Oliver Kahn vs Electronic Arts

25. April 2003, 17:13
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Deutscher Fußball-Nationaltorhüter lässt Verkauf von Fifa 2002 stoppen

Der deutsche Fußball-Nationaltorhüter Oliver Kahn hat einen Sieg vor Gericht errungen. Das Hamburger Landgericht entschied am Freitag, dass der Computerspiele-Hersteller Electronic Arts das rund 300.000 Mal verkaufte Spiel FIFA-Weltmeisterschaft 2002, in dem Kahn als einer von zahlreichen internationalen Profis dargestellt wird, nicht mehr verbreiten darf. Sowohl die bildliche Darstellung als auch die Namensnennung habe nach Ansicht des Gerichtes die Persönlichkeitsrechte des Vize-Weltmeisters verletzt.

Folgen

Bei Zuwiderhandlung droht dem Spiele-Produzenten eine Ordnungsstrafe von maximal 250.000 Euro oder eine Haftstrafe bis zu sechs Monaten. Kahn will nun auf Schadenersatz klagen. Die Gegenseite hat die Möglichkeit, Berufung einzulegen. Die Schadenersatzforderungen könnten bei einem errechneten Umsatz von rund 15 Millionen Euro in den Millionenbereich gehen.

Sieg

Rechtsanwalt Matthias Prinz, der Kahn vertreten hatte, sprach von einem Weg weisenden Urteil in einem Musterprozess. "Wir haben erstmals eine Antwort auf eine entscheidende Frage erhalten: Darf man in Spielen Persönlichkeiten ohne deren Einwilligung darstellen? Jetzt ist die Rechtslage eindeutig", sagte Prinz. Das gelte für Boris Becker in computeranimierten Tennisspielen, für Jan Ullrich in Radsportspielen, für Paul Schockemöhle in Reiterspielen. Der Hamburger Medienrechtler erwartet nun Klagen weiterer prominenter Sportler. "Wir haben konkrete Aufträge von anderen relevanten Persönlichkeiten", sagte der Jurist und deutete damit eine mögliche Prozesslawine an. (APA)

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