Poker um Kärntner Druckerei

15. August 2010, 21:00
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Steirischer Investor lässt sich "nicht vergraulen"

Der Poker um die mit rund 14 Millionen Euro in die Pleite geschlitterte Kärntner Druckerei (KD) geht weiter. An der 100-Prozent-Tochter der Kärntner SPÖ hatte zuletzt auch die FPK-nahe Werbeagentur ABC Interesse gezeigt. Sie will auch die ebenfalls im SP-Mehrheitseigentum befindliche Kärntner Tageszeitung übernehmen. Der steirische Investor Alfred Annawitt (gemeinsam mit der Wiener Spot-AG) zeigt sich von diesem Mitbieter ungerührt: "Das sind Hirngespinste, aber keine ernsthaften Interessenten", meint der SP-nahe Unternehmer im Gespräch mit dem Standard. Er sei nur an der KD interessiert, deponiert Annawitt. Diese will er mit der Investition in eine neue Druckmaschine um rund 9,5 Mio. Euro nachhaltig zukunftsfit machen und 70 bis 80 Arbeitsplätze sichern. Am Zug ist jetzt das Land Kärnten mit einer Wirtschaftsförderung. Ein Gespräch mit Landeshauptmann Gerhard Dörfler sei "positiv" verlaufen.

FPK-Chef Uwe Scheuch will lieber die ABC als künftige Eigentümerin des ehemals roten Paradebetriebs. Annawitt will sich vom FPK nicht aus politischen Gründen "vergraulen" lassen: "Ich will behandelt werden wie jeder andere Investor mit demselben Einsatz." Ende September muss feststehen, ob die KD geschlossen wird oder ein neuer Investor einsteigt. (stein, DER STANDARD; Printausgabe, 16.8.2010)

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