicht-zugelassenen aus China oder Indien. In der Zeitung steht dann zwar: "XXX warnt vor gefälschten Zuckermessstreifen aus dem Internet - zu niedrige Preise können Ihnen zu viel Geld für zuckerhaltige Lebensmittel übrig lassen!!!", aber das sollte niemanden stören.

oink!
00
17.8.2010, 17:20

eigentlich bin ich hauptsächlich wegen der dortigen schauderhaften arbeitsbedingungen kein freund von billigstprodukten aus china oder indien - denn da kommt der preis ja nur durch hungerlöhne zustande und diese zustände muss ich nicht auch noch willentlich fördern.

DagmarRehak
 
20
17.8.2010, 20:09

Das mit den Arbeitsbedingungen glaub ich nicht. Das ist nur das, was der hiesige Fernsehzuschauer sozialpornolüstern gern im Fernsehen sieht.
Aber ich weiß, dass die Chinesen eine ganz andere Einstellung zu Erfindungen haben. Da soll nicht der, der es erfunden hat, der alleinige Nutznießer seiner Erfindung sein, sondern er soll es nach ganz China hinaus tragen und alle damit glücklich machen.
Wenn ich Chinesisch könnte, wär ich schon im chinesischen Google und hätte sicher schon was gefunden.

oink!
00
17.8.2010, 17:09

bekommt man die streiferl nicht auf kasse?

was ich eigentlich mit meinem beitrag sagen wollte, und was mich auch maßlos aufregt ist, dass sich aufgrund dieser systematik und vor diesem hintergrund brauchbare messsysteme (solche die ohne wegwerfzubehör auskommen), den markt nie erreichen werden. Es gab ja mal eine innovation, die glucowatch, die gleich von den meinungsmachern und lobbyisten verteufelt wurde. Dabei ist ein zb ein permanentes messystem für den sport zb super. Es gibt ein Gerät von Abbot (FreeNavigator oder so) Kostet EUR 1000 und sie haben WIEDER eine elektrode (mit code) eingebaut, die man alle 5 Tage! wechseln muss. 6 dieser wechseldinger kosten EUR 300!

DagmarRehak
 
10
17.8.2010, 20:04

Ja, aber viel zu wenig.

Mich ärgert das auch, dass praktisch alle Systeme mit einer elektronischen Bezahlsicherung versehen sind (aber nicht mit einer Funktioniersicherung). Ich bin mir aber sicher, es geht ganz einfach, den Blutzucker ohne Ausbeutung zu messen. Einer von den fast 2 Millionen Chinesen hat da sicher schon was erfunden. Ich such mir einmal einen dicken alten diabetischen Chinesen und frag ihn, was er macht. Da wird er milde lächeln, einen Streifen Zeitungspapier an seinen Blutstropfen halten und mir dann zeigen, dass man am Muster auf 10 mg/dl genau erkennen kann, wie süß das Blut ist.
Oder vielleicht auch ein komplizierteres Gerät wie die modernen, die ja überall beworben werden. Wenn man einfach nur das Ding, mit dem gemessen wird, nicht jedes Mal wegschmeißen müsste, sondern wieder verwenden könnte. Aber da sind offenbar so Nummern drauf, so wie auf den Gutscheinen vom Billa, damit man nicht ein zweites Mal den Gutschein einlösen kann.

feneks
00
17.8.2010, 22:01
optische Teststreifen

wer die elektronischen Sicherungen nicht haben will kann sich ja mit den klassischen optischen Messtreifen spielen. Sind in der Handhabung etwas schwieriger aber für die Meisten sicher ausreichend. Funktionieren dann übrigens ähnlich wie optische pH-Streifen.

Ach, viel billiger sind die aber auch nicht.

Toeris
02
16.8.2010, 13:54

Wie im Artikel schon geschrieben, in Deutschland achtet man darf und forscht auch. Bei uns hat sich noch nicht mal anständige Diabetes-Behandlung durchgesetzt. Da gilt die Erkrankung noch als Charakterschwäche genau so wie Depression.
Die österr. Antwort auf den Themenkomplex:
Reiß di zaum!

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