Markus Rogan holt erneut Silber

15. August 2010, 14:00
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Wiener wird auch über 200 Meter Rücken Zweiter in Budapest - Dittrich über 1.500 Meter Kraul Sechste - Russland räumte groß ab

Budapest - Österreichs Schwimmteam hat bei den Schwimm-Europameisterschaften in Budapest seine zweite Langbahn-Medaille verbucht, und wieder war Markus Rogan dafür verantwortlich. Wie über 200 m Lagen holte der Wiener auch über 200 m Rücken Silber, 13/100 fehlten dem Titelverteidiger auf das vom Russen Stanislaw Donez gewonnene Gold. Im Lagenrennen hatte Rogans Rückstand auf den Ungarn Laszlo Cseh 3/10 betragen. Zuvor wurde Nina Dittrich über 1.500 m Kraul Sechste.

Komplett konträr zur Titelentscheidung am Mittwoch war das OSV-Ass mit seiner Ausbeute diesmal sehr zufrieden. "Ich finde diese Medaille auch schöner als die andere", sagte er, als er nach der Siegerehrung die Schatulle mit der Belohnung für das Geleistete öffnete. Nur 6/100 hinter ihm war der Franzose Benjamin Stasilius Dritter geworden, der viertplatzierte Pole Radoslaw Kawecki hatte auch nur 14/100 hinter Rogan angeschlagen.

30. Medaille, kritisch betrachtet

Österreichs nun mit 30 Medaillen dekorierter erfolgreichster Schwimmer war auf Bahn eins unterwegs gewesen, nicht wie früher oft auf seiner Paradestrecke auf einer der mittleren Bahnen. "Von Bahn eins aus bekommst du es nicht mit, was drüben passiert", sprach der 28-Jährige den Nachteil an, mit dem er in diesen Endlauf gegangen war. Und zur Halbzeit der Distanz sah es wie schon mehrere Male in Rogan-Rennen nicht nach einem Podestplatz aus.

Denn bei der zweiten Wende war er nur Achter und Letzter, sein Rückstand auf den führenden Donez betrug 1,05 Sekunden. Auf der dritten Länge nahm er dem Russen aber 81/100 ab und ging als Dritter auf die letzten 50 m. Im engen Finish reichte es nicht mehr ganz für den Sprung an die Spitze, aber Rogan war nicht enttäuscht. "Ich weiß, dass es auch ganz anders hätte ausgehen können", erklärte er.

Es ist Rogans vierte Langbahn-EM-Medaille über 200 m Rücken, auch 2002 in Berlin hatte er Silber geholt. Gold gewann der in Los Angeles trainierende Athlet außer 2008 in Eindhoven auch 2004 in Madrid. Er ist nun aber auch zwei seiner drei Europameister-Titel los, hat nur noch jenen über 200 m Lagen auf der Kurzbahn. Ob er den Ende November in Eindhoven verteidigen wird, ist noch offen. Die Kurzbahn-WM im Dezember in Dubai hat er fix im Plan.

"Es war mehr Kämpfen als Können", ging Rogan mit sich hart ins Gericht. "Ich war nicht in optimaler Form, noch einmal kann ich mir das nicht leisten." Von Glückwünschen zu seinen beiden Medaillen lässt er sich nicht täuschen. "Es war in Ordnung, aber nicht gut genug. Mit 'in Ordnung' kann man zwar weiterleben, aber man kommt nicht weiter."

Die lange Rückenstrecke wird in Rogans Planungen für die Olympischen Spiele 2012 keine große Rolle mehr spielen. Das, obwohl es in seiner Karriere bis zu den Spielen 2008 seine Paradedistanz war. "Aber über 200 m Rücken geht's bergab", gab der Wiener umumwunden zu. Deswegen auch seine Freude über Silber.

OSV-Rekord von Dittrich

  Dittrich drückte ihren OSV-Rekord auf 16:23,63 Minuten. Das war um 3,97 Sekunden schneller als am Vortag, als sie ihren ersten EM-Finaleinzug fixiert hatte. "Ich freue mich so, dass ich noch einen Platz gut gemacht habe", erklärte die ASV-Linz-Athletin. "Es war eine tolle Stimmung, jetzt kann ich den Rest des Sommers genießen." Nach recht flottem Beginn war Dittrich ab der 350-m-Marke Siebente, ab dem Kilometer bis zur letzten Wende lag sie auf Rang acht. Doch dann gab sie noch einmal Gas.

Konkurrentinnen im Dreikampf um die Plätze sechs bis acht waren die Slowenin Tjasa Oder und die Deutsche Isabelle Haerle, beide schwammen auf der anderen Seite des Beckens. Sie mussten sich der taktischen reifen Leistung der Maturantin Dittrich um 7/100 bzw. 82/100 beugen. "Ich habe sie gesehen, aber nur gedacht, schwimme einfach", meinte die OSV-Athletin zu ihrem Vollgas-Motto.

Ihren bisher größten Erfolg in der Elite-Klasse verfolgten ihre Eltern Kurt und Ulli im Gegensatz zum Vorlauf nicht im Stadion mit, sie waren am Freitag wieder heimgefahren. "Es waren aber viele Freunde von mir da", verriet Dittrich. Das Stadion war in der vorletzten Finalsession dieser Titelkämpfe gut besetzt, die Tribünen voll. Auf die Kurzbahn-Saison wird Dittrich nicht so viel Wert legen, sich schon auf die Langbahn-WM 2011 in Shanghai vorbereiten.

1.500-m-Gold ging in 15:59,13 Minuten an die Dänin Lotte Friis. Die Skandinavierin gewann damit wie der Franzose Sebastien Rouault beide lange EM-Kraulstrecken. Silber holte sich in 16:02,29 die erst 17-jährige irische Vorlaufschnellste Grainne Murphy, Bronze in 16:05,08 die Spanierin Erika Villaecija Garcia. 

Russen räumten ab

Große Siegernation des Tages war Russland. Neben Donez setzten sich auch Jewgenij Korotischkin in 51,73 Sekunden über 100 m Delfin sowie die russische Herren-Staffel über 4 x 200 m Kraul in 7:06,71 durch. Beide Zeiten bedeuteten EM-Rekord. Die Russen schoben sich damit vor dem Finaltag in der Medaillenwertung hauchdünn hinter Frankreich, die "Equipe Tricolore" holte außer dem Bronze von Stasilius auch noch eines mit der Staffel.

Erstmals Langbahn-Europameisterin über 200 m Kraul wurde Federica Pellegrini, die Italienerin siegte in der EM-Rekordzeit von 1:55,45 Minuten. Die Dänin Lotte Friis sicherte sich das Double auf den langen Kraulstrecken, indem sie die 1.500 m in 15:59,13 gewann. Der Damen-Rückensprint ging an die Weißrussin Aljaksandra Herasimenja, 27,64 waren ebenso EM-Rekord. Und den Herren-Brustsprint holte sich in 27,38 der Italiener Fabio Scozzoli. (APA)

  • Markus Rogan bewies auch in seiner ehemaligen Paradedisziplin Klasse.
    foto: epa/laszlo beliczay

    Markus Rogan bewies auch in seiner ehemaligen Paradedisziplin Klasse.

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    Freude mit der zweiten Silbernen.

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