Immunsystem beeinflusst Parkinsonrisiko

16. August 2010, 11:36
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Entzündungshemmende Medikamente senken Erkrankungsrisiko

Seattle - Das Immunsystem spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Parkinson. Das behaupten Wissenschaftler der University of Washington. Das Team um Cyrus Zabetian begleitete 20 Jahre lang 4.000 Personen, von denen die Hälfte an Parkinson erkrankt war. Dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen den Genen, die das Immunsystem kontrollieren, und der Krankheit. Laut Nature Genetics eröffnen diese Forschungsergebnisse neue Ansätze für die Entwicklung von Medikamenten.

Gene kontrollieren Immunsystem

Die Wissenschafter suchten nicht nur nach der genetischen Ursache für die Krankheit, sondern berücksichtigen auch klinische und umweltbedingte Faktoren. Sie entdeckten, dass die als HLA bekannte Gen-Gruppe mit Parkinson in Zusammenhang steht.

Diese Gene sind für die Fähigkeit des Immunsystems entscheidend, zwischen Eindringlingen von außen und dem Gewebe des eigenen Körpers zu unterscheiden. Theoretisch wird dadurch dem Immunsystem ermöglicht, infizierende Organismen anzugreifen ohne sich gegen sich selbst zu richten. Dieses System ist jedoch nicht unfehlbar.

Von Mensch zu Mensch verschieden

Diese Gene sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Manche der Gene stehen für ein erhöhtes Risiko oder einem besonders guten Schutz gegen Infektionskrankheiten. Andere können Autoimmunerkrankungen verursachen, bei denen der Körper sich gegen sich selbst richtet.

Es wurde laut BBC bereits nachgewiesen, dass Multiple Sklerose mit der gleichen genetischen Variante in Zusammenhang steht wie laut der aktuellen Studie Parkinson. Es ist zudem bekannt, dass entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen das Parkinson-Risiko senken können. Dieser Umstand gilt als weiterer Hinweis darauf, dass das Immunsystem eine entscheidende Rolle spielt.

Neue Behandlungsansätze

Dieser Schutzmechanismus wirkt auch nicht bei allen Menschen gleich. Dafür können genetische Unterschiede verantwortlich sein. Mehr Wissen über den Zusammenhang zwischen Parkinson, Immunsystem und Entzündungen könnten laut den Wissenschaftlern neue Behandlungsansätze ermöglichen.

Zabetian betonte, dass es seit Jahren Hinweise in diese Richtung gegeben habe. Jetzt verfügt das Team aber über klare Beweise und eine genauere Vorstellung davon, welcher Teil des Immunsystems eine Rolle spielen könnte. Die Ergebnisse der Studie deuten auch darauf hin, dass mehrere andere Gene an der Entstehung von Parkinson beteiligt sind. Diese Annahmen müssen jedoch erst wissenschaftlich überprüft werden. (pte)

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