Blog: Wiener Wahlnotizen

Strache will das "Wiener Blut" schützen

Anita Zielina, 16. August 2010 15:33
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    Foto: helge fahrnberger/www.helge.at

    Blogger Helge Fahrnberger fotografierte das FP-Plakat im 16. Bezirk, stellte das Bild auf Facebook und brachte damit die Diskussion in Gang.

Sind das die angekündigten "Positivthemen" der FPÖ Wien? Wahlkampfmanager Kickl: "Hat nichts mit Rassismus zu tun"

"'Daham statt Islam' wird es nicht mehr geben", verkündete der stellvertretende FPÖ-Chef Norbert Hofer im Mai im Interview mit derStandard.at. Die FPÖ werde in Zukunft versuchen mehr "Positivthemen" zu bringen und Antworten zu bieten. Jetzt, acht Wochen vor der Wien-Wahl, scheint die gute Absicht vom Wahlkampf(g)eifer überdeckt zu werden.

Die neueste Plakatwelle der Wiener FPÖ fischt in altbekannten Gewässern. Auf einem der Plakate lächelt Heinz-Christian Strache zum Spruch "Mehr Mut für unser 'Wiener Blut'" - "Zuviel Fremdes tut niemandem gut". Ist das die angekündigte "neue Milde" der FPÖ? Fremdes, das nicht "gut tut"? Wiener Blut, das lieber rein und unverfälscht unter sich bleiben soll?

Dass das neue Plakat selbst aus den schon bisher schon nicht gerade zimperlichen FPÖ-Plakaten heraussticht, zeigt die Debatte darüber ganz gut. Im Krone-Forum mutmaßte ein Moderator gar, das Plakat sei nicht echt, in Folge dessen wurde der Thread darüber gesperrt. Auch auf Facebook und Twitter wurde öfter die Frage gestellt: "Ist das wirklich echt?" Ja, ist es, bestätigt man derStandard.at auf Rückfrage in der FPÖ-Pressestelle.

Poltern, Reimen, Schimpfen

Die renommierte Sprachforscherin Ruth Wodak ahnte übrigens schon vor einigen Wochen, dass der kreidefressende HC Strache nicht bis zum 10. Oktober durchhält. Im derStandard.at-Interview gefragt, ob sie dem sanften Anlaufen des Wiener Wahlkampfs traue und wir uns diesmal auf eine Wienwahl ohne ausländerfeindliche Grauslichkeiten einstellen können, meinte sie: "Man wird erst sehen, was das bedeutet. Warten wir ab bis September - ich erinnere mich an 1999, wo die wirklich fremdenfeindliche Wahlwerbung der FPÖ erst im September begonnen hat."

Die neue alte Härte mag auch daran liegen, dass die FPÖ in den Umfragen offenbar nicht wirklich vom Fleck kommt. In internen Befragungen der anderen Wiener Parteien zeigt sich, dass die lange Öffentlichkeitsabstinenz Straches die Blau-Wähler zwar nicht vertreibt, aber Zuwächse verhindert - ein kalkuliertes Risiko, wenn man auf einen kurzen Wahlkampf setzt. Ein Strache, der nicht poltert, reimt und schimpft und darüber hinaus auch noch staatstragend plakatiert wird, ist nur der halbe Spaß für seine Wähler. Auch wenn es jedem Nicht-FPÖ-Wähler bei den Wiener Blut-Assoziationen kalt den Rücken herunterläuft - wieso sollten die Blauen auf ihr altbewährtes Wählerfangrezept verzichten? Und das genau bei dieser Wahl, bei der es für Strache um viel geht? Da dürfen es schon wieder deftige Sprüche sein, bei denen der Stammtisch johlt.

Der Grünen-Stadtrat David Ellensohn spricht von "Nazi-Jargon" und "mieser Ausländerhetze" auf den Plakaten. Sonstige Reaktionen? Medienberichte? Aussendungen? Fehlanzeige. Österreichs Öffentlichkeit hat sich an alltägliche Ausländerfeindlichkeiten schon viel zu sehr gewöhnt, um noch aufzuschreien.

UPDATE 13.20 Uhr:

Herbert Kickl, Kampagnen-Mastermind der FPÖ, will die Kritik an den neuen Plakatsujets der FPÖ nicht auf sich sitzen lassen. derStandard.at wollte von ihm wissen, was er zum Vorwurf sagt, die "Wiener Blut"-Plakate" seien rassistisch?

"Das ist absolut lächerlich", so Kickl. "Mit Rassismus hat das überhaupt nichts zu tun, sondern mit Wiener Tradition". Er lasse "sicher keine Verdrehung unserer Intentionen zu". Neben dem "Wiener Blut", das 600 mal in Wien zu sehen ist, wurde auch noch ein zweites Sujet entwickelt: "Wo Rot regiert, wird abkassiert - Außer wenn die SPÖ Wahlen verliert". Es wird 400 Mal plakatiert.

Aber hatte es nicht geheißen, die FP Wien wolle mehr auf "Positivthemen" setzen? "Das ist bitte ein totales Positivthema, ein positives Bekenntnis zur Wiener Lebensart und Tradition", meint Wahlkampfmanager Kickl. Fremdenfeindlichkeit will er sich nicht unterstellen lassen, man werde aber eine Zuwanderungsdebatte führen, auch wenn "wir die nicht ausgelöst haben". Ob er den Grünen David Ellensohn klagen will, der die Plakate mit "Nazi-Jargon" vergleicht? "Ich halte nichts von der ganzen Herumklagerei", winkt Kickl ab."Dem Herrn Ellensohn würde ich empfehlen, dass er sich mal damit auseinandersetzt, was Wiener Tradition ist".

UPDATE 15.00 Uhr:

Auch die SPÖ hat jetzt auf die Plakate reagiert. Sie seien in ihrer Diktion so "abstoßend und widerlich", dass nahezu jeder zunächst an eine satirische Fälschung glaube, zeigte sich SP-Rathaus-Klubchef Siegi Lindenmayr entsetzt und spricht von "xenophoben, menschenverachtenden und aufhetzerischen Aussagen". (Anita Zielina, derStandard.at, 16.8.2010)

Blog: Wiener Wahlnotizen

Subjektive Eindrücke und Kommentare rund um die Wiener Politik in Zeiten des Wahlkampfs, gebloggt von Innenpolitik-Ressortleiterin Anita Zielina.
Kontakt: anita.zielina@derStandard.at

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Posting 1 bis 25 von 1370
eowyn eowyn
23.08.2010 16:25
hm...

es war doch bei der letzten wahl um keinen deut besser.
die frage ist doch die, was würde passieren wenn man diese plakate einfach negieren würde damit sie nicht zuviel aufmerksamkeit bekommen...
weil das schlimme ist ja doch, das keiner wirklich etwas dagegen tun will.
Im Endeffekt will er durch diese Plakate aufregen, damit ihm die Medien soviel Projetionsfläche wie möglich bieten.
Denn ich glaube, irgendwann wird er es übertreiben und dann graust sogar den stammwählern.

Magnus13
23.08.2010 16:04
Abstimmung auf unzensuriert!

Mehr Mut für unser "Wiener Blut" -

Trifft der Strache-Slogan die Stimmung der Menschen?

www.unzensuriert.at

Beim Ergebnis habe ich gestaunt!

mizzzi
05.09.2010 19:24

Na, da müssen Sie ja ein besonderer Blitzgneißer sein, wenn Sie bei dem Ergebnis staunen (78% ja).

Bei einer derart tiefblauen Website war das mehr als vorhersehbar.

(Hoffe Sie verstehen die Ironie im ersten Satz...)

miraculix66
 
27.08.2010 12:06

und? klären sie uns auf was rausgekommen ist?...

Franz Schwingenschrot
23.08.2010 07:56
Öffentlich

Im Zuge des Wiener Landtagswahlkampfes ist Strache sogar bereit, seine geistige Menstruation öffentlich zu machen. Was sonst sollte gemeint sein mit "Wiener Blut"?
http://gedaunknsplitta.blog.de

Magnus13
22.08.2010 23:14
Wiener Brut

Das wäre vernünftigerweise zu plakatieren gewesen. Er will ja nur seine und die Pfründe seiner aller Politikerkollegen, egal welcher Partei schützen.

Wie lange lassen sich die Leute noch von denen allen papierln??

192.000 Euro im Jahr für Strache und Glawischnig und es gibt genug die noch mehr bekommen.

Es geht ihnen nur ums schützen der Politikerkaste. Egal welcher Coleur sie angehören.

blacksheep1
22.08.2010 22:40
pfoa!

da strache iss soo gscheit!
ea iss draufkumman, dass bluat ROT iss!!!

Wayne Intressierts
20.08.2010 18:07
http://www.raketa.at/images/a8... 2ad7a4.JPG

FPÖ - die Partei mit mindestens drei Bier im Hirn.

Wayne Intressierts
20.08.2010 22:10
uh scheint als hätte ich hier braune gefühle verletzt !!!

Arrr!

Boandlkramer
19.08.2010 21:48

Sie werden kommen und uns allen die Bäuche aufschlitzen. Nein, sie sind schon hier...

NaWostNetSogst
19.08.2010 16:50

Hohe Anzahl roter Stricherl steht kontraer zur Intelligenz der blaunen Kampfstricherltrolle !!

NaWostNetSogst
19.08.2010 17:22

Erst 2 rote Stricherl? Hätte ich nicht "Intelligenz" sondern IQ schreiben sollen? Werde ein Posting auf Vorschulniveau schreiben moeglicherweise checkens dann die "Blaumiesen" !

NaWostNetSogst
19.08.2010 19:49

Haha,ROFL; DANKE FÜR DIE BESTAETIGUNG !
BLAUNE iNTELLIGENZVERWEIGERER! DANKE !

FinalDestinati0n
19.08.2010 08:41

Jaja so haben dienazis auch angefangen

Sellerie
19.08.2010 14:52

Die roten Kampfstrichler ihres Postings zeigen mal wieder, dass diese aus der Geschichte nicht gelernt haben. Errschreckend traurig.

Kommt, ihr treuen Schäflein, rot rot rot.

ordy
20.08.2010 12:08

Aus der Geschichte der Indianer, Tibeter und Palästinenser?

durazell
19.08.2010 09:40
Zuerst das Wort, dann folgt die Tat.

Einer Brutalisierung der Ausdrucksweise folgt eine Brutalisierung der Umgangsformen beinahe so sicher das Amen im Gebet.

durazell
19.08.2010 07:57
Ein weiteres Kernthema der Faschisten: Umdeutung, Begriffsverfremdung von Sprache

Ein Positivthema also, soso Herr Kickl.

already
19.08.2010 06:52
Ihr FPÖ und Strache Hasser...

...kommt einmal alle in die Hölle!

Magnus13
22.08.2010 23:18
dort werden

Sie dann alle vom Haider und vom Strache und vom Adi auf ein Bier eingeladen!

Wayne Intressierts
20.08.2010 18:05
lieber in der Hölle als Bürgermeister Strache.

jayjay_one
20.08.2010 05:21
zum jörgl also?

1,8 promille
22.08.2010 20:36

der hetzer fliegt demnächst aus der hölle, weil er wiederholt alkoholaufgüsse macht (verboten!)

Sellerie
19.08.2010 17:44

....hihihi....

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