Oliver, Wariner, Thorkildsen vorzeitig Diamond-League-Sieger

14. August 2010, 20:36
posten

Auch Steeple-Läuferin Milcah Chemos Cheiywa fixierte in London den Disziplinensieg - Mayer im Diskuswurf Achter

London - Am zweiten Tag des Diamond-League-Meetings in London sind in verschiedenen Disziplinen weitere Entscheidungen im Diamond Race gefallen. Hürdensprinter David Oliver, Jeremy Wariner (400 m) und Andreas Thorkildsen (Speer) sicherten sich vorzeitig den Gewinn des Diamanten.

Mit ihren Erfolgen im Süden Londons ist ihnen ebenso wie der Steeple-Läuferin Milcah Chemos Cheiywa (KEN) der Disziplinensieg und die Prämie von 40.000 US-Dollar (31.252 Euro) nicht mehr zu nehmen, unter der Bedingung, dass sie am Finale in Zürich (19. August) oder Brüssel (27. August) teilnehmen werden. Herausragende Spitzenleistungen blieben am zweiten Tag aufgrund des wechselnden Windes und der kühlen Temperaturen aus. Der einzige österreichische Beitrag, Gerhard Mayer, wurde im Diskuswurf Achter und Letzter.

Im Gegensatz zu seinem Landsmann Tyson Gay, der am Freitag zum Abschluss des ersten Tages mit 9,78 ein Glanzlicht gesetzt hatte, blieb dies David Oliver am Samstag über 110 m Hürden im mit 16.000 Zuschauern erneut ausverkauften National Sports Centre in Crystal Palace verwehrt. Der 28-Jährige aus Florida, der in diesem Jahr schon viermal unter 13 Sekunden geblieben war und in Paris den Weltrekord von Dayron Robles (Kuba) nur um zwei Hundertstel verpasst hatte, gewann in der für ihn bescheidenen Zeit von 13,06.

Für Jeremy Wariner zahlte sich der kurzfristige Verzicht vor einer Woche in Nottwil aus, der Texaner lief über 400 m ein taktisch cleveres Rennen und hielt auf der Zielgeraden seinen härtesten Konkurrenten Jermaine Gonzales, den Jahresbesten aus Jamaika, knapp in Schach. Wariner feierte in 44,67 seinen fünften Sieg im Rahmen der Diamond League und wird auch in Zürich am Start sein.

Technische Disziplinen

Im zweiten Teil des Meetings standen bei den Männern auch die technischen Disziplinen im Fokus. Bereits vor dem Finale in Zürich sicherte sich Andreas Thorkildsen den Sieg im Diamond Race der Speerwerfer. Der 28-jährige Norweger konterte im dritten Versuch die Vorlage des Deutschen Matthias De Zordo mit der Siegesweite von 87,38 m. Es war Thorkildsens fünfter Sieg in der Diamond League; nur in Stockholm hatte er in der vergangenen Woche gegen seinen ewigen Rivalen Tero Pitkämäki (FIN) verloren.

Einen schlechten Tag hatte Kugelstoß-Weltmeister Christian Cantwell aus den USA. Der Jahresbeste musste sich seinem Landsmann Reese Hoffa (21,44 m) und Olympiasieger Tomasz Majewski (POL) geschlagen geben und kassierte die erste Niederlage nach zuletzt 20 Siegen in Serie. Allzu sehr belasten dürfte Cantwell diese Niederlage allerdings nicht: Sein Sieg im Diamond Race stand bereits vor dem sechsten von sieben Wettkämpfen fest.

Im Diskuswerfen feierte der estnische Olympiasieger Gerd Kanter mit dem Meeting-Rekord von 67,82 m einen klaren Sieg, den zweiten in der Diamond League nach Monte Carlo, und brachte sich damit wieder zurück ins Rennen um den Diamanten-Jackpot. In der Zwischenwertung führt weiterhin Europameister Piotr Malachowski (POL/ 14 Punkte), der in London leer ausging. Knapp dahinter folgen Zoltan Kovago (HUN/13) und Kanter (10). Der Niederösterreicher Mayer kam bei seinem besten Versuch auf 62,77 Meter.

Überraschung im Frauen-Sprint

Bei den Frauen setzte es über 100 m im Finale eine Überraschung ab. Die Favoritin Carmelita Jeter aus den USA musste sich von ihrer Landsfrau Marshevet Myers bezwingen lassen und bezog im elften 100-m-Finale in diesem Jahr erst ihre zweite Niederlage. Myers gewann bei leichtem Gegenwind in 11,01; im Vorlauf war sie mit 10,99 als einzige Athletin unter 11 Sekunden geblieben.

Der Sieg im Diamond Race nicht mehr zu nehmen ist der kenianischen Steeple-Läuferin Milcah Chemos Cheiywa. Die 24-Jährige, die erst im April 2009 ihr erstes Steeple-Rennen gelaufen war und bei der WM in Berlin gleich Bronze geholt hatte, siegte in London dank eines fulminanten Schlussspurts vor Europameisterin Julia Sarudnewa (RUS). Die US-Amerikanerin Allyson Felix gewann nach dem Sieg am Freitag über 200 m auch das Rennen über 400 m und könnte sich auch in dieser Disziplin in Zürich den Diamanten sichern. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    David Oliver im Hürdensprint.

Share if you care.