Simbabwe: Generalstreik begleitet von weiteren Festnahmen

25. April 2003, 18:59
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Büro von Oppositionspartei gestürmt

Harare - Mit Festnahmen und Drohungen hat die Regierung von Simbabwe am Freitag auf den dritten Tag des Generalstreiks reagiert. Das Büro der Oppositionspartei Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), das den Streik unterstützt, wurde gestürmt. 30 Menschen, darunter drei Parteifunktionäre, wurden nach MDC-Angaben festgenommen. In der Stadt Mutare wurde ein Mitarbeiter der unabhängigen Zeitung "Daily News" wegen "Anstiftung zum Streik" festgenommen. Informationsminister Jonathan Moyo drohte Unternehmern Verhaftungen wegen "wirtschaftlicher Sabotage" an, sollten sie ihre Geschäfte nicht öffnen. Der Streik hatte sich an der Verdreifachung der Benzinpreise entzündet. Er richtet sich aber auch gegen die galoppierende Inflation, den Mangel an Nahrungsmitteln und die hohe Arbeitslosigkeit.

Die meisten Banken, Geschäfte, Betriebe und Postämter im Zentrum der Hauptstadt Harare waren erneut geschlossen. Begonnen hatte der Streik am Mittwoch. Aufgerufen zu dem dreitägigen Streik hatte der nationale Gewerkschafts-Dachverband ZCTU. Während er in den Großstädten nach ZCTU-Angaben zu 70 Prozent von den Arbeitnehmern befolgt wurde, zwangen Soldaten in Kleinstädten Ladeninhaber zur Öffnung ihrer Geschäfte. 15 Gewerkschaftsmitarbeiter seien weiter in Haft. Der seit 23 Jahren regierende Präsident Robert Mugabe (79) war vergangenes Jahr bei manipulierten Wahlen im Amt bestätigt worden. Wegen Verstößen gegen die Menschenrechte und einer chaotischen Landreform ist seine Regierung international geächtet. (APA/dpa)

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