Traum-Einstand für Seasiders

15. August 2010, 14:41
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Aufsteiger schoss Wigan auswärts 4:0 vom Platz, Meister Chelsea überrollt Westbrom 6:0 und sonnt sich gleich wieder an der Tabellenspitze - Weimann für Villa im Einsatz - mit Video

London - Meister Chelsea ist mit einem Kantersieg in die neue Saison der Premier League gestartet. Die "Blues" überrollten am Samstagabend West Bromwich Albion mit 6:0 (2:0). Stürmerstar Didier Drogba gelang gegen den vermutlich neuen Arbeitgeber von SomenTchoyi ein Hattrick.

Der Österreicher Andreas Weimann kam beim 3:0-(2:0)-Heimsieg von Aston Villa gegen West Ham in den Schlussminuten zum Einsatz, der 19-jährige Wiener wurde in der 86. Minute eingewechselt und avancierte damit zum jüngsten Österreicher, der in der höchsten englischen Klasse ein Spiel bestritten hat. Die Treffer für den Europa-League-Playoff-Gegner von Rapid erzielten Stewart Downing (15.), der bulgarische Kapitän Stilijan Petrow (40.) und James Milner (66.), der vor einem Wechsel zu Manchester City steht.

Villas Interimscoach Kevin MacDonald scherzte nach dem starken Auftritt seiner Mannschaft: "Ich sollte jetzt auf dem Gipfel abtreten. Meine Bilanz kann nur noch schlechter werden." Ob er das Amt endgültig übernehmen wolle? "Das werde ich zu Hause bei einem Bier entscheiden. Ich weiß noch nicht genau, ob ich es genossen habe. Ich war doch ein ziemliches Nervenbündel."

Blackpools erste Punkte im Kampf um Klassenerhalt


Video: Seasiders Manager Ian Holloway nach fixiertem Aufstieg über den Blackpool-Ethos und die Zukunft in der Premier League

Aufsteiger FC Blackpool feierte sein erstes Erstligaspiel seit 39 Jahren ebenfalls mit einem Kantersieg. Die Seasiders, zuletzt 1971 erstklassig, setzten sich bei Wigan Athletic überraschend deutlich 4:0 (3:0) durch. Gary Taylor-Fletcher, Marlon Harewood (2) und Alex Baptiste trafen für den Stammklub des legendären Sir Stanley Matthews. Der am 26. Juli 1887 gegründete FC Blackpool ist einer der Traditionsklubs im englischen Fußball. Seinen größten Erfolg feierte der Verein 1953 mit dem Gewinn des FA Cups. Die Seasiders, finanziell nicht auf Rosen gebettet, gelten allerdings als heißester Abstiegskandidat. An ihrem veralteten Stadion an der Bloomfield Road wird immer noch herumgewerkelt.

Nach dem Sieg im Aufstiegs-Playoff gegen Cardiff musste Manager Ian Holloway den Abgang von vier Spielern hinnehmen. Über den Sommer erwies es sich dann als äußerst schwierig neues Personal aufzutreiben - eine von Klub-Boss Karl Oyston verordnete Gehalts-Obergrenze von 10.000 Pfund pro Woche erwies sich auch für viele Spieler aus der zweiten Liga als abschreckend. Einer der trotzdem kam war der zweifache Torschütze Harewood. Im Besitz von Aston Villa wo er sich während zweier Jahre nie durchsetzen konnte, wurde der Stürmer 2009 erst nach Wolverhampton und dann nach Newcastle ausgeliehen, ehe sich in Blackpool ein neuer Arbeitgeber fand.

"Das sind Superburschen und wir haben einen feinen Tag gehabt", freute sich Holloway (vom Guardian als zitabelster Manager der Liga geadelt) über das Erfolgserlebnis nach der alles anderen als idealen Vorbereitung. "Ich musste drei Spieler reinhauen, die sich im wahrsten Sinne des Wortes gerade das erste Mal getroffen haben. Wenn wir zusammenbleiben könnten wir es packen und eine kleine Chance haben, am Ende der Saison vor drei anderen Teams zu stehen."

Ein blaues Zeichen

Chelsea ging im Stadion an der Stamford Bridge früh durch Florent Malouda (6.) in Führung. Danach ließen sich die Londoner aber mit weiteren Treffern Zeit und gestatteten Albion sogar Chancen zum Ausgleich. Doch dann drehte Chelsea auf: Drogba (45./55./68.), Frank Lampard (63.) und abermals Malouda (90.) unterstrichen die Ambitionen des Double-Gewinners und schossen das Team an die Tabellenspitze.

Dass Chelsea schon so große Spielfreude an den Tag legte, kam etwas überraschend. Die Vorzeichen schienen wegen vieler WM-Teilnehmer, einem Prämienstreit zwischen Spielern und Klub-Bossen sowie dem 1:3 im Supercup gegen Manchester United eigentlich ungünstig. Dennoch machten die Blues nahtlos dort weiter, wo sie beim 8:0 gegen Wigan zum Finale der letzten Saison aufgehört hatten. Torschützenkönig Didier Drogba schoss sich mit einem Dreierpack den WM-Frust von der Seele.

"Das war kein Zeichen an die anderen, sondern nach der schwierigen Vorbereitung in erster Linie eines für uns selbst", sagte Teammanager Carlo Ancelotti dann auch. Den Prämienstreit tat der Italiener dann auch als Bagatelle ab. 'Ich spreche nicht mit den Spielern darüber. Aber ich denke nicht, dass sie unglücklich sind', meinte er: "Ich habe gesehen, wie sie heute gespielt haben. Und das sehr glücklich aus."

Am Sonntag empfängt Rekordmeister FC Liverpool in einem Klassiker den FC Arsenal, und Manchester United (ebenfalls Rekordmeister) spielt am Montag gegen Aufsteiger Newcastle United. (rob/sid/APA)

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    Ein erfreulicher Tag für die Blackpooler in Wigan.

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