Kishon mehr als erfreut über Erfolg in Deutschland

25. April 2003, 21:26
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"Es ist für mich eine riesige Genugtuung, dass die Enkel meiner Henker Schlange stehen nach meiner Unterschrift"

Prag - Der israelische Satiriker Ephraim Kishon empfindet seinen Erfolg in Deutschland auch als Befriedigung für seine Leidenszeit als jüdischer Häftling in deutschen Arbeitslagern. "Es ist für mich eine riesige Genugtuung, dass die Enkel meiner Henker Schlange stehen nach meiner Unterschrift", sagte der 78-jährige Autor am Donnerstagabend am Rande der Prager Buchmesse, "das ist die richtige Antwort: Nicht weinen, sondern unterschreiben." Grundsätzlich sei die Schriftstellerei aber eine "unglaublich langweilige Tätigkeit".

"Der liebe Gott hat uns sicher nicht nur erschaffen, damit wir in einem dunklen Zimmer kleine Buchstaben aneinander reihen", sagte Kishon. Er müsse "von Zeit zu Zeit fliehen", aber nicht in die Natur. "Mich interessieren schöne Frauen mehr als schöne Landschaften", meinte der Autor. Er hat vor kurzem in dritter Ehe die 47-jährige österreichische Schriftstellerin Lisa Witasek geheiratet.

Der 1924 in Budapest geborene Kishon überlebte den Zweiten Weltkrieg unter schwersten Bedingungen in deutschen, ungarischen und russischen Arbeitslagern. 1949 wanderte er nach Israel aus und begann dort seine literarische Karriere.(APA/dpa)

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