Tirol: Mutmaßlicher Kindesentführer wartet auf Voruntersuchung in U-Haft

25. April 2003, 14:10
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Siebenjährige wurde in der Nähe seiner Schule in ein Auto gezerrt und vermutlich wegen Verkehrskontrolle wieder freigelassen

Innsbruck - Der Tatverdächtige im Fall der Tiroler Kindesentführung von Anfang Jänner bleibt vorerst weiter in Untersuchungshaft. Das wurde am Freitag am Innsbrucker Landesgericht entschieden. Die Haft wurde bis 25. Juni verlängert.

Auf Grund der Strafdrohung von über zehn Jahren sei eine Untersuchungshaft obligatorisch, sagte der Sprecher des Landesgerichtes, Hannes Seiser. Die gerichtlichen Voruntersuchungen gegen den gebürtigen Syrer sollen bis spätestens Mitte Mai abgeschlossen werden. Dann werde der Akt der Staatsanwaltschaft übergeben. Derzeit warte man noch auf die Vollanzeige des Landesgendarmeriekommandos.

Verkehrskontrollen

In der kommenden Woche sollen noch zwei Gendarmeriebeamte aus Seefeld einvernommen werden, denen der mutmaßliche Entführer im Zuge einer Verkehrskontrolle bei seiner Flucht beinahe ins Netz gegangen wäre. Wann es in diesem Fall zu einer Anklage kommen kann, war seitens der Staatsanwaltschaft vorerst unklar. Der früher in Deutschland wohnhafte Krankenpfleger befindet sich seit Mitte März in Untersuchungshaft in Innsbruck.

Entführung

Der mutmaßliche Täter soll in den Morgenstunden des 9. Jänner ein sieben Jahre altes Mädchen aus Innsbruck in der Nähe seiner Schule in sein Auto gezerrt haben. Bei der Flucht in Richtung der deutschen Grenze kam der Mann in Seefeld (Bezirk Innsbruck-Land) in eine Verkehrskontrolle. Dabei dürfte er in Panik geraten sein. Er wendete sein Fahrzeug und ließ sein Opfer auf der Straße wieder frei. Nur einige Stunden nach der Entführung konnte der damals 32-Jährige in seinem Haus im Landkreis Garmisch-Partenkirchen festgenommen werden.

Brief mit erpresserischem Inhalt gefunden

Als Grund für die Entführung gab der Syrer gegenüber den Ermittlern zunächst an, dass er mit dem Kind "Spaß" haben wollte. An seinem Wohnort wurde allerdings ein Brief mit erpresserischem Inhalt gefunden. Zudem entdeckten die Beamten eine Art "Zwinger" in seiner Garage. Es wurde vermutet, dass er sein Opfer dort festhalten wollte. (APA)

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