Die Leidenschaft des Tarock

25. April 2003, 18:47
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Auf Schloss Schallaburg wird die Historie des Kartenspiels aufgerollt

Schallaburg - Schloss Schallaburg widmet sich in diesem Jahr neben der Kultur Malaysias auch einer "Leidenschaft": "Tarock - mein einziges Vergnügen" ist der Titel der großen Tarock-Ausstellung, die ab 29. Mai zu sehen ist. Dabei wird die Historie des ursprünglich von den italienischen Renaissance-Fürstenhöfen in Mailand und Ferrara stammenden Kartenspiels aufgerollt und genau erklärt. Der spielerische Streifzug durch die Jahrhunderte "endet" quasi vor dem Computer, den die Besucher zu einer Tarock-Partie herausfordern können.

Auch im Raum Österreich und Ungarn hat Tarock eine lange Tradition, das erste Wiener Tarockbuch erschien bereits im Jahr 1756. Es ist eines der ältesten Kartenspiele mit Trümpfen, die eine zusätzliche Serie von Karten neben den "Farbkarten" bilden. Unterschiedliche Formen des Tarock findet man heute in Österreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien und der Bukowina - aber auch in Dänemark, Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Italien.

Französische Farben

Seit 1740 wurden zunächst in Deutschland und bald darauf auch in Österreich die italienischen durch die französischen Farben Herz, Karo, Pik und Treff ersetzt. Zugleich hielten neue Motive - wie Tiere, mythologische Darstellungen, Jagdszenen, Chinesen, historische Ereignisse, Veduten, Nationalitäten und Berufe - auf den Trumpfkarten Einzug, deren Vielfalt Tarock zum interessanten Ausstellungsobjekt machten. Auf der Schallaburg sind ausgewählte Originale aus der Sammlung von Klaus Reisinger aus Wien zu sehen.

Ebenfalls im 18. Jahrhundert erschien eine okkulte Abwandlung auf der Bildfläche - das "Tarot", eigentlich das französische Wort für Tarock. Es beruht auf den Spekulationen des Antoine Court de Gebelin über den altägyptischen Ursprung und die geheime Bedeutung der Tarockkarten. Dieses Thema wird in der Ausstellung durch Material über den "Giardino dei Tarocchi" der 2002 verstorbenen Künstlerin Niki de Saint-Phalle repräsentiert.

Ein weiteres Highlight sind die von Piatnik zur Verfügung gestellten Stahlplatten des Bismarcktarock von 1890 und das handgezeichnete Tarock eines russischen Kriegsgefangenen aus dem Ersten Weltkrieg. (APA)

"Tarock - mein einziges Vergnügen", Ausstellung auf der Schallaburg; 29. Mai bis 2. November, jeweils Mo bis Fr von 9.00 bis 17.00 Uhr, Sa, So und Feiertag 9.00 bis 18.00 Uhr

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Schallaburg

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    Tarockspiel bei Johann Strauß in Bad Ischl, 1898 (Bildausschnitt)

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