Schöne neue Welt

BeautifulPeople.com: Der Club der schönen Kinder

15. August 2010, 13:00
  • Artikelbild
    foto: derstandard.at/screenshot

    BeautifulPeople.com: "wohltätige Arbeit"

Internetdienst will besorgten Eltern helfen, die Angst vor zu hässlichem Nachwuchs haben

Nichts wollen ambitionierte Eltern dem Zufall überlassen, erst recht nicht das Aussehen des Nachwuchses. Denn wer schön ist, glauben sie, hat es leichter im Leben. Ein Internetdienst in den USA kümmert sich seit kurzem um Eltern, auf denen die Sorge lastet, ihr Nachwuchs könne zu hässlich ausfallen.

Das Fertility Forum ("Fruchtbarkeits-Forum") auf der Webseite BeautifulPeople.com bringt wenig attraktive Väter und Mütter mit besonders gut aussehenden Spendern von Samen oder Eizellen zusammen. Kritiker sprechen von einer maßlos auf die Spitze getriebenen Eitelkeit.

"Alle Menschen möchten gut aussehende Kinder zur Welt bringen"

Die Betreiber sehen das anders, sie rücken ihr Tun in die Nähe praktizierter Nächstenliebe. "Alle Menschen - auch die hässlichen - möchten gut aussehende Kinder zur Welt bringen", sagt BeautifulPeople-Gründer Robert Hintze, ein schöner Däne mit blauen Augen. "Da können wir mit unserem attraktiven Gen-Pool doch nicht egoistisch umgehen." Sein Argument: Gerade gut aussehende Menschen sollten ihr Erbgut selbstlos an Paare weitergeben, die selbst keine Kinder bekommen können und zu allem Unglück auch noch hässlich sind.

Nur bei dem neuen Service werden auch weniger attraktive Menschen toleriert

Bereits 2002 hat Hintze die Netzwerk-Webseite BeautifulPeople.com ausschließlich für schöne Menschen gegründet, seit Juni bietet sie kostenlos die Vermittlung von Erbgut-Spendern an. Nur bei dem neuen Service werden auch weniger attraktive Menschen toleriert, ansonsten ist die Vollmitgliedschaft bei BeautifulPeople.com nur besonders schönen Männern und Frauen vorbehalten. Mehr als 600.000 Vollmitglieder, die auch hohen Ansprüchen an äußerer Attraktivität genügen, hat der Club der Schönen bereits.

Für das "Fruchtbarkeits-Forum" dürfen sich nun auch hässliche Menschen mit Kinderwunsch melden. Schließlich lautet die Mission: Alle Menschen sollen schöner werden - spätestens in der nächsten Generation. Die Entscheidung, auch unattraktiven Menschen zum Zweck der Fortpflanzung vorübergehend Zutritt zu dem Schönen-Zirkel zu verschaffen, sei gar nicht so einfach gewesen, verrät Hintze: "Wir haben anfangs wirklich gezögert, unser Angebot auch auf unattraktive Menschen auszudehnen."

"wohltätige Arbeit"

Die Bedenken wurden schließlich zur Seite gelegt. Menschen mit Kinderwunsch zu schönem Nachwuchs zu verhelfen sei schließlich nichts anderes als "wohltätige Arbeit", sagt Website-Manager Greg Hodge, ein gut aussehender Brite. "Das ist eine noble Sache für jene Menschen, die die schwierige Erfahrung machen, selbst keine Kinder bekommen zu können."

Unter den Mitgliedern von BeautifulPeople.com seien Menschen, die aussähen wie Brad Pitt, George Clooney oder Angelina Jolie. "Da können Sie sich die Nachfrage schon vorstellen", sagt Hodge. "Alle Eltern wollen Kinder mit besonderen Eigenschaften haben, und Attraktivität zählt zu den begehrtesten."

"Wir sind unparteiisch"

Beim Interview in einem Cafe in Beverly Hills, das natürlich vor allem von schönen Menschen frequentiert wurde, wich Hodge der Frage aus, was nun eigentlich seine Vorbehalte gegen "hässliche" Menschen seien. Er betonte, dass es ihm vor allem um Hilfe für Menschen mit Kinderwunsch gehe. "Wir sind unparteiisch, wir bringen einfach nur eventuelle Spender mit Empfängern zusammen."

Skepsis unter Fachleuten

Fachleute sehen dem neuen Internetdienst skeptisch zu. Es gebe keinerlei Garantien, ob ein Kind einmal hübsch wird oder nicht, sagt der Gynäkologe Richard Paulson von der University of Southern California. "Wenn man eine Entscheidung über einen Partner für Heirat oder Fortpflanzung anhand von Informationen aus dem Internet trifft, dann ist das bestenfalls naiv", sagt der Mediziner. Die Versuche zur Herbeiführung schönen Nachwuchses wertet er als "ziemlich amüsant".

"Wer würde das nicht für sein Kind tun?"

Die attraktive 30-jährige Lisa Bluemel, die sich zur Eizellenspende bei dem "Fruchtbarkeits-Forum" entschieden hat, kann diese Kritik nicht teilen. "Natürlich sind Intelligenz und Gesundheit am wichtigsten", sagt sie. "Aber warum soll man nicht versuchen, sich alle guten Eigenschaften zu sichern? Wer würde das nicht für sein Kind tun?" (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 89
1 2 3
BearT
00
20.8.2010, 08:46
Funktioniert das nicht so wie bei Pflanzen?

Einfach zwei hässliche Leut kreuzen und es kommt das Superkind raus? Dann bräucht ma gar net teuer Samen einkaufen sondern könnt sich einfach bei den Forumstreffen um den Nachwuchs kümmern...

Cafe Corretto
20
17.8.2010, 07:51
Finde ich echt gut ...

aber man sollte auch nach Erbkrankheiten der Spender informieren. Gesundheit und Intelligenz ist das wichtigste und das Aussehen ist fast genauso wichtig. Den Postings nach zu urteilen schämen sich viele Leute dafür etwas eingestehen zu müssen. Gerade in Österreich müsste sich da ein Riesenmarkt auftun, wenn man so mal mit offenen Augen durch die Straßen geht.

Dieses Projekt erinnert an die Genius Sperm Bank von
Robert Graham. Die Spender waren alle Nobelpreisträger. Sie wurde 1980 in San Diego gegründet und schloß nach dem Tod von Graham. Es kamen 217 hochintelligente Kinder zur Welt.

Cafe Corretto
00
18.8.2010, 11:54
Das weiß ich leider ..

nicht mehr so genau aber soweit ich mich an gewisse Artikel erinnere, war da auch von einigen Kindern die Rede, die in den Fußstapfen der Väter waren. In dem Artikel war auch von einer Art volkswirtschaftlichen Vorteil die Rede. Letzendlich nützt es wahrscheinlich wenig oder nichts, wenn das soziale Umfeld der Geniekinder nicht passt. Trotzdem finde ich die Ansätze solcher Projekte richtig.

Cafe Corretto
00
18.8.2010, 12:19
Dieses Posting bezieht sich auf The_new_number_2

The_new_number_2
00
18.8.2010, 11:28

Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch. Es kamen 217 Kinder zur Welt. Darüber, dass sich unter diesen Kindern ein überdurchschnittlich hoher Anteil von "Genies" befand, scheint keine Information vorzuliegen...

Pflichtmitglied
00
16.8.2010, 23:29

Ich find das Bild zum Artikel super gelungen: "Mia san de hotwolä..."

665
02
16.8.2010, 20:47

... genau neben denen sitze ich täglich in der U-Bahn, nur mit weniger Silikon (ist das auch vererblich??)

Beelzebube
01
16.8.2010, 18:56

Wer so geistig behindert ist das er ernsthaft in Erwägung zieht so einen Dienst zu nutzen sollte eh besser keine Kinder bekommen.

Michael Bakunin
00
16.8.2010, 17:43

und warum sin die leute auf der homepage dann so hässlich künstlich?

marc bygones
00
16.8.2010, 17:06

Ich bin klug und schön und habs auch nicht immer leicht im Leben. Gott sei Dank bin ich reich, das mildert den Schmerz ein wenig.

oblomow II
00
16.8.2010, 16:38
nun ja ....

... warum nicht.
für den club der aesthetisch enterbten ...

für mich wär das nix

mondseer
03
16.8.2010, 16:14

wie sagte einst Einstein auf die Frage von Marylin
Monroe, ob sie beiden nicht die intelligentesten und schönsten Kinder auf die Welt bringen würden, er mit seiner Intelligenz, sie mit ihrem Aussehen: "Gnädige Frau, stellen sie sich vor, es wäre umgekehrt"

Georg-99
00
16.8.2010, 16:08

Das ist wieder einer dieser Artikel bei dem ich froh bin, dass mich dieser Scheiß in meinem Leben nicht mehr juckt.

thare
03
16.8.2010, 14:52
Finde

ich bescheuert. Es gibt durchaus sehr oft den Fall dass potthässlichle Eltern schöne Kinder bekommen. Man denke nur an Liv Tyler. Genauso klappt es auch umgekehrt. Schöne Eltern sind nicht unbedingt ein Garant für schöne Kinder.

FSK
00
16.8.2010, 18:43

ihre eltern sind ein playmate und ein femininer Mann, gibt wohl hässlichere

Militanter Pazifist
08
16.8.2010, 13:51
"Natürlich [ist] Intelligenz [...] am wichtigsten"...

Genau aus diesem Grund würde ich nie jemanden der sich auf so einer idiotischen Seite anmeldet als Samen/Eizellenspender für mein Baby wollen.

renegade22
00
16.8.2010, 15:13
Is that the high IQ sperm bank?

If you have to ask ...

wieso auch nicht
04
16.8.2010, 13:34

hab mir kurz die website angeschaut. die meisten members da auf der startseite schauen für mich extrem durchschnittlich aus. bei der website registriert sich eh blos jemand mit extremen komplexen.

Georg-99
01
16.8.2010, 16:03

> extrem durchschnittlich ...

ja dann passt ja alles perfekt, ist schon lange bekannt: je durchschnittlicher, desto größer das Schönheitsempfinden.

neological
03
16.8.2010, 13:02

Wenn man sich dann in anscheinend nich mehr allzu ferner Zukunft seine Kinder im Katalog aussuchen und "bestellen" kann, dann sollte man doch langsam ins Grübeln kommen was hier falsch läuft, ...

MBR
00
16.8.2010, 11:45

die schlangenfrau gefällt

Mathias
 
00
16.8.2010, 13:22
das Buch dürfte Ihnen gefallen ;-)

"Die Insel des Dr. Moreau" von H.G. Wells

Aruliho
03
16.8.2010, 11:39
ich dachte, allen wollen zuerst einmal gesunde Kinder zur Welt bringen...

so kann ich mich irren..
was anderes: Kinder aus Erbgutspenden sind rein biologisch gesehen keine leiblichen Kinder. also bevorzugen Menschen schöne "Kuckuckskinder" als "häßliche", aber dafür "eigene-Fleisch-und-Blut" Kinder? ich bezweifle das... wer sagt, dass "häßliche" Menschen keine "ansehnlichen" Kinder und schöne Menschen keine "häßlichen" Kinder haben können.
außerdem liegt Schönheit immer im Auge des Betrachters.

fangdenhut
03
16.8.2010, 10:40
Toll

Ich wusste gar nicht, dass man Schönheit jetzt objektivieren und messen kann, wie den IQ. Oder wie wird die Auswahl der Hübschen sonst vorgenommen? Gratulation jedenfalls an den/diejenigern, der den Index entwickelt hat, war sicher eine Heidenarbeit - besonders, da man bei eingesandten Photos ja noch um den massiven Photoshop-Faktor korrigieren muss.

Freund der schönen Künste
05
16.8.2010, 10:12
"Dolferl" läßt grüßen

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 89
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.