Goldener Leopard an chinesischen Spielfilm

14. August 2010, 21:30
1 Posting

"Han Jia" erhielt zudem den Fipresci-Preis - Spezialpreis der Jury an Marian Crisans "Morgen" - Denis Côtés "Curling" erhielt Auszeichnungen für Regie und Hauptdarsteller

Locarno - Der Goldene Leopard, der Hauptpreis des Wettbewerbs "Concorso Internazionale" beim 63. Internationalen Filmfestival von Locarno, wurde am Samstagabend an eine chinesischen Spielfilm vergeben. "Han Jia" ("Winterferien") des Regisseurs Ll Hongqi überzeugte die Jury unter Vorsitz des aus Singapur stammenden Regisseurs Eric Khoo, zudem erhielt der Film den Preis der internationalen Kritikervereinigung Fipresci.

"Han Jia" reflektiert anhand von Erlebnissen und Gesprächen einiger Halbwüchsiger in ihrer Freizeit und in der Schule die Realität im gegenwärtigen China zwischen Anpassung und Aufbruch. Der Film, der als einer der Favoriten des Publikums und der Fachbesucher galt, ging aus der festivaleigenen Talenteförderung hervor: Im Vorjahr gewann das Drehbuch den Preis der Sektion "Open Doors".

Den "Spezialpreis der Jury für den zweitbesten Film" gewann die französisch-rumänisch-ungarische Produktion "Morgen" von Regisseur Marian Crisan. Ebenfalls in leisem Tonfall gehalten, schildert er das triste Leben in der rumänisch-ungarischen Grenzregion.

Als bester Regisseur wurde der Kanadier Denis Côté für seine Vater-Tochter-Geschichte "Curling" geehrt. Als bester Darsteller wurde Emmanuel Bilodeau, der Interpret des Vaters in "Curling", gekürt.

Die Auszeichnung als beste Schauspielerin erhielt Jasna Duricic für ihre Interpretation einer aufopferungsvollen Mutter in der deutsch-serbisch-schwedischen Gemeinschaftsproduktion "Belli beli svet" (White White World) des Serben Oleg Novkovic.

Der Publikumspreis des Festivals für einen außerhalb des Wettbewerbs unter freiem Himmel auf der Piazza Grande gezeigten Film ging an die israelisch-deutsch-französische Koproduktion "The Human Resources Manager". Der Film entfaltet anhand einer absurden Geschichte um den Personalchef einer Bäckerei in Jerusalem eine Ballade über den Kampf von Tradition und Moderne in der israelischen und postsowjetischen Gegenwart.

Auch Österreich war beim Festival von Locarno, in diesem Jahr erstmals von dem Franzosen Olivier Père als künstlerischem Direktor zusammengestellt wurde, vertreten: Die Koproduktion "Periferic" (früherer Titel: "Outskirts") des rumänischen Regisseurs Bogdan George Apetri startete im Wertbewerb, der Zombiefilm "Rammbock" des Wiener Regisseurs Marvin Kren im Rahmenprogramm. (APA/red)

  • "Han Jia" ("Winterferien")
    foto: filmfestival von locarno

    "Han Jia" ("Winterferien")

Share if you care.