Lehrer kampfbereit - Warten auf Signal der GÖD

25. April 2003, 15:14
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Lehrergewerkschafter: "An Grauslichkeiten nicht zu überbieten" - Gehrer für Jantschitsch "pädagogische Geisterfahrerin"

Wien - Die Lehrer zeigen sich in Sachen Pensionsreform kampfbereit, man warte nur auf entsprechende Beschlüsse der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD). "Wir werden hoffentlich in den nächsten Tagen von der GÖD Signale bekommen, was wann zu tun ist", erklärte der Vorsitzende der Plichtschullehrer-Gewerkschaft Walter Riegler am Freitag auf Anfrage der APA. So wie Riegler geht auch der Chef der AHS-Lehrergewerkschaft Helmut Jantschitsch davon aus, dass alle GÖD-Sektionen gemeinsam handeln, "da kleine Nadelstiche nicht fruchten werden", so Riegler.

"Das was am Tisch liegt, ist an Grauslichkeiten nicht zu überbieten", erklärte Riegler zu dem Pensionsreformentwurf. Er ist sich deshalb sicher, dass sehr viele Lehrer bei einem Streik mitmachen würden. Jantschitsch betonte, dass es einen Streikbeschluss im GÖD-Zentralvorstand gebe und es keiner Beschlüsse in den einzelnen Sektionen mehr bedürfe. Die Frage, ob gestreikt werde, entscheide sich ohnehin nicht mehr in der Gewerkschaft, sondern in der Regierung. "Wenn die Regierung die von den Sozialpartnern geforderte Terminverschiebung zur Kenntnis nimmt, dann brauchen wir nicht zu streiken, wenn nicht, dann ist das ein Streikgrund", sagte Jantschitsch.

Jantschitsch unterscheidet strikt zwischen den Protesten gegen die Pensionsreform und jenen gegen die geplante Reduktion der Schulstunden. Aber auch bei diesem Thema will Jantschitsch "alle demokratischen Möglichkeiten ausschöpfen", damit Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) den entsprechenden Verordnungsentwurf zurückzieht und ändert. Und wenn Gehrer, wie von ihr angekündigt, die Verordnung dennoch erlässt, dann werde man im Herbst mit der gekürzten Stundentafel leben müssen, "aber weiter mit allen demokratischen Mitteln aufzeigen, dass diese Maßnahme falsch ist".

Er habe selten erlebt, dass sich in einer Frage alle Schulpartner, also Lehrer, Eltern und Schüler, so einig in ihrer "absoluten Ablehnung" gewesen seien. "Die Ministerin sitzt gemeinsam mit ein paar selbst ernannten Experten im Eck und schlägt um sich, während sich die Masse der Betroffenen auf den Kopf greift. Mit kommt die Ministerin wie eine pädagogische Geisterfahrerin vor, die stur auf der falschen Richtungsfahrbahn weiterfährt, obwohl alle sie anblinken", sagte Jantschitsch. (APA)

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