Blairs geheimer Kriegsrat mit Bill Clinton

25. April 2003, 19:47
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Britischer Premier zweifelt an diplomatischen Fähigkeiten Bushs

London - Der britische Premier Tony Blair, engster politischer und militärischer Verbündeter des derzeitigen republikanischen US-Präsidenten George W. Bush, hat in den Wochen vor dem Irakkrieg wiederholt diskret Rat beim früheren amerikanischen Präsidenten Bill Clinton. Nach Informationen der britischen Tageszeitung Guardian kam es wenigstens zu drei Geheimtreffen zwischen Blair und Clinton.

Bei den Beratungen, die sich auch als ein Misstrauensbeweis Blairs gegenüber den diplomatischen Fähigkeiten von Bush verstehen lassen können, ging es um den offenen Streit zwischen den europäischen Kriegsgegnern - Frankreich, Deutschland und Russland - und der US-Regierung. Blair drängte in den letzten Wochen vor dem Kriegsbeginn im März auf eine zweite UN-Resolution, die Bagdad eine letzte Frist zur Entwaffnung vor einer militärischen Gewaltanwendung setzen sollte. Noch kurz vor dem Zusammenbruch der diplomatischen Bemühungen in der UNO besuchte Clinton den britischen Premier auf dessen Landsitz in Chequers. Drei Tage später richtete der frühere US-Präsident einen seltenen öffentlichen Aufruf an seinen Nachfolger Bush und riet ihm, den UN-Inspektoren und ihrem Chef Hans Blix mehr Zeit zu geben. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 26. und 27. 04. 2003)

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