Ban Ki Moon von Ausmaß der Katastrophe geschockt

16. August 2010, 06:25
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UNO-Generalsekretär kündigt Aufstockung der Mittel aus UNO-Nothilfefonds an

Islamabad - UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich vom Ausmaß der Hochwasserkatastrophe in Pakistan geschockt gezeigt. Er habe schon viele Naturkatastrophen in der ganzen Welt gesehen, "aber nichts ist wie das hier", sagte der UNO-Chef am Sonntag in Islamabad nach einem Besuch des Katastrophengebiets. Er rief die internationale Gemeinschaft zu verstärkter Hilfe auf.

Bis zu 20 Millionen Leidtragende

Der UNO-Generalsekretär sprach von möglicherweise 20 Millionen Menschen, die "direkt oder indirekt vom Hochwasser betroffen sind". "Tausende Dörfer und Ortschaften wurden einfach weggespült - Straßen, Brücken, Häuser, Ernten. Millionen Existenzgrundlagen sind verloren gegangen", sagte Ban. Den Flutwellen müsse deshalb "mit einer globalen Welle der Unterstützung begegnet werden". Ban kündigte eine weitere Aufstockung der Mittel aus dem UNO-Nothilfefonds um 10 Millionen auf 27 Millionen Dollar (21,1 Millionen Euro) an.

Der UNO-Generalsekretär verschaffte sich am Sonntag per Hubschrauber aus der Luft ein Bild vom Ausmaß der Katastrophe in den überfluteten Gebieten entlang des Flusses Indus. In der Nähe der Millionenstadt Multan in der Provinz Punjab besuchte er ein Flüchtlingslager, wo er mit den Flutopfern über deren Notlage sprach. "Die Katastrophe ist noch längst nicht vorüber", sagte Ban. UNO-Organisationen würden sechs Millionen Menschen mit Trinkwasser und Lebensmitteln versorgen. 14 Millionen Menschen sollten medizinisch versorgt werden. "Wir brauchen jedoch mehr Hilfe der Staatengemeinschaft", forderte Ban.

Zardari: "Übersteigt unsere Vorstellungskraft"

"Das Ausmaß der Katastrophe übersteigt unsere Vorstellungskraft", sagte auch der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Ban in Islamabad. Er bat seine Landsleute zugleich um Geduld. Der Wiederaufbau sei mühsam und viele Betroffene blieben vorerst auf Unterstützung angewiesen. "Die Hilfe wird noch mindestens zwei Jahr andauern müssen", erklärte Zardari.

Nach Angaben der pakistanischen Katastrophenschutzbehörde (NDMA) kamen bisher über 1.400 Menschen durch die Fluten ums Leben. 2.022 weitere wurden verletzt. Mehr als 891.000 Häuser seien von den Wassermassen zerstört worden. Die meisten Todesopfer gab es bisher in der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa. (APA)

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    Ban Ki Moon am Sonntag in einem Hilfslager nahe der Stadt Multanin der Provinz Punjab.

  • Provinz Punjab nach der Flut. Hunderttausende Pakistaner verloren ihr Heim.
    foto: epa/evan schneider

    Provinz Punjab nach der Flut. Hunderttausende Pakistaner verloren ihr Heim.

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