Mehr für Kleinbauern

Weniger Subventionen für "Gutsherren"

15. August 2010, 15:21
  • Artikelbild
    foto: apa/woitas

    Mehr für die Kleinen - weniger für die Großen schlägt SPÖ-Finanzstaatssekretär Schieder vor.

SPÖ-Staatssekretär Schieder will zur Budgetsanierung Förderun­gen für "Großgrundbesitzer und Agrarindustrie" kappen

Wien - Die SPÖ will zur Budgetsanierung den Sparstift bei den Agrarförderungen ansetzen - konkret bei den Subventionen für "Gutsherren, Großgrundbesitzer und Agrarindustrie", wie Finanzstaatssekretär Andreas Schieder sagt. Scharfe Kritik übt er an der Budgetpolitik in Kärnten. Die Einführung einer EU-Steuer ist für Schieder vorstellbar - aber nur, wenn gleichzeitig der österreichische EU-Beitrag reduziert oder gestrichen wird.

Österreich investiert derzeit rund fünf Prozent seiner Wirtschaftsleistung in Subventionen und Förderungen - rund eine Mrd. Euro könnte nach Ansicht des Wirtschaftsforschungsinstituts eingespart werden. Auf diese Summe will sich Schieder zwar nicht festlegen. Mehr Klarheit solle diesbezüglich aber die nächste Sitzung der Verwaltungsreform-Gruppe am 24. August bringen. Dabei soll auch ein Bericht über Sparpotenziale im österreichischen Förderwesen besprochen werden. "Einsparungspotenzial" vermutet Schieder bei den Subventionen für große Agrarbetriebe. "Es gibt Stiftungen, in denen ist Großgrundbesitz geparkt, die kassieren auf der einen Seite Förderungen und zahlen auf der anderen Seite relativ wenig Steuer", kritisiert Schieder.

Mehr für die Kleinen

Im Gegenzug zu Subventionskürzungen bei großen Agrarbetrieben könnte man kleinen Bauern "verstärkte Fördermittel" zukommen lassen, meint Schieder. Schließlich würden derzeit 60 Prozent der Bauern weniger als 5.000 Euro Subvention erhalten. Abbauen könnte man nach Ansicht des Staatssekretärs auch unerwünschte "Doppelförderungen". Die gemeinsame Unterstützung von Betriebsansiedlungen durch Bund, Land und Gemeinde solle aber weiterhin möglich sein. Auf ihre Sinnhaftigkeit durchleuchten werde die Regierung bei der Budgetsanierung auch die staatliche Förderung unterschiedlicher Sparformen, kündigt Schieder an.

Scharfe Kritik übt der Finanzstaatssekretär an der Budgetpolitik in Kärnten - konkret an der kürzlich angekündigten Landessubvention für den Kauf von Kärntner Flaggen. Kärnten habe den Verkauf der Hypo Alpe-Adria "versemmelt" und das Risiko dann dem Bund "umgehängt". "Jetzt lustig locker eine Fahnen- und Dirndlföderung auszusprechen, statt sich auf die Kernaufgaben des Landes zu konzentrieren, das ist ein Wahnsinn", kritisiert der SP-Politiker. (APA)

 

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 36
1 2
adaschauher
00
6.11.2010, 14:46
vorzeigebetriebe mit weltgeltung im biolandbau ?

brauch ma ned...

Bund der Kleinlandwirte
00

Am 15. August schrieb man diesen Artikel.
Und was hat sich getan seither?

Fingerzeig
00
25.8.2010, 23:56

Geh bitte, wer setzt denn das durch ?
Die SPÖ spuckt nur scharfe Töne, um vor den diversen Wahlen punkten zu können - dieses Thema hier ist halt für die Steiermark gedacht.
Lächerlich - diese pseudolinke und in Wirklichkeit neoliberale Kasperltruppe darf sich doch ohne Erlaubnis des Koalitionspartners nicht einmal den Hintern wischen.
Einfach lächerlich.
Wenn ich konservativ wählen will, wähle ich gleich die ÖVP, nur wenn ich links wählen will, wen wähle ich dann ?

hans friedrich 2
00
16.8.2010, 23:04
stiftungen können keine subventionen bekommen.

stiftungen können zwar grundstücke besitzen, aber kein unternehmen führen. subventionen können grundsätzlich nur die bewirtschafter in anspruch nehmen.

wenn auf einen gutsherren 100 arme kleine bauern kommen, muss man dem gutsherren eur 1000,- wegnehmen, damit man den kleinen armen bauern je eur 10 geben kann.

mit der bösen agrarindustrie ist das so eine sache. kauft der xy-konzern für seinen produktionsstandort außerhalb österreichs statt rübenzucker rohrzucker, erspart er sich einiges an geld. kriegt er die kostendifferenz zumindest teilweise ersetzt, verwendet er wieder rübenzucker.

die bösen großen sind in der regel buchführungspflichtig. sollten sie wirklich so viel verdienen, zahlen sie von den subv. bis zu 50 % einkommenssteuer.

das ist fix
02
16.8.2010, 12:35

Buchführungspflicht für alle Landwirte!

Weiters muss die Frage erlaubt sein, ob mit Förderungen nicht auch Fehlentwicklungen hervorgerufen bzw. verstärkt werden.

Jo H
10
16.8.2010, 08:06

ganz einfach. nur mehr die bio-bauern fördern.

kmmm
00
15.8.2010, 22:42
vielleicht sollten sich die bauern überlegen,

wie lang sie ihre peiniger noch durchfüttern wollen ?

Philipp Gudenus
 
10
16.8.2010, 06:08
Peiniger, des Agrargesindels ...

ist das Gesindel in der sogenannten Bauernkammer angesprochen?

Gindl
00
16.8.2010, 13:33
Na ja, Herr Graf, dass bei Ihnen bald wer Gesinde/l ist, glaub ich gern.

Und dass Sie etwas gegen Interessenvertretungen der ehemaligen Leibeigenen haben, auch.

Nur die Zeiten sind vorbei.

Mag sein, dass die Bauern mit ihrer Kammer ein Kreuz zu tragen haben, aber so schwer wie das, das sie jahrhundertelange unter der Knute der Adeligen hatten, ist das auch wieder nicht.

Philipp Gudenus
 
00
16.8.2010, 13:36
vorbei,

richtig

Naseweiss1
01
15.8.2010, 20:22
SPÖ Bauernbund Mitglieder nicht in der Transparenzdatenbank gelistet

Versuchen Sie einmal über die Transparenzdatenbank

http://www.transparenzdatenbank.at/trans/see.through

einmal herauszufinden, ob die SPÖ Bauernvertreter, z.B. für Niederösterreich

http://www.noe-bauern.spoe.at/index.php?pid=1150

offizielle Bauern sind, die eine Ausgleichszahlung aus der einheitlichen Betriebsprämie und ÖPUL erhalten.

Ich habe leider keine Information über diese SPÖ Bauernvertreter erhalten. Die Frage die sich hier ergibt:
Gibt es überhaupt aktive SPÖ- Bauern oder handelt es sich hier um eine lang vorbereitete Hetzkampagne,
wo die SPÖ- Bauernfunktionäre gezwungen wurden, ihre Betriebe an die Kinder oder Ehepartner schreiben zu lassen, um so nicht in der Transparenzdatenbank erscheinen zu müssen?

Salz Burger
74
15.8.2010, 17:43
Falsche Zielgruppe

Großbauern gibt es in Österreich kaum. Von einigen Nachkommen der Adeligen abgesehen.
Wenn die SPÖ der ÖVP schaden will, sollte sie die Förderung für die kleinen Bauern bekämpfen. Jenen, die sowieso arbeiten gehen, wo der Ertrag am Hof kaum eine Rolle spielt, die aber meinen, sie wären als Grundbesitzer der ÖVP verpflichtet.

Eigentlich könnte man die Agrarförderungen komplett einsparen. Die wirklichen Lebensmittelproduzenten die mit viel Technik und gutem Management möglichst viel erzeugen, brauchen sie nicht. Biobauern haben kaum Ertrag, da dient die Förderung nur der Aufrechterhaltung einer Illusion, die vielen kleinen, sind aus den ober erwähnten Gründen auch nicht darauf angewiesen.

J.J
10
15.8.2010, 17:59

inwieweit sollte eine von der spö initiierte kürzung der förderung für kleinbauern der övp schaden?
weil sie der koalitionspartner ist?

also lebensmittel frei von pestiziden, herbiziden, fungiziden und kunstdünger sind mir persönlich schon einen aufpreis wert.
in der tierhaltung kommen hierbei noch verschärfte vorschriften zur artgerechten haltung hinzu.

eine "illusion" ist einzig die annahme, biolebensmittel seien aufgrund von MEHR vitaminen und anderer inhaltsstoffe gesünder.
das dem nicht so ist hat sich leider noch immer nicht bis zum letzten stadtöhi durchgesprochen.
wenn er es dennoch erfährt: "bio ist sauteurer und sinnlos"

Salz Burger
00
15.8.2010, 20:41

Sie haben recht, vermutlich würde es politisch nichts bringen, sondern nur die schon bestehenden Vorurteile bestätigen.

Unsere Lebensmittel sollten alle frei von Pflanzenschutzmitteln und Dünger sein. Das sind sie auch, ab und zu auftauchende Probleme, weil jemand vor lauter Geldgier es nicht so genau genommen hatte, gibt es auch bei bio. Besonders bei bio, weil dort wegen des höheren Preises, der erzielbar ist, die Versuchung zum Schwindel größer ist.

Natürlich ist es eine Illusion, bio wäre gesünder, oder hätte mehr Vitamine. Gäbe es entsprechende, eindeutige Untersuchungen, würden uns die alle in der Werbung vom sprechenden Bioschweinderl täglich erzählt.

Colonel Grande
01
15.8.2010, 15:53
In Österreich gibt es zuviele Lebensmittel produzierende Bauern.

Man sollte die Förderung für Landschaftspflege noch etwas heraufsetzen und direkte Produktionszuschüsse bzw Mindestpreise abschaffen.
Das funktioniert allerdings nur wenn man ALLLEN Großbauern vorher den Förderungshahn zur Gänze zudreht.

Naseweiss1
00
15.8.2010, 20:00
Lebensmittel kommen aus dem Ausland

Ein Großteil der österreichischen Lebensmittel kommen über die Deutschen Lebensmittel-Discounter aus dem Ausland. Gleichzeitig werden große geförderte Anlagen (z.B. Bioethanolwerk Pischelsdorf - 40 % Fördergeld dank Bauernkammer und Land an Agrana)mit ausländischen Weizen und Mais beliefert ... die österreichischen Bauern, ob Groß oder Klein haben nichts davon!!!

Philipp Gudenus
 
10
16.8.2010, 06:57
haben nichts davon,

weil Ö-Produkte ungeniessbar sind.

Graf Gudenus

oblomow II
00
15.8.2010, 18:03
das trifft ...

... nur auf milch und fleisch zu ...

Chrifa
12
15.8.2010, 16:33
Landschaftspflege?

Was für ein Begriff?
Kunstdünger, herbizid - und pestizidverseuchte Agrarsteppen im Osten,
Fichtenmonokulturholzplantagen, mit malerischen Forststraßen durchzogen und von Harvester-Holzerntemaschinen zerstörte Waldböden, erosionsfördernde Almwirtschaft mit viel zu schweren Kühen im Westen, wo ist denn hier die Landschaftspflege? Hat irgendjemand von euch schon die Artenvielfalt einer alpinen Region bewundert, auf der keine Weidewirtschaft stattfindet?
Merkt euch: Die Natur pflegt sich selbst, jeder Eingriff des Menschen führt zu ihrer Zerstörung.

oblomow II
00
15.8.2010, 16:38
die natur pflegt sich selbst?

.....

wir haben zum großteil kulturlandschaft. welche naturlandschaft in österreich meinen Sie?

witchdoctor
03
15.8.2010, 15:45

Keine Subventionen für Esterhazy & Konsorten, dafür stark erhöhte Grundsteuern ab einer gewissen Grösse von Landbesitz.
Das wäre dann wenigstens ein echtes Ende der noch aus der Monarchie erhaltenen Besitzstrukturen. Solang die Steuerzahler weiterhin dafür aufkommen, bleibt der Feudalismus in veränderter Form erhalten.

Philipp Gudenus
 
10
15.8.2010, 20:09
hexedoctor erwäht den Namen ...,

eine bestimmte Gruppe wird angesprochen.

Jude? Zigeuner?

Und schon sitzt man in Auschwitz.

Monarchie, Feudalismus wurde etwa 1848 überwunden.

Es wolle alles mit den Augen von Brüssel gesehen werden. Man kann auch späte Nachhilfe in Anspruch nehmen, Selbstbildung.

ger65
00
16.8.2010, 18:19
nun denn, der erste schritt ist das wissen um hilfe ...

...den hast du ja gerade bewiesen.

nun liegt es an dir, dass du auch den zweiten gehst und die hilfe der nachhilfe in anspruch nimmst. viel glück dabei

Gobi Todic
00
16.8.2010, 12:09
aha

2700 geerbte hektar sind einfach nicht genug um zu überleben.

Philipp Gudenus
 
00
16.8.2010, 19:34
geerbtes,

empfehle Nullen, etc wegzu nehmen, Dann eicht es bestenfalls zu einem kleinem Kulaken, in den Auge der Bolschewiken.

Dann kam jeder an die Reihe. So erklärt sich die hervorragende Agrarstruktuer, die die Bolschewiken hinterlassen haben

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 36
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.