Gefahr durch hellen Hautkrebs unterschätzt

25. April 2003, 12:50
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Tumoren wie das Stachelzell- oder das Basalzellkarzinom sind weitaus stärker verbreitet als der schwarze Hautkrebs

Bonn - Angesichts der verbreiteten Angst vor dem malignen Melanom drohen die Gefahren des hellen Hautkrebses unterschätzt zu werden. Dabei sind Tumoren wie das Stachelzell- oder das Basalzellkarzinom weitaus stärker verbreitet als der schwarze Hautkrebs, wie die deutsche Gesellschaft für Dermopharmazie betont. Diese Formen bildeten zwar nur selten Metastasen, könnten aber ebenfalls zum Tode führen. Aus diesem Grund hat die Gesellschaft, in der Hautärzte, Apotheker, Wissenschafter, Pharma- und Kosmetikexperten zusammenarbeiten, die Aufklärungsaktion "Licht-Hautkrebs-Prävention" gestartet.

Der Stachelzellkrebs, der auch Spinaliom genannt wird, entwickelt sich in der Regel erst ab dem 60. Lebensjahr. Betroffen sind vor allem hellhäutige Menschen, die sich ihr Leben lang der Sonne ausgesetzt haben. Vorstufe ist häufig die so genannte raue Lichtschwiele, die in Australien bereits 40 Prozent und in Mitteleuropa immerhin zehn bis 15 Prozent der über 40-Jährigen aufweisen. Dabei bildet sich ein gerötetes Hautareal mit einer bräunlichen, verdickten Hornschicht. Durchbrechen die veränderten Hautzellen die Grenze von der Oberhaut zur Lederhaut, entsteht der blumenkohlartig wuchernde Stachelzellkrebs.

Frühdiagnose wichtig

Das Risiko, dass sich die Lichtschwielen zu einem Krebs entwickeln, beziffert Hans Christian Korting vom Universitätsklinikum München auf bis zu 16 Prozent pro Jahr. Am häufigsten seien Körperregionen befallen, die am stärksten der Sonne ausgesetzt seien - Gesicht, Ohren, Handrücken, Unterarme sowie bei Haarausfall die Glatze. Bei frühzeitiger Diagnose kann das Spinaliom ebenso wie seine Vorstufe erfolgreich mit physikalischen, medikamentösen und so genannten photodynamischen Methoden behandelt werden.

Basaliome

In Mitteleuropa noch häufiger als der Stachelzellkrebs ist das Basalzellkarzinom oder Basaliom. Dieser Hauttumor bildet keine Tochtergeschwülste, vergrößert sich aber kontinuierlich und zerstört dabei Haut, darunter liegendes Gewebe und unter Umständen sogar Knochen, wie Korting berichtet. Auch hier sind am häufigsten die der Sonne ausgesetzten Hautpartien betroffen. Beunruhigend finden die Experten, dass zunehmend jüngere Menschen daran erkranken. Basaliome zeigen sich zunächst als kleine, flache Knötchen, die eine glänzende Oberfläche haben. Später können sie sich rötlich und bräunlich verfärben sowie krustig oder schuppig werden.

Auch ein Basaliom lässt sich laut Korting bei rechtzeitiger Diagnose gut entfernen. Allerdings ist auch danach eine regelmäßige hautärztliche Kontrolle notwendig. Denn wenn sich einmal ein Basaliom gebildet hat, ist es wahrscheinlich, dass sich auch an anderen Stellen solche Tumore entwickeln, die aber keine Metastasen sind. Wenn der Krebs nicht vollständig entfernt werden konnte, kann der Tumorrest von Neuem zu wachsen beginnen. (APA/AP)

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    Bei rechtzeitiger Diagnose gibt es gute Heilungs-Chancen im Falle von Hautkrebs.

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