Olympische Lehren fürs Leben

Eröffnung Samstag in Singapur, 16 Österreicher machen mit

Singapur/Wien - "Das Ziel ist es, den jungen Menschen die olympischen Werte zu vermitteln" , betont IOC-Präsident Jacques Rogge immer wieder. Und also sollen rund 3600 14- bis 18-jährige Sportlerinnen und Sportler aus 205 Ländern vom 14. bis zum 26. August etwas von Exzellenz, Freundschaft und Respekt erfahren, wenn in Singapur die ersten Olympischen Jugendspiele abgehalten werden. Auf die Idee kamen die Olympier deshalb, weil sie von Statistiken alarmiert wurden, die besagen, dass die Jugend dem klassischen Sport quasi davonläuft und sich in den Tiefen des weltweiten Netzes vergräbt.

"Es herrscht eine echt olympische Atmosphäre hier" , berichtet Hannes Maschkan, Chef der österreichischen Mission in Singapur. Alle wohnen im Olympischen Dorf. Das ist insofern obligatorisch, als das Internationale Olympische Komitee nur dann für die Reise- und Unterkunftskosten sämtlicher Delegationen aufkommt, wenn diese gemeinsam im Dorf wohnen und zudem von der Eröffnung am 14. August bis zur Schlussfeier am 26. August aushalten. 16 österreichische Nachwuchshoffnungen haben sich für diese Spiele qualifiziert. Die Delegation umfasst mit Betreuern und Funktionären 38 Personen, darunter ÖOC-Präsident Karl Stoss und -Generalsekretär Peter Mennel. Stoss darf am 19. wieder heimfliegen. Und Ex-ÖOC-Präsident Leo Wallner ist auch zugegen - in seiner Eigenschaft als IOC-Mitglied.

Gewinnen, betonen die Olympier, ist nicht wichtig, schließlich spricht das olympische Credo von der Wichtigkeit des Dabeiseins, wenngleich das Motto "Schneller, höher, weiter" lautet. Maschkan spricht dennoch von Medaillenhoffnungen, von den beiden 16-jährigen Steirerinnen Christine Huck (Judo) und Lara Vadlau (Segeln) oder vom 18-jährigen Tiroler Alois Knabl (Triathlon).

Rogge wollte ursprünglich nichts von nationalen Symbolen wissen, bei Siegerehrungen nur die olympische Flagge hissen und die olympische Hymne spielen. Doch das Gros des IOC war dagegen. Also werden die Sieger doch mit nationalen Flaggen und Hymnen beglückt.

Es wird nicht nur gesportelt, sondern auch gelernt. Das IOC verordnete ein Erziehungs- und Kulturprogramm, nicht zuletzt wird über Doping und Drogen aufgeklärt, es gibt auch Urin- und Blutkontrollen bei den Jugendspielen. Und in Singapur droht schon für eine geringe Menge Rauschgift die Todesstrafe.

Eine Innsbrucker Delegation schaut sich auch in Singapur um. Schließlich werden die ersten Olympischen Jugendwinterspiele 2012 in Innsbruck gegeben. (Benno Zelsacher - STANDARD PRINTAUSGABE 14.8. 2010)

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