Bundeslehrer oder Landeslehrer

13. August 2010, 19:10
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Wäre der Bund für alle Lehrer zuständig, hätten die Ländern nicht mehr viel zu melden

VARIANTE BUNDESLEHRER

Wären alle Lehrer direkt dem Bund unterstellt, wie das Unterrichtsministerin Claudia Schmied fordert, hätten die Länder in der Schulpolitik de facto kaum mehr Kompetenzen. Lehrer, ob in der Volksschule oder der AHS tätig, wären alle beim Bund angestellt, der sie auch finanziert.Direktoren, die jetzt noch vom Landeshauptmann – oder der Landeshauptfrau – bestellt werden, würden dann vom Bund ausgesucht. Die aufwändige Gegenverrechnung der Lehrer mit den Ländern würde entfallen. Für alle Lehrer würde es in der Folge ein einheitliches Besoldungs- und Dienstrecht geben.

VARIANTE LANDESLEHRER

Wären alle Lehrer unter der Kompetenz der Länder, wie Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll das fordert, wären die Länder nicht nur direkter Arbeitgeber, sie könnten auch Besoldungs- und Dienstrecht bestimmen – theoretisch je nach Land unterschiedlich. Die Direktoren sucht der Landeshauptmann aus. Maßgeblich wäre aber, dass die Länder auch die Zahl der einzustellenden Lehrer bestimmen könnten, bezahlen aber müsste nach wie vor der Bund. Dem Unterrichtsministerium blieben nur die "Grundsatzkompetenzen", es könnte die allgemeinen Bildungsstandards vorgeben. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 14./15.8.2010)

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