Italien geht scharf gegen Kunden von CD-Piraten vor

25. April 2003, 13:35
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Strafen bis zu 1.000 Euro - Kampf gegen florierende Plagiatindustrie - Neapel Hochburg der Fälscher

Italien macht Kunden von CD-Piraten das Leben hart. Ab kommenden Woche tritt ein Gesetz in Kraft, wonach Personen, die beim Kauf von geklonten CDs oder DVDs ertappt werden, eine Geldstrafe bis zu 150 Euro droht. Bei "Vorbestraften" kann die Geldstrafe sogar auf 1.032 Euro klettern. Die Namen der "Schuldigen" sollen in Tageszeitungen veröffentlicht werden.

Und noch mehr Strafen

Strafen von bis zu drei Jahren Haft sind außerdem für Fälscher von CDs, Videos, Softwareprogramme und Smartcards für Bezahlsender vorgesehen. Dabei müssen sie auch 103 Euro Strafe für jedes geklonte Produkt zahlen, das in ihrem Besitz gefunden wird. Dem Gesetz zufolge kann jeder eine Kopie einer CD oder eines Videos machen, die jedoch ausschließlich privat verwenden werden darf. Strafbar ist die Verteilung von Musik per Internet.

Elf Millionen illegale CDs verkauft Das italienische Parlament hofft damit, den florierenden Handel mit Produktplagiaten in die Schranken zu weisen. Die Hälfte der Smartcards für Bezahlsender, die in Italien verwendet werden, sind geklont. Fast ein Viertel der CDs, die in Italien hergestellt werden, sind gefälscht. Im vergangenen Jahr wurden elf Millionen illegale CDs verkauft.

Hochburg Neapel

Italien besetzt weltweit Platz fünf nach Taiwan, Hong Kong, Singapur und Macao in der Rangordnung der Länder, die am meisten Plagiate exportieren. Der Markt der Produktpiraterie wird europaweit auf 4,5 Mrd. Euro geschätzt. Hochburg der Fälscher, die oft Verbindungen zur Mafia haben, ist in Italien die Stadt Neapel.(apa)

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