Syrien schließt Maßnahmen gegen Hisbollah aus

25. April 2003, 12:50
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Buthaina Shaaban: "Forderungen der US-Regierung richten sich gegen legale politische Partei"

Washington - Syrien wird nicht auf amerikanische Forderungen eingehen, Maßnahmen gegen die pro-iranische Schiiten-Organisation Hisbollah im Libanon zu ergreifen. Das erklärte die syrische Spitzendiplomatin und Außenamtssprecherin Buthaina Shaaban am Donnerstag (Ortszeit) vor dem US-Rat für Internationale Beziehungen in Washington. Die Hisbollah ("Partei Gottes") sei eine legale politische Partei, die mit dem Ziel gegründet worden sei, ihr Land von der israelischen Okkupation zu befreien, sagte Shaaban in Anwesenheit von US-Senator Bob Graham, dessen Terrorismus-Vorwürfe gegen die Hisbollah sie energisch zurückwies.

Frieden im Nahen Osten könne es nicht geben, solange die israelische "Okkupation und Kolonisation" anhielten, unterstrich die syrische Diplomatin. Sie bestritt, dass Damaskus jemals mit dem irakischen Regime von Saddam Hussein kooperiert habe. In den arabischen Ländern werde die amerikanische Okkupation im Irak als "Schwächung unserer Zivilisation" und als Versuch gesehen, "eine Zivilisation zu importieren, die nicht die unsere ist", sagte Shaaban.

Druck auf Syrien gefordert

Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah hatte die USA wegen des Irak-Kriegs vor Vergeltungsangriffen gewarnt. Die USA wollten Israels "Dominanz in der Region" durchsetzen, hatte er erklärt. Israels Premier Ariel Sharon hatte von den USA massive Druckausübung auf Syrien verlangt, um die Zerschlagung der Hisbollah zu erreichen, die im Südlibanon die frühere israelische Besatzungszone unter ihre Kontrolle gebracht hat. Syrien hat noch rund 20.000 Soldaten im Libanon stationiert. (APA/AFP)

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    Syriens Außenamtssprecherin Buthaina Shaaban

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