Was die neue Saison bringt

25. April 2003, 14:17
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Mozarteum Orchester und Camerata Salzburg stellen ihre neuen Programme vor

Salzburg - Die beiden Salzburger Orchester, das Mozarteum Orchester und die Camerata Salzburg, übernehmen das künstlerische und finanzielle Risiko für die traditionsreichen Stiftungskonzerte in der Konzertsaison 2003/2004 erstmals selbst. Die Internationale Stiftung Mozarteum hat sich als Veranstalter der beiden Orchester zurückgezogen, sponsert diese aber zusammen mit 220.000 Euro. Die Internationale Mozartwoche sowie die kammermusikalische Reihe "Junge Künstler" bleiben generell aber in der Verantwortung der Stiftung, wie bei einem Pressegespräch bekannt gegeben wurde.

Mozarteum

Das Mozarteum Orchester muss seine sechs Konzerte selbst finanzieren und organisieren, darunter drei mit dem künftigen Chefdirigenten, Ivor Bolton, und drei unter der Leitung von Hubert Soudant, dem amtierenden Chef. Wie viel vom Sponsorgeld der Stiftung in der Höhe von 220.000 Euro auf das Mozarteum Orchester bzw. die Camerata entfällt, war bei der Pressekonferenz nicht zu erfragen. Orchester-Geschäftsführer Erwin Niese sagte, er sei ursprünglich über die geplante Ausgliederung "überrascht" gewesen, jetzt aber optimistisch.

Camerata

Auch die Camerata Salzburg konzertiert im Großen Saal des Mozarteums, auch sie muss ihre ebenfalls sechs Konzerte ab Herbst 2003 selbst veranstalten. Künstlerisch setzt die Camerata auf alte Freunde, Solisten und Orchesterleiter wie Leonidas Kavakos oder Mitsuko Uchida. Neu ist der Salzburger Geiger Beni Schmid als Orchesterleiter, er wird "Die vier Jahreszeiten" von Vivaldi spielen und gleichzeitig dirigieren. Nur ein Konzert ist mit dem künstlerischen Leiter der Camerata, Roger Norrington, angesetzt. Über dessen Zukunft als Chef des Ensembles soll in den kommenden Wochen entschieden werden, sagte Geschäftsführerin Catharina Jürs.

Junge, teilweise noch unbekannte Musiker werden insgesamt 16 Kammerkonzerte spielen, die - neben der Mozartwoche - die einzigen von der Stiftung selbst veranstalteten Konzerte sein werden. "Die Stiftung will besonders Salzburg-Neulinge wie etwa Sergey Khachatryan, Denys Proshchayev, Anika Vlavic oder das Trio Ondine fördern", sagte Geschäftsführer Wieland Lafferentz. "Wir wollen zeigen, wie sich jene Talente, die in den vergangenen Jahren auch in Salzburg Erfolge gefeiert hatten, weiterentwickelt haben." Die Preise für alle 16 Kammerkonzerte im Wiener Saal des Mozarteums sind mit je 18 Euro gleich geblieben.

Causa Festpielhaus

Als "Skandal" bezeichnete der Vizepräsident der Stiftung, Johannes Honsig-Erlenburg, die Ereignisse rund um das Kleine Festspielhaus. Er habe sich eine federführende Mitarbeit der Stiftung an diesem "für alle so wichtigen Projekt" gewünscht. Lafferentz forderte für das Mozartjahr 2006 eine koordinierte Gesamtplanung aller relevanten Institutionen. Konkrete Projekte, Initiativen und Kooperationsideen legte er heute aber nicht vor. (APA)

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