Der Burger als Maß aller Dinge

25. April 2003, 13:48
15 Postings

Laut Big Mac-Index ist der Euro um zehn Prozent zum Dollar überbewertet - Chinesischer Yuan zum Dollar am stärksten unterbewertet

Washington/Wien - Der "Big Mac", Flaggschiff der Hamburger-Kette McDonald's, ist in Westeuropa teurer als in den USA. Daraus zieht das britische Magazin "Economist" anhand ihres "Big Mac-Index" Schlüsse über die Bewertung der jeweiligen Landeswährung zum US-Dollar. In Euroland kostet ein Burger mit durchschnittlich 2,89 Dollar (2,71 Euro) um rund 10 Prozent mehr als in den USA mit 2,71 Dollar. Am deutlichsten überbewertet gegenüber der US-Währung ist demnach der Schweizer Franken: Für einen "Big Mac" müssen die Eidgenossen mit 4,52 Dollar (6,30 Franken) um 69 Prozent mehr als in den USA berappen.

In Österreich kostet ein Big Mac umgerechnet 2,74 Dollar (2,50 Euro) und liegt damit unter dem Euroland-Schnitt. In Deutschland müssen 2,91 Dollar (2,65 Euro) für einen Burger hingeblättert werden. Billiger kann der Big Mac-Hunger bei unseren östlichen Nachbarn gestillt werden: In Ungarn belaufen sich die Kosten auf 2,14 Dollar (490 Forint), in Tschechien gar nur auf 1,91 Dollar (56,57 Kronen).

Billiges Osteuropa

Deutlich unter dem US-Niveau sind Big Macs neben Osteuropa auch in Südamerika und Asien zu bekommen: Am günstigsten kommen weltweit die Chinesen mit umgerechnet 1,20 Dollar (9,90 Yuan) davon. Das bedeutet 56 Prozent Ersparnis gegenüber einem US-gefertigten Burger und deutet gemäß der Definition des Big Mac-Index auf eine deutliche Unterbewertung des chinesischen Yuan hin.

Der "Economist" hat vor 16 Jahren mit dem - ursprünglich nicht ganz ernst gemeinten - internationalen Preisvergleich für den Big Mac begonnen und daraus einen Währungsindex gebildet. Gemäß der Theorie der Kaufkraftparität lassen sich damit Aussagen über die Wechselkurse treffen, da man auf lange Sicht überall auf der Welt für einen lokal produzierten Warenkorb den gleichen Preis - in diesem Fall in Dollar ausgedrückt - zahlen sollte. Der Hamburger der Fast-Food-Kette wird in 118 Ländern produziert und von der Bevölkerung konsumiert. Daher bilde er einen durchaus vergleichbaren Warenkorb, verteidigen die Erfinder den unkonventionellen Index.(APA)

Link

Economist

  • Artikelbild
Share if you care.