No Place Like Home?

15. August 2010, 17:50
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coverfoto: strange ways records

Hafdís Huld: "Synchronised Swimmers"

Neues aus Island: Wie die ehemalige Sängerin von GusGus zur Zeit ihren Folk-Pop anlegt, hat viel von Suzanne Vega: Alles ist Licht, Luft und (positiv gemeint) Glätte. Die Ähnlichkeit liegt allerdings nur in den Arrangements und endet abrupt am Mikro, denn die lakonische Beobachterin Vega ist auch stimmlich die Coolness in Person.  Hafdís hingegen steht selbst im Mittelpunkt ihrer Songs und gefällt sich in der Solo-Rolle als süßer Piepmatz (dass die mittlerweile 31-Jährige auch ganz anders kann, wissen wir ja inzwischen).

Im Sound steckt mehr Aufwand drin, als er zu erkennen geben will, ansonsten ist auf Hulds zweiter Solo-Platte vieles homemade: Der Roboter, den Hafdís als Partner-Ersatz bauen will ("Robot Robot"). Der Frust, den sie schiebt, weil sie für eine Tussi namens "Daisy" fallen gelassen wurde, oder die Tagträume, die sie als damsel in distress strickt, während ihr "Action Man" draußen seiner Heldenarbeit nachgeht. Und die Limonade im Stammcafé, vor dem eine Frau Vögel füttert, die längst zu fett zum Fliegen sind: Das ist dann auch für die fiktive "Synchronised Swimmers"-Persona der wanderlustigen realen Hafdís das Signal zum Aufbruch aus der Häuslichkeit: The time of my life is starting late. (Strange Ways Records/Hoanzl)

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Hafdís Huld

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