Videoportal Hulu: Fit für die Börse

16. August 2010, 12:58
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YouTube-Konkurrent bereitet Zwei-Milliarden-Dollar-IPO vor

Das weltweit zweitgrößte Videoportal  http://www.hulu.com zieht es an die Börse. Noch in diesem Herbst will der YouTube-Konkurrent erstmals eigene Aktien verkaufen. Mit Investmentbanken steht das Hulu-Management dafür bereits in Gesprächen, berichtet die New York Times unter Berufung auf Unternehmenskreise. Ein Börsengang kann die Plattform mit mehr als zwei Mrd. Dollar bewerten. Allerdings hat Hulu für ein Initial Public Offering (IPO) keine Erfolgsgarantie.

Zwar war der bisher ausschließlich kostenfreie und werbefinanzierte Video-Streamingdienst mit Einnahmen von über 100 Mio. Dollar im Vorjahr bereits profitabel. Zudem versucht Hulu die Attraktivität im Kerngeschäft für Werbetreibende stets zu verbessern. Dennoch hat das Joint Venture von News Corporation, Walt Disney, NBC Universal und der Private-Equity-Gesellschaft Providence Equity Partner mit Hulu Plus zuletzt ein kostenpflichtiges Zusatzangebot angekündigt, das TV-Shows und Videos auf Smartphones, Blu-ray-Player oder Sonys PlayStation bringt.

Gegenwind für Börsengang

Mit dem monatlich 9,99 Dollar teuren Dienst haben vornehmlich Hulus Content-Partner, zu denen namhafte Fernsehstationen und Filmstudios zählen, ihr Interesse an stärkeren Einnahmen durchgesetzt. Allerdings ist umstritten, wie viele User letztlich tatsächlich bereit sind, für Hulu Plus zu bezahlen. Im Zuge eines Börsengangs will Hulu das ohnehin bereits größte Gegengewicht zu YouTube weiter erhöhen. Analysten zufolge kann die lange unprofitable Google-Tochter aber in diesem Jahr ebenso Gewinne bringen. Mit rund 144,5 Mio. Usern verzeichnete YouTube im Juni laut comScore etwa die sechsfache Besucherzahl von Hulu. 2006 kaufte Google das Portal für 1,65 Mrd. Dollar.

Neben der direkten Konkurrenz kann der wieder entdeckte Trend zu IPOs einen Hulu-Börsengang gefährden. So will sich in den USA in diesem Jahr eine Reihe von Konzernen auf das Parkett wagen. Neben der Spielwarenkette Toys "R" Us bereitet etwa der Autokonzern General Motors ein IPO vor. Angesichts der bevorstehenden Börsengänge können Interesse und Nachfrage vonseiten potenzieller Investoren jedoch schnell erschöpft sein. (pte)

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