"Liste Wien"

Gegen Babylon und Korruption

13. August 2010 19:01

"Extremist" Günter Rehak tritt mit "Liste Wien" an

Wien - Fast im 24-Stunden-Takt tauchen derzeit neue Gruppierungen auf, die es auf den Stimmzettel der Wiener Landtags- und Gemeinderatswahl am 10. Oktober schaffen wollen. Die neueste nennt sich schlicht und einfach "Liste Wien".

Spitzenkandidat Günter Rehak (70) präsentierte am Freitag ein Programm, das ein "Best of" des Rechtspopulismus versammelt: Unter dem Titel "Wien darf nicht Babylon werden" fordert Rehak einen sofortigen Zuwanderungsstopp für Nicht-EU-Ausländer und "Sicherheit vor Überfällen mit Migrations-hintergrund". "Schluss mit der Korruptionsoase" gehört genauso zu den Forderungen der Vier-Personen-Liste wie die "Erschwerung von spekulativen und parasitären Einkünften" sowie die persönliche Haftung von Politikern, Beamten, Richtern oder Managern für ihre Entscheidungen.

Günter Rehak ist kein unbeschriebenes Blatt. Bekannt wurde er in den Neunzigerjahren, als er im Zuge der Briefbomben-Ermittlungen ins Visier der Polizei geriet. Rehak wurde vorübergehend (und fälschlicherweise) als Verfasser der Bekennerbriefe der "Bajuwarischen Befreiungsarmee" verdächtigt. Im Gegenzug behauptete er damals, das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands sei hinter den Briefbomben gestanden. Der ehemalige Ministerialrat war bis dahin im Bundeskanzleramt für die Betreuung der ausländischen Presse zuständig.

Rehaks politischer Werdegang ist verschlungen: Nach 30 Jahren SP-Mitgliedschaft war er zweimal für Grüne und Vereinte Grüne zur Nationalratswahl angetreten. Bis Dienstag war er FP-Mitglied. Sich selbst bezeichnet er als "Extremisten" mit "proletarischem Klassenbewusstsein": "Ob Links- oder Rechtsextremist ist mir wurscht, nur wenn jemand sagt, ich gehöre zur politischen Mitte, werde ich grantig." Den Holocaust-Leugner Gerd Honsik nannte er am Freitag ein "Justizopfer". (Markus Peherstorfer, DER STANDARD, Printausgabe, 14./15.8.2010)

Kommentar posten
11 Postings
Advaita0
14.08.2010 14:53
Babylon gibts doch schon längst in Wien!

Rehak soll Haze fragen....es ist im 1en Bezirk!
Schon am Flughafen begrüssen die Mädels von dort den Ankommenden auf Plakaten, und am Abgang zur Operngarage...und und.

Section Control
14.08.2010 10:56
Ich habe schon immer gewußt bei den Grünen kanditieren sonderbare Vögel

yoghurtinator
 
15.08.2010 13:06
Dass er zuletzt bei den Effen war

hast jetzt spontan überlesen, weils so besser ins Feindbild passte ?

sixela
14.08.2010 10:05
Rehak

...hat in den 80er Jahren auch Statistik für Politologen an der Uni Wien unterrichtet. Da hat er sich als gemütlicher Kauz gegeben.

santiago nasar
14.08.2010 10:58
sie waren auch dort?

Teletubby
14.08.2010 11:59
Jeder war dort!

'Statistik für Politiologen' ist die Umschreibung für die Erlernung der Grundrechnungsarten!

santiago nasar
14.08.2010 21:06
da möcht ich mich jetzt

aber schon in aller form dagegen verwehren!

Gerhard Polak
19.08.2010 15:38
In welcher: Algebra?

Der Ätzer
14.08.2010 07:04
Kleinparteien sind Alternativen zu Großparteien.

Wer die Ergebnisse zementiert sehen will, braucht sowas nicht.

Ich schaue mir sowas an und kann damit umgehen als wäre es ein Stein den ich auf korrupte Häupl schmeiißen kann.

Kiembeni
13.08.2010 21:33
Windradl

Steht zu seinen Prinzipien. Nächstes Jahr tritt er dann der KPÖ nei. UNWÄHLBAr solch ein Vogel.

der Farbenblinde
13.08.2010 21:23
noch ein Kasperl im österreichischen Politzirkus!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.