Einkommen

Österreicher stecken mehr Geld ins Auto als in Kids

16. August 2010, 12:42

Studie: Wohnen ist der größte Ausgabenposten bei Armen, Reichtum zeigt man mit teuren Autos

Salzburg - Arme und Reiche in Österreich geben ihre Einkommen sehr unterschiedlich aus: Das unterste Einkommensviertel investiert 40 Prozent des Haushaltsbudgets in das Wohnen inklusive Energie und vier Prozent in den Verkehr. Das oberste Viertel gibt hingegen 18 Prozent für Wohnen und Energie aus, aber fast 25 Prozent für den Verkehr, geht aus einer Studie hervor, die Reinhold Popp von der Fachhochschule Salzburg für Zukunftsforschung erstellt hat.

"Es gilt: Je höher das Einkommen, desto höher der Ausgabenanteil für den Pkw." Offensichtlich signalisiere das Auto Kaufkraft und werde - wie alle Konsumerhebungen zeigten - als Unterscheidungsmerkmal immer wichtiger, folgerte Popp.

Ein Fünftel für Wohnen

Durchschnittlich geben die Österreicher fast ein Fünftel des Haushaltsbudgets für Wohnen inklusive Energie aus, wobei Eigenheimbesitzer rund 23,2 Prozent, Haushalte von Mietobjekten ca. 21,6 Prozent dafür berappen, so Popp. Seit 1954 haben sich die Ausgaben für das Wohnen fast verdoppelt, sie stiegen von zwölf auf 21 Prozent des Haushaltseinkommens. Gründe dafür sind, dass sich die Wohnqualität wesentlich verbessert hat und den Menschen eine deutlich größere Wohnfläche zur Verfügung steht.

An zweiter Stelle steht mit über 16 Prozent schon der Verkehr: Fast jeder sechste Euro wird vom Pkw geschluckt. Dagegen fällt der Ausgabeanteil für den Öffentlichen Verkehr mit einem Anteil von weniger als einem Prozent deutlich geringer aus. Die gefahrenen Kilometer haben sich in den vergangenen 40 Jahren verachtfacht, die Zahl der Pkw stieg auf das Zehnfache. Rund 17 Mrd. Euro geben die Österreicher jährlich für das Auto, Zubehör und Treibstoff aus, führte der Zukunftsforscher aus. "Inzwischen übertreffen die Pkw-Ausgaben die Ausgaben für Kinder deutlich." Verantwortlich dafür seien insbesondere die höheren Einkommensklassen. Auch im durchschnittlichen Zeitaufwand schlage der Verkehr deutlicher zu Buche als die Kinderbetreuung.

Weniger als ein Fünftel für Nahrung und Kleidung

Die deutlich gestiegenen Ausgaben seit 1954 für den Pkw und das Wohnen können durch die Verbilligung anderer Konsum-Positionen ausgeglichen werden: Lediglich 13 Prozent des Haushaltsbudget werden für Ernährung und alkoholfreie Getränke und 5,6 Prozent für Bekleidung sowie Schuhe ausgegeben: Die Ausgaben für Nahrung sowie Kleidung liegen unter 19 Prozent , erläuterte der Wissenschafter. Mit rund 15 Mrd. Euro geben die österreichischen Haushalte für Freizeit, Sport und Hobby ungefähr so viel aus wie für die Ernährung, nämlich 13 Prozent. Für den Besuch von Gasthäusern, Restaurants und Kaffeehäusern werden 5,4 Prozent investiert. Gestiegen sind die Ausgaben für Gesundheit (3,1 Prozent) und Bildung (0,8 Prozent).

Mit gestiegener Kaufkraft habe sich das Schwergewicht in Richtung der dauerhaften Konsumgüter verschoben. Während 1954 noch 42,5 Prozent des Haushaltseinkommens für Lebensmitteleinkäufe verwendet worden seien, wären es im Jahr 2004/05 nur noch zwölf Prozent gewesen, so der Zukunftsforscher. Der über lange Zeit wirkende Trend zu mehr Kaufkraft je Beschäftigtem sei seit einigen Jahren stark eingebremst, für die untere Hälfte der Verdiener sei er überhaupt gestoppt. Allerdings sei zu beachten, dass die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen die Haushaltsbudgets der Familien deutlich verbessert habe. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 132
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mbli
00
17.8.2010, 08:57
auf diesen schwachsinnigen vergleich muss man einmal kommen!

OttotheBusdriver
00
17.8.2010, 08:49
Erklärungsversuch für die Verwendung scheinbar cooler Wörter

Kids: kennt man aus der Werbung und TV-Filmen, sind immer lustig, fröhlich, aber auch altklug und belesen, interessieren sich für Literatur, treiben Sport, bekommen 1er in der Schule und erfreuen auch Nachbarn und Omas.

Kinder: machen in die Hose, schreien, schlagen Türen zu, werden kurz vor der Urlaubsreise krank, verlangen Markenkleidung und teure Handy, zerkratzen die Möbel, legen Feuer, kosten Nerven und Geld und sind der Grund auch letzten Freunde zu verlieren.

Wie gesagt, nur eine Versuch dieses Denglisch Neusprech zu erklären.

der wahre Hagen von Tronje
00
17.8.2010, 08:46
Das glaube ich so nicht...

... dass mehr Geld fürs Auto als für die Kinder ausgegeben wird. Den Aufwand fürs Auto kann man halt leichter zusammenrechnen. Sind bei den Ausgaben für die Kinder auch Kosten für eine grössere Wohnung zB eingerechnet worden ? Oder die Ausgaben für einen kindgerechten Urlaub ? Hat man nur Konsumausgaben berücksichtigt, oder auch Zahnspange, Nachhilfe, technischen Krimskram ???

linker Schlechtmensch
01
17.8.2010, 08:22
Wenn

schon "Österreicher stecken mehr Geld ins Auto als in Kids" dann "Österreicher stecken mehr money in cars als in Kids"

boris2
01
17.8.2010, 08:08
Kids ist ein Unwort

systemfehler1
04
17.8.2010, 07:05
Ja weil´s auch so einfach ist.

Kinder bekommt man nicht auf Kredit, man kann sie nicht leasen, pimpen, oder mit -zig tausend Watt anlagen versehen, Obendrein macht ein schicker Stern, Bayrischer, oder Stelzenporsche, auch wenn er der Bank gehört, einen enorm starken Fuß vor Gemeindebau, Eissalon oder Heurigen.
Obenrein kann man noch ein bisserl penzen, dass die Regierung schuld am Melken der Autofahrer ist, dass das Parken und die Versicherung zu teuer, der Sprit sowieso und überhaupt!!

Wieso sind Autos noch keine Sozialleistung?
Wer braucht Kinder?

Und überhaupt sind wie Opfer.

Nebenbei: Zensur einbremsen!!

schafmeister
00
17.8.2010, 06:59
Werteumkehr

Des Österreiches liebstes Kind ist sein Auto.

fatal sozial
00
17.8.2010, 00:57
abgesehen davon..

...dass es einen fetten brummer "braucht", um die kinderchen zur schule zu fahren, weil der schulweg wegen des starken verkehrs zu gefährlich geworden ist oder es inzwischen keine alternativen mehr gibt, wird es immer offensichtlicher, dass unsere gutverdienende mittelschicht lieber die ideale geistloser zombies übernimmt. hat das tradition?

Auslandsösterreicher
00
17.8.2010, 08:59
andererseits...

Endlich ein Argument für den SUV in der Altstadt, weil die Kinder so groß (McDonalds, keine Bewegung weil immer chauffiert werden?) sind, die Megaschulranzen sonst einen Anhänger nötig machen und österreichische Durchschnittsfamilien so kinderreich sind, dass nur Autos mit 3 Sitzreihen in Frage kommen.

Balrok Gauron
00
17.8.2010, 00:51

Ein Kind ist sicher vieel teurer als ein Ferrari mit jährlichem Motoraustausch. Psychiater, Nachhilfe, Schulgeld, Markenkleidung, Ausflüge, Sommerurlaube, Haustiere, Allergien, Windeln, Verdienstentgang, schlechter Ruf in der Firma, jeder Autokauf macht mehr Freude.

Es sollten nur besonders staatlich geprüften Eltern erlaubt sein österr. Kinder aufziehen zu müssen.

nest68
00
17.8.2010, 00:48
brum brum

deshalb mehr autos als kids in wien.

systemfehler1
00
17.8.2010, 07:17
Gratisgaragen statt Gratis-Kindergarten?

Deanna Troy
00
17.8.2010, 00:25
Mit den Autos transportiert man dann die Kinder ...

je mehr Kinder in einer Familie desto grösseres/teureres Auto... und, was habt Ihr damit bewiesen???

desperate wife without house
01
17.8.2010, 00:04

lol - der vergleich mit 1954 :-)))

das waren noch zeiten! vor jedem haus ein parkplatz, nix hat man dafür gezahlt ... dafür sind in der generation die babys wohl öfter im auto als im kinderwagen gesessen.
nicht, dass ich damals schon auf der welt war - aber der stolz des opas auf das erste auto war ungefähr so, als hätte man ihm einen orden verliehen. das foto hat heute noch einen ehrenplatz im album.

die zahl der pkw hat sich verachtfacht - tja

die geburtenrate hat sich geviertelt

wäre noch die hunde und katzenpopulations-entwicklung interessant

werinais
00
16.8.2010, 22:37
na daun ...

tuan ma des Kindergeld ein wenig erhöhen und kauf ma a zweite Schüssel. Geld hama gnua, was braucht a Büdung mei Bua :-)).

Schurke!
02
16.8.2010, 22:20
wen wunderts?

wenn die jobs für junge immer unsicherer werden? offensichtlich ist die junge generation doch recht verantwortungsbewusst gegenüber ihren (noch?) ungeborenen kindern.
nur als anmerkung weil der artikel suggeriert das wir zu wenig kinder bekommen...

Sepp Unterwurmbacher
00
16.8.2010, 22:03
stahl statt kinder

linz macht es vor:

tiefgaragen und kidsvertreibung allerorts

Balrok Gauron
01
17.8.2010, 00:47

Pro Parkhaus, No Park

linksrechts
13
16.8.2010, 21:55
wobei man nicht vergessen sollte

das mit jedem Autokauf der Unterhalt für die Kinder der Autoverkäufer, Magnamitarbeiter, Tankstellenpächter, KFZ-Werkstättenmitarbeiter und ASFINAG-Bediensteten (etc.) mitfinanziert wird.

populäre Front
 
00
17.8.2010, 01:02
Naja, die Zahle lassen eher darauf schließen, dass wir durch das Zeugen von Kindern für Nachschub an Autoverkäufern, Mechanikern, Tankstellnepächtern und vor allem Autokäufern sorgen ;-)

linksrechts
00
17.8.2010, 07:48
danke

für die kausale weiterführung (habe sehr gelacht!)

Psychedelic Brain
00
16.8.2010, 23:52

und wer braucht die alle wirklich?

würde man die forschung, die in stinkemotoren fließt, in saubere, robuste technik stecken, würden wir alle mit geilen autos herumfahren die nicht so abhängig-machend-fehleranfällig sind, wenig energie verbrauchen und die umwelt schonen, sodass von ihnen genannten personen eventuell was nützlicheres machen könnten, wie z.b. unsere kinder GSCHEIT erziehen, da sie schon allein wegen ihrer humaneren arbeit, humanere werte hätten, mit denen eine gesellschaft gesünder funktionieren KÖNNTE....

iamdaiam
01
16.8.2010, 20:44

1 Kind = 1 Sportwagen
4 Kinder wären drin oder 4 Sportwagen oder 3 Kinder 1 Sportwagen oder so.

burnheart
 
03
16.8.2010, 20:37
das teuerste an kindern

sind wohl ohnehin die opportunitätskosten d.h. ein elternteil bleibt zu hause, arbeitet später nur teilzeit, weniger karrierechancen etc. Dafür bekommen die "kids" aber auch das wohl wertvollste - nämlich Zeit...
Auch korrelieren materielle Dinge nicht zwangsläufig mit materiellen Dingen...

AlBundyFan
 
00
17.8.2010, 08:37
manchmal bekommen sie das

bei vielen eltern ist genau die zeit das was die kinder am wenigsten bekommen.

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