Nierenschäden durch abgereichertes Uran im Irak-Krieg

25. April 2003, 11:15
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Britischen Soldaten wird nun Test angeboten

London - Das britische Verteidigungsministerium hat laut Online-Ausgabe des Independent bestätigt, allen aus dem Irak zurückgekehrten Soldaten einen Test zur Erhebung von abgereichertem Uran (DU, depleted Uranium) im Körper zu offerieren. Damit soll festgestellt werden, ob das Risiko von Nierenschäden und Lungenkrebs besteht. Das Angebot der Harn-Tests erfolgt nach der Warnung der britischen Royal Society. Ihren Angaben nach könnten einige Soldaten und Zivilisten im Irak-Krieg gefährlich hohen DU-Mengen ausgesetzt gewesen sein.

"Die Risiken von abgereichertem Uran sind aber bei weitem geringer als die Risiken anderer Militäroperationen", wird ein Sprecher des Verteidigungsministeriums zitiert. Aus diesem heißt es weiter, dass man die Testergebnisse publizieren und die Einsatzorte von DU-Waffen nennen wolle. Nach Schätzungen von Militärexperten sollen bis zu 2.000 Tonnen abgereichertes Uran im Irak-Krieg eingesetzt worden sein.

Golfkrieg-Syndrom

Einige Veteranen des ersten Golfkrieges (1980-1988) machen abgereichertes Uran auch für die mysteriösen Symptome des Golfkriegs-Syndroms verantwortlich. Der Begriff fasst eine Summe von medizinischen Problemen zusammen, unter denen Golfkriegsveteranen zwei bis drei Mal häufiger leiden als Veteranen, die aus anderen Kriegen zurückgekehrt sind. Die neuen Beschwerden, die bei den aus der Golfregion Rückkehrten auftauchten, lassen sich nicht auf eine posttraumatische Belastungsstörung zurückführen. Die Symptome umfassen Gelenk- und Muskelschmerzen, ungewöhnliche Müdigkeit und Erschöpfungszustände, aber auch Gedächtnisprobleme, Depressionen, Störungen der kognitiven und emotionalen Funktionen.

Die Royal Society belegt zwar mit einer jüngst erstellten Studie, dass die meisten Soldaten und Zivilisten höchstwahrscheinlich im Irak-Krieg keinen gefährlichen DU-Mengen ausgesetzt waren. Sie kommt aber auch zu dem Schluss, dass einige Soldaten dennoch an Nierenschäden leiden und ein erhöhtes Lungenkrebs-Risiko haben könnten, sollte eine erhebliche Menge eingeatmet worden sein. (pte)

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