Frauen haben keine Wahl

25. April 2003, 12:22
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Katholische Frauenbewegung Österreichs gegen Pensionsreform

Die Bundesleitung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö) lehnt eine Pensionsreform zu Lasten der Frauen entschieden ab. Bei ihrer Sitzung am Freitag in Salzburg waren sich die Vertreterinnen der größten österreichischen Frauenorganisation einig, dass zuerst ausreichend existenzsichernde Arbeitsplätze auch für Frauen über 40 vorhanden sein müssen, ehe die Frühpension abgeschafft und lange Durchrechnungszeiträume für die Pension eingeführt werden.

Abhängigkeit

Solange die partnerschaftliche Aufteilung der Familien- und Erwerbsarbeit zwischen Männern und Frauen nicht Realität ist, und Kindererziehung, Familienarbeit sowie Pflegeleistungen daher die Erwerbsbiografie von Frauen ungleich mehr beeinträchtigen, werden Frauen durch diese Pensionsreform sowie durch ein geplantes Drei-Säulen-Modell vielfach noch mehr in die Abhängigkeit von ihrem Mann oder in Armut gedrängt.

Die Katholische Frauenbewegung erkennt natürlich die Notwendigkeit einer Pensionsreform. Sie fordert jedoch einheitliche Regelungen für alle Berufsgruppen und Maßnahmen, die Frauen eine eigenständige, ihren bisherigen Lebensstandard und ihre Existenz sichernde Altersversorgung garantieren. Die Bundesleitung der kfbö fordert deshalb die Bundesregierung auf, diesen Vorschlag zur Pensionsreform zurückzuziehen und endlich Beweise für eine konkrete, frauengerechte Politik zu liefern.

Propagierte "Wahlfreiheit" ist leere Phrase

Dieser Vorschlag der Bundesregierung ist nach Ansicht der kfbö weder familienfreundlich noch ermöglicht er in irgendeiner Weise die proklamierte "Wahlfreiheit", da nur eine möglichst durchgehende Vollbeschäftigung die Grundlage für eine den Lebensstandard sichernde, eigenständige Pension bildet. Die derzeit extrem höhere Bewertung des Militärdienstes gegenüber Kindererziehungs- und Pflegezeiten bei der Pensionsberechnung zeigt deutlich, wie gering vor allem die lebensnotwendigen Leistungen der Mütter geschätzt werden.

Das Kindergeld verkommt angesichts der geplanten Pensionsreform zum verwelkten Feigenblatt, das über die Frauen krass benachteiligenden Pläne nicht hinwegtäuschen kann, meint die Bundesleitung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs. Frauen sollten sich durch die angekündigte Ausweitung pensionsbegründender Kindererziehungszeiten nicht täuschen lassen, denn diese gelte nur für Kindergeldbezieherinnen und werde deshalb frühestens in 25 bis 30 Jahren Realität. (red)

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