Inflationsrate in Österreich leicht gesunken

16. August 2010, 10:51
67 Postings

Hochgehalten wird die Teuerungs­rate durch Preisanstiege bei Wohnen und Treibstoffen

Wien - Die Inflation ist in Österreich im Juli im Jahresabstand von 2,0 auf 1,9 Prozent zurückgegangen, auf das Niveau von Mai. Hochgehalten wird die Teuerungsrate durch Preisanstiege bei Wohnen und Treibstoffen, beides zusammen ist für die Hälfte des VPI-Anstiegs verantwortlich. Im Monatsabstand sank das Preisniveau dank günstiger Bekleidungsartikel im Sommerschlussverkauf um 0,4 Prozent, gab die Statistik Austria am Montag bekannt.

Stärker als der allgemeine VPI zugelegt hat auch im Juli der Preisindex für Pensionistenhaushalte mit einem Plus von 2,1 Prozent, nach +2,2 Prozent im Juni. Der für die Euro-Zone berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs legte binnen Jahresfrist um 1,7 (1,8) Prozent zu. Im Monatsabstand verringerte sich das Preisniveau des HVPI um 0,5 Prozent, beim Pensionisten-Index ging es ebenso wie beim allgemeinen VPI um 0,4 Prozent zurück.

Mieten und Haushaltsenergie teurer

Hauptpreistreiber im Jahresabstand war im Juli die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" mit einem Anstieg um 2,8 Prozent. Ausschlaggebend dafür waren Preisanstiege bei Wohnungsmieten (um 4,2 Prozent) bzw. bei Haushaltsenergie (+3,5 Prozent, dabei Heizöl +23 Prozent, Strom +1 Prozent, Gas aber -4 Prozent) sowie bei Instandhaltung von Wohnungen (+2,6 Prozent).

Für den Preisanstieg von 3,0 Prozent in der Ausgabengruppe "Verkehr" (+0,44 Prozentpunkte VPI-Einfluss) waren vor allem die im Jahresabstand um 12 Prozent teureren Treibstoffe verantwortlich. Dabei kostete Diesel um 12,7 Prozent und Superbenzin um 10,5 Prozent mehr; Pkw-Neuwagen waren dagegen im Schnitt um 1,4 Prozent billiger. "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" verteuerten sich um 2,7 Prozent, etwa Versicherungsdienstleistungen um 2,2 Prozent sowie Schmuck und Uhren um stattliche 17 Prozent.

Pauschalreisen wurden teurer

Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand war im Juli die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe", die - aufgrund des Sommerschlussverkaufs - Preisrückgänge von 13,6 Prozent aufwies. Dafür verteuerte sich "Freizeit und Kultur" um 2,2 Prozent und war damit Monats-Hauptpreistreiber; Grund dafür waren primär die saisonbedingt 8,7 Prozent teureren Pauschalreisen. Die Preise für Flugpauschalreisen legten sogar um 18,5 Prozent zu. Flugtickets kosteten im Monatsabstand um 9,0 Prozent mehr, verbilligten sich aber im Jahresabstand um 4,7 Prozent.

Dass der Pensionisten-Preisindex PIPH im Jahresabstand mit 2,1 Prozent stärker zulegte als der allgemeine VPI (+1,9 Prozent), ist überwiegend auf Teuerungen bei den Sozialschutz- und Krankenhausdienstleistungen sowie bei Heizöl zurückzuführen - mit jeweils höherem Gewichtsanteil im PIPH als im VPI. Preisanstiege bei Treibstoffen und Wohnungsmieten schlugen dagegen im Pensionisten-Preisindex weniger durch als im allgemeinen VPI. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.