BBC-Intendant Dyke kritisiert US-Kriegsberichterstattung

25. April 2003, 10:59
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"Entschieden politische Haltung" von Rupert Murdochs Fox News Channel

Der Intendant der britischen Fernsehgesellschaft BBC, Greg Dyke, hat die Berichterstattung amerikanischer Medien über den Irak-Krieg scharf kritisiert. "Wir waren wirklich schockiert, als wir gehört haben, dass die größte Radiogruppe der Vereinigten Staaten ihre Frequenzen dafür genutzt hat, Veranstaltungen für den Krieg zu organisieren", sagte er in Anspielung auf die US-Mediengruppe Clear Channel.

"Amerikanisierung" des britischen Medienmarktes

Auch die "entschieden politische Haltung" von Rupert Murdochs Fox News Channel habe ihn "überrascht", sagte Dyke, der auch Chefredakteur der BBC ist. Nach einem "Guardian"-Bericht vom Freitag warnte er die Regierung vor einer Liberalisierung und damit "Amerikanisierung" des britischen Medienmarktes.

Dyke bestritt den Vorwurf der britischen Regierung, dass die BBC zu Irak-freundlich berichtet habe. Das sei "absurd", sagte er. "Wenn der Irak irgendetwas bewiesen hat, dann dass die BBC es sich nicht erlauben kann, Patriotismus und Journalismus zu vermischen. Das genau geschieht in den USA, und wenn es sich fortsetzt, wird es die Glaubwürdigkeit der elektronischen Nachrichtenmedien in den USA untergraben." Die Berichterstattung der BBC ist von konservativen britischen Zeitungen wie dem "Daily Telegraph" heftig verurteilt worden. Aufgabe des staatlichen Senders sei es, die britischen Truppen zu unterstützen, kritisierten der "Telegraph" und andere rechts orientierte Zeitungen. (APA/dpa)

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