Alzheimer und Parkinson miteinander verwandt

27. April 2003, 11:00
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US-Forscher kommen nach Tierversuch zu dem Ergebnis

Philadelphia/Pennsylvania - Nach einer neuen Studie der University School of Medicine sind die beiden Nervenkrankheiten Alzheimer und Parkinson miteinander verwandt. Wie die Forscher im Fachblatt Science berichten, könnten daher für eine dieser Krankheiten entwickelte Medikamente unter Umständen auch das andere Leiden mildern. Den Forschern nach wäre es zum Beispiel sinnvoll, Substanzen mit einer vorbeugenden Wirkung bei Parkinson oder Alzheimer auch bei der jeweils anderen Krankheit zu erproben.

Proteinablagerungen, die zu den Alzheimer und Parkinson auslösenden amyloiden Läsionen führen, bestehen zwar aus verschiedenen Proteinuntereinheiten, aber das für Alzheimer-Krankheit verantwortliche Tau-Protein und das für Parkinson verantwortliche Alpha-Synuclein können einander die Bildung dieser Läsionen erleichtern. Dies konnten die US-Forscher im Tierversuch bestätigen. Darüber hinaus zeigte sich, dass das Zusammenspiel beider Proteine deutlich zur Bildung fibröser Klumpen der jeweiligen Proteine beitragen kann. "Dieser elementare Zusammenhang könnte eine Erklärung dafür sein, warum Patienten mit einer dieser Erkrankungen häufiger Anzeichen der anderen Krankheit aufweisen", erklärt Virginia Lee, Leiterin des Centers zur Erforschung neurodegenerativer Krankheiten.

Das Tau-Protein und das Protein Alpha-Synuclein kommen natürlicherweise reichlich im Gehirn vor, besitzen aber unterschiedliche Funktionen. Dem Tau-Protein kommt eine Bindefunktion in den Neuronen zu. Bei Alpha-Synuclein gehen die Forscher davon aus, dass es in der Kommunikation in den Synapsen zwischen den Neuronen eine Rolle spielt. (pte)

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