Nordkoreas Weg zur Atombombe

25. April 2003, 16:18
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Erster Atom-Versuchsreaktor bereits in 60er Jahren errichtet

Hamburg - Ungeachtet internationaler Appelle und Drohungen arbeitet Nordkorea seit vier Jahrzehnten an einem Atomwaffenprogramm. Im Folgenden ein Überblick über die wichtigsten Daten:

1979: Auf Grundlage russischer Technologie entsteht ein zweiter Atom-Versuchsreaktor in Yongbyon. Eine erste Anlage war bereits in den 60er Jahren errichtet worden.

12. Dezember 1985: Pjöngjang tritt dem Atomwaffensperrvertrag bei. Erst später stimmt es auch einem Inspektionsabkommen mit der Internationalen Atomenergieorganisation IAEO zu. Es wird erst 1992 ratifiziert.

Juli 1990: US-Medienberichten zufolge sind auf Satellitenaufnahmen von Nordkorea Anlagen zu sehen, die zur Aufbereitung von atomwaffentauglichem Plutonium dienen könnten.

04. Mai 1992: Das kommunistische Land übergibt der IAEO eine Liste seiner Atomanlagen und räumt die Existenz oder Planung bisher geheim gehaltener Nuklearanlagen ein.

12. März 1993: Nordkorea droht wegen Problemen mit den Inspektionen mit seinem Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag.

21. Oktober 1994: Rahmenabkommen mit den USA: Pjöngjang erklärt sich bereit, sein Atomprogramm zu stoppen und seine Anlagen abzubauen. Dafür soll es Öl und zwei Leichtwasser-Kernkraftwerke erhalten.

18. Mai 1999: Inspektionsreise von US-Experten nach Nordkorea. Sie finden keine Beweise für unterirdische Atomwaffenproduktionsstätten.

Juli 2000: Das Regime droht mit der Wiederaufnahme seines Atomprogrammes, wenn der Bau der beiden Leichtwasserreaktoren nicht vorangetrieben werde.

29. Jänner 2002: US-Präsident George W. Bush zählt Nordkorea neben dem Irak und dem Iran zur "Achse des Bösen" mit Massenvernichtungswaffen.

16. Oktober 2002: Nordkorea räumt nach US-Angaben ein, an einem geheimen Atomwaffenprogramm zu arbeiten. Die USA liefern kein Öl mehr.

12. Dezember 2002: Pjöngjang kündigt an, es werde seine Reaktoren zur Energiegewinnung wieder anfahren.

27. Dezember 2002: Nordkorea weist IAEO-Inspektoren aus, die seit acht Jahren seine Anlagen kontrollieren.

10. Jänner 2003: Das Land erklärt seinen Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag.

23. Februar 2003: Die USA und Nordkorea beginnen unter Vermittlung Chinas Gespräche in Peking.

24. April 2003: Nordkorea gibt nach US-Angaben zu, Atomwaffen zu besitzen.

(APA/dpa)

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