Situation in Wulkaprodersdorf entspannt sich

15. August 2010, 18:47
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Feuerwehrkommandant: "Wulka und Wasser sind endlich zurückgegangen"

Wulkaprodersdorf - "Es schaut gut aus. Die Wulka und das Wasser sind endlich zurückgegangen." Das sagte Robert Csukovits, Kommandant der Feuerwehr Wulkaprodersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) am Sonntagnachmittag. Teile der Gemeinde standen seit etwa 1.00 Uhr unter Wasser. Zahlreiche freiwillige Helfer unterstützten die Feuerwehrleute bei Pumparbeiten und beim Befüllen von Sandsäcken.

"Die Sonne scheint schon seit mehreren Stunden, deshalb glauben und hoffen wir, dass keine starken Regengüsse mehr kommen", so der Kommandant. Laut Meteorologen sei die Gefahr für neue Unwetter zwar noch nicht komplett gebannt, er sei dennoch "guter Hoffnung, dass der Regen - sofern noch einmal etwas kommt - nicht anhaltend sein wird", sagte Robert Csukovits.

Tausende Sandsäcke gefüllt

Gemeinsam mit rund 50 Helfern aus dem Ort und den umliegenden Gemeinden wurden bereits am Sonntagvormittag etwa 3.000 Sandsäcke gefüllt. "Weitere 4.000 haben wir uns vom Landesfeuerwehrkommando in Eisenstadt geholt", sagte der Oberbrandinspektor. "Die Sandsäcke bleiben auf alle Fälle liegen. Auch eine Schmutzwasserpumpe bleibt trotz der Entspannung weiter im Einsatz und wird von zwei Feuerwehrmännern bewacht", so Csukovits.

"Jetzt können wir nur hoffen, dass der Kanal und die Sonne ihr Übriges machen. Alle Keller sind sauber, die Äcker und Gärten stehen teilweise noch unter Wasser, aber dort abzupumpen würde nichts bringen. Das reguliert sich von selbst", erklärte der Kommandant.

Die Wulka weist laut Csukovits normalerweise einen Pegel von etwa 20, 30 Zentimeter bis maximal einen halben Meter auf. "Der heutige Spitzenwert lag bei 4,20 Meter", sagte er. Zu Mittag sank dieser auf rund drei Meter. Wie hoch der Pegel am späten Nachmittag war, konnte nicht genau gesagt werden: "Aber es ist schon wieder ordentlich zurückgegangen", so Csukovits.

Kritik an der Gemeinde

Sowohl die Betroffenen als auch die Helfer übten am Sonntag Kritik an der Gemeinde: "Es kann nicht sein, dass wir immer schwimmen. Die Gemeinde muss sich endlich etwas einfallen lassen, auch wenn wir das gemeinsam immer schnell in den Griff bekommen", sagte Josef Heckenast. Barbara Wohlrab - ihr Hof stand teilweise bis zu einem halben Meter unter Wasser - sagte besorgt: "Wir hoffen, dass wir der Gemeinde jetzt ein bisschen Druck machen können und dass hier endlich etwas passiert. Wir wollen nur, dass man uns ein bisschen schützt." Großes Lob gab es von allen Seiten für die zahlreiche Hilfe der Bevölkerung und die Arbeit der Feuerwehr: "Die Feuerwehrmänner haben wieder wunderbare Arbeit geleistet", so Wohlrab.

Schwere Regenfälle auch in Tirol

Nach heftigen Regenfällen ist die Ötztal-Bundesstraße (B 186) seit den frühen Morgenstunden für jeden Verkehr gesperrt. Bei Tumpen war die hochwasserführende Ötztaler Ache über die Ufer getreten und hatte die Fahrbahn überflutet. Wie lange die Sperre dauern wird, war zunächst nicht absehbar, teilte die Polizei mit. Meldungen über Schäden oder Verletzte lagen nicht vor.

Schäden in der Steiermark

In der Oststeiermark sind in der Nacht auf Sonntag nach heftigen Regenfällen mit Blitzschlägen zahlreiche Schäden an Gebäuden und landwirtschaftlichen Kulturen entstanden, wie Sicherheitsdirektion Steiermark und Feuerwehren am Sonntag mitteilten. Betroffen waren vor allem die Bezirke Weiz und Hartberg. Im Bezirk Leibnitz und im Bezirk Hartberg schlugen Blitze in die Kamine von Einfamilienhäusern ein und setzten die Dachstühle in Brand. Die Feuerwehren etlicher Gemeinden waren bis zum Sonntag mit Sicherungs- und Aufräumungsarbeiten beschäftigt.

Die Gewitter gingen vor allem im Raum Preding, Thannhausen und Unterfladnitz nieder, dadurch trat der Farchabach im Bereich zwischen Farcha Nord und Farcha Süd aus den Ufern. Die dortigen Gemeindestraßen und Felder wurden überflutet und im weiteren Verlauf auch Keller von sieben Einfamilienhäuser in Unterfladnitz. Die Freiwillige Feuerwehr St. Ruprecht an der Raab nahm die notwendigen Absperrmaßnahmen bis zum Eintreffen der Männer der Straßenmeistereien durch. Ein Auspumpen der überfluteten Keller war erst in den Frühstunden nach Nachlassen der Regenfälle möglich.

Im Bezirk Hartberg in Mönichwald musste die L416 wegen Murenabgängen und umgestürzten Bäumen über der Straße gesperrt werden, dieselbe Lage musste von den Feuerwehren in Vorau und St. Lorenzen, Ebersdorf und Kaindorf gemeistert werden. In Dechantskirchen und Rohrbach/Lafnitz standen Keller unter Wasser, ebenso in Grafendorf. Die über die Ufer getreten Wasserläufe Safen und Stambach setzten die Sportanlage Untersafen unter Wasser. Die Landesstraße von Hartberg nach Pöllau musste wegen der Hochwasser führenden Saifen gesperrt werden.

Die Feuerwehr Stubenberg musste Auspumparbeiten im Bereich des Badesees vornehmen, die Feistritzklamm - die Verbindungsstraße zwischen Stubenberg und Anger wurde aufgrund einer großen Mure gesperrt. Die Landesstraße zwischen St. Johann und Burgau wurde vermurt, etliche Feuerwehrleute und Mitarbeiter von Straßenmeistern waren mit dem Räumen beschäftigt. Die Höhe der Schäden in den Bezirken konnte erst im Laufe des Sonntags beurteilt werden. (APA)

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    Die Feuerwehr beim Auspumpen in Wulkaprodersdorf

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    Fast vier Meter trat die Wulka über die Ufer.

  • Weinkeller wurden überflutet.
    foto: johanna wohlrab

    Weinkeller wurden überflutet.

  • Überschwemmte Hauptstraße in Wulkaprodersdorf.
    foto: johanna wohlrab

    Überschwemmte Hauptstraße in Wulkaprodersdorf.

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