Al-Megrahis Arzt: "Habe nur eine Meinung geäußert"

15. August 2010, 15:03
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Prognose zur Lebenserwartung des Lockerbie-Attentäters beruhte laut Krebsspezialist auf statistischer Erfahrung

London - Ein Jahr nach der Begnadigung des krebskranken Lockerbie-Attentäters Abdel Basset al-Megrahi hat sich einer der ärztlichen Gutachter zur Kritik an seiner Einschätzung geäußert. Der Krebsspezialist Karol Sikora, der Al-Megrahi im Auftrag der libyschen Regierung untersucht hatte, kam damals zu dem Schluss, dieser habe nur noch maximal drei Monate zu leben. Die Prognose wurde zur Grundlage für Al-Megrahis umstrittene Begnadigung im August vergangenen Jahres.

Aus heutiger Sicht würde er sich vager ausdrücken, sagte Sikora gegenüber der britischen Zeitung "The Observer". Er habe lediglich eine Meinung geäußert, die auf der statistischen Lebenserwartung ähnlicher Fälle beruhe. Al-Megrahi leidet an Prostatakrebs. Zum Zeitpunkt seiner Freilassung entstand der Eindruck, er liege praktisch im Sterben - was sich später als falsch herausstellte.

Al-Megrahis Begnadigung führte zu scharfen Protesten von Hinterbliebenen der Lockerbie-Opfer. Bei dem Bombenanschlag auf eine Pan-Am-Maschine im Dezember 1988 über Schottland waren 270 Menschen ums Leben gekommen. (APA/apn)

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