Doppler/Mellitzer unterliegen in Berliner Final-Thriller

15. August 2010, 16:53
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Niederländische Titelverteidiger Nummerdor/Schuil bezwingen österreichisches Duo in der Verlängerung des dritten Satzes

Berlin - Clemens Doppler und Matthias Mellitzer haben bei den Beach-Volleyball-Europameisterschaften in Berlin die Silbermedaille geholt und damit den mit Abstand größten Erfolg ihrer gemeinsamen Karriere gefeiert. Das Duo zog am Sonntag zunächst mit einem glatten 2:0-Erfolg über die Spanier Lario/Mesa überraschend ins Endspiel ein. Dann unterlagen sei jedoch in einem hochdramatischen Finale den niederländischen Titelverteidigern Richard Schuil/Reinder Nummerdor nach drei vergebenen Matchbällen hauchdünn 1:2 (-18,28,-18).

Silber gewonnen

Der zweite Platz markiert nach den Goldenen von Doppler (2003 mit Nik Berger, 2007 mit Peter Gartmayer) und Platz zwei von Florian Gosch/Alexander Horst im Vorjahr die insgesamt vierte EM-Medaille für Österreich. "Wir haben heute Silber gewonnen und nicht Gold verloren. Es war sensationell, wir haben gekämpft wie die Löwen, aber es hat leider nicht gereicht", meinte Mellitzer nach der knappen Finalniederlage.

Mit den als Nummer 13 gesetzten Doppler/Mellitzer holte das vor Turnierbeginn am wenigsten hoch eingeschätzte ÖVV-Duo die erhoffte Medaille. Die Vorjahreszweiten Florian Gosch/Alexander Horst waren im Achtelfinale, Sara Montagnolli/Barabara Hansel im Viertelfinale ausgeschieden. Doris und Stefanie Schwaiger hatten ihre Teilnahme wegen einer Verletzung kurzfristig absagen müssen.

Der Erfolgslauf von Doppler/Mellitzer in Berlin wurde möglich, weil Mellitzer erstmals im gesamten Turnier sein hohes Potenzial abrufen konnte. Der 29-jährige Osttiroler zeigte im Sog von Beach-Veteran Doppler konstant Höchstleistungen. Seine großen Möglichkeiten angedeutet hatte das seit dem Vorjahr zusammenspielende Duo bereits Anfang August mit Platz fünf im Grand-Slam-Turnier in Klagenfurt. "Was wir hier bei der EM und auch schon in Klagenfurt gezeigt haben, ist genau das, wo wir hinwollen", meinte der in einem EM-Finale erstmals unterlegene Doppler.

Final-Krimi

Im Endspiel gewannen die routinierten Niederländer, die heuer bisher wegen Verletzungen noch nicht in Topform agiert hatten, den ersten Satz, nachdem sie eine klare Führung fast noch hergegeben hätten 21:18. Im zweiten konnten die Österreicher zunächst vier Matchbälle abwehren. Aber auch Doppler/Mellitzer vergaben einige Chancen, ehe sie sich den Durchgang im sechsten Versuch aber doch noch mit 30:28 sicherten. Im Entscheidungssatz stand das Spiel dann lange auf Messers Schneide. Die routinierten Niederländer verwerteten aber schließlich vor rund 4.000 Zuschauern nach der Abwehr von drei Matchbällen ihrerseits ihren insgesamt achten zum bereits dritten EM-Titel in Folge.

"Jetzt, so kurz danach schmerzt die Niederlage natürlich, vor allem weil wir ja die Chance hatten, mit eigener Kraft den Sack zuzumachen. Meinen dritten EM-Titel hole ich mir nächstes Mal", versprach Doppler. Das ÖVV-Duo durfte sich neben Silber auch noch über 15.000 Euro Preisgeld und die Gewissheit, dass sie auf der World Tour bis auf weiteres nicht mehr in die Qualifikation müssen, freuen. Das anstehende Turnier in Finnland werden sie nach den EM-Strapazen jedoch auslassen und erst wieder in Den Haag antreten.

Auch ÖVV-Präsident Peter Kleinmann hatte vor Ort mitgefiebert und war begeistert von der überraschenden Turniervorstellung des Duos. "Das zeigt, was im Volleyball möglich ist. Wenn einer vor einem Jahr gesagt hätte, dass Mellitzer ins EM-Finale kommt, dann hätte man ihm die weiße Weste mit den langen Ärmeln angezogen. Das ist auch eine Riesenmotivation für die Hallen-Heim-EM im kommenden Jahr", erklärte Kleinmann. (APA)

Ergebnisse:

  • Herren-Finale

Nummerdor/Schuil (NED) - Doppler/Mellitzer (AUT) 2:1 (18,-28,18)

  • Spiel um Platz 3:

Plavins/Smedins (LAT) - Lario/Mesa (ESP) 2:0 (15,16)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Überraschendes Edelmetall für Cloemens Doppler und Matthias Mellitzer in Berlin.

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