Ertrinkungstod wäre oft vermeidbar

16. August 2010, 14:09
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Jährlich ertrinken in Österreich rund 73 Menschen - Über 3000 verletzen sich beim Schwimmen oder Tauchen so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen

Wien - Auch im heurigen Sommer werden immer wieder schwere Badeunfälle vermeldet - und die Betroffenen sind längst nicht nur Kinder. 2009 ertranken 60 Menschen ab 15 Jahren. Etwa 60 Prozent der Ertrinkungsunfälle ereignen sich in natürlichen Gewässern. Erst vergangene Woche verloren zwei Männer ihr Leben bei Badeunfällen: Ein 18-Jähriger konnte zunächst wiederbelebt werden, nachdem er im Oedtsee bei Traun in Oberösterreich bewusstlos entdeckt wurde, er starb jedoch später im Krankenhaus. Auch ein 37-Jähriger in Wien konnte nicht mehr gerettet werden, nachdem er 30 Minuten unter Wasser war.

"Bei Ertrinkungsunfällen zählt jede Sekunde - das Wissen um Erste Hilfe ist lebensnotwendig. Im Notfall kommt es auf sofortige Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzmassage an. Denn bei fehlender Atmung oder fehlendem Pulsschlag wird das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und erleidet rasch irreparable Schäden", erklärt Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Forschung im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), in einer Aussendung.

Bei Anzeichen von Hitzekollaps oder Sonnenstich nicht ins Wasser gehen

"Häufige Unfallursachen bei Erwachsenen sind Selbstüberschätzung und Überanstrengung. Besonders, wenn man sich vor dem Sprung ins kühle Nass in der Sonne aufheizt, kann das zu Kreislaufproblemen und im Ernstfall zu Bewusstlosigkeit und in weiterer Folge zu Ertrinken führen", so Dunzendorfer. Wer Symptome eines Sonnenstichs oder Hitzekollaps wie Schwindelgefühle, Flimmern vor den Augen oder beschleunigten Puls nicht erkennt und dennoch das Wasser aufsucht, erhöht daher die Gefahr eines Ertrinkungsunfalls. 

Viel trinken

Wichtig ist vor allem bei hohen Temperaturen, ausreichend und regelmäßig zu trinken und nicht erst, wenn man Durst verspürt, sowie sich im Schatten aufzuhalten. Rund ein Fünftel aller Verletzungen beim Schwimmen oder Tauchen betreffen den Kopf Etwa 3.600 Menschen verletzen sich jedes Jahr bei Badeunfällen so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Jeder zweite Verletzte ist jünger als 15 Jahre alt. Von Verletzungen überwiegend betroffen sind die unteren Extremitäten (42 Prozent) wie Knie oder Fuß, denn typische Unfallhergänge sind Zusammenstöße mit anderen Badegästen oder Stürze durch Ausrutschen im Schwimmbad, beispielsweise, weil der Boden nass ist. "Besondere Vorsicht ist beim Springen in unbekannte Gewässer geboten: Hier kommt es häufig zu Kopfverletzungen. Rund ein Fünftel aller Verletzungen beim Schwimmen oder Tauchen betreffen den Kopf. Auch Wirbelsäulenverletzungen sind typische Verletzungen nach einem Sprung in seichte Gewässer und können dramatische Folgen haben. (red)

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    Selbstüberschätzung ist nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen häufige Ursache für lebensgefährliche Situationen im Wasser

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