Recht auf Plausch

26. April 2003, 18:30
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26./27.4.2003 - Warum kam der Erstling von "karls.platz" stellenweise etwas holprig daher?

Wir wollen jetzt gar nicht weiter mutmaßen, woran es lag, dass wir zur Premiere von "karls.platz" die zweite Kostümprobe serviert bekamen. Wir wollen auch gar nicht mutmaßen, warum wir uns also doch ein paar Tage nach Flächenbrand aus im Irak (nach offizieller Darstellung) mit Kriegsverweigerung, Antikriegsreden (immerhin von Michael Moore) und Antikriegsvideos versorgen lassen mussten, die zum Zeitpunkt der Aufzeichnung gewiss sehr aktuell waren.

Wir könnten uns stattdessen fragen, warum dieser Erstling doch stellenweise etwas holprig daherkam. Wüssten wir nicht um seine Geschichte (das eigentliche Thema "Recht auf Rausch" war der ORF-Führung zu heikel geworden), beschwerten wir uns über Versuche am lebenden Publikum. Aber es war halt eine Probe, der eigentlich noch eine weitere und eine ganz echte Aufzeichnung folgen sollten. Schon die nächste Probe war offenbar so gut, dass sie selbst Direktoren für sendereif befanden. Nicht, dass das schon letztgültiges Qualitätskriterium wäre. Aber schon der Versuch am lebenden Publikum gab uns eine Andeutung von angenehm experten- und politikerfreier Debatte, die sich ein bisschen ausnahm, als liefe ein nicht ganz so kontroversieller "Club 2" an. Ohne Talkhektik, mit sanft insistierendem Nachfragen. Charmantem Aufblatteln vielleicht, vor allem bei "Verweigerer" Richard Dorfmeister. Vielleicht sollte man mit der "Sendung ohne Namen" den Sendeplatz tauschen, die nach 23.40 ungeschoren zur Schüssel-Schelte ansetzt. Lieber später, dafür Recht auf Plausch! (aga)

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    foto: orf/schafler
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